Die Produktion des McLaren 750S endet 2027. Der britische Hersteller hat bestätigt, dass er die letzten Bestellungen für den V8-Supersportwagen entgegennimmt. Das Modell kam 2023 als Nachfolger des 720S auf den Markt und gehört zu den letzten McLaren-Serienfahrzeugen mit ausschließlich verbrennungsmotorischem Antrieb.

Die Information wurde von Autocar veröffentlicht. Die Zeitschrift beruft sich auf die Bestätigung von McLaren und auf Aussagen von Henrik Wilhelmsmeyer, dem Vertriebschef des Unternehmens. Ein konkreter letzter Produktionstag wurde nicht genannt. 2027 ist daher das angekündigte Produktionsjahr für das Ende, nicht ein einheitlicher Termin für jedes bereits bestellte Fahrzeug.

Die Weiterentwicklung des 720S

McLaren stellte den 750S im April 2023 vor, die ersten Kundenfahrzeuge folgten später im selben Jahr. Der Wagen übernahm den Platz des 720S in der Super Series. Die Grundarchitektur blieb erhalten, aber Motor, Fahrwerk, Lenkung, Getriebe und Aerodynamik wurden überarbeitet. In einem Finanzbericht spricht McLaren von ungefähr 30 Prozent neuen oder veränderten Komponenten gegenüber dem 720S.

Zum Antrieb gehören ein mittig eingebauter 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern, ein Siebenganggetriebe und Hinterradantrieb. Die offizielle McLaren-Seite nennt 750 PS und 800 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert laut Hersteller 2,8 Sekunden, 0 auf 200 km/h 7,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 332 km/h.

Das sind Werksangaben und keine Ergebnisse eines unabhängigen Tests. Reifen, Temperatur, Straßenbelag und Ausstattung können die tatsächlichen Werte verändern. Die Daten zeigen trotzdem die Position des 750S: ein leichter Supersportwagen mit Verbrennungsmotor und ohne elektrische Unterstützung.

Leichtbau als Grundprinzip

McLaren nennt für das Coupé ein minimales Trockengewicht von 1.277 kg, abhängig von der Ausstattung. Das Trockengewicht entspricht nicht dem Gewicht eines betankten, fahrbereiten Autos, und Optionen können die Zahl verändern. Nach Angaben von McLaren ist der 750S 30 kg leichter als der 720S.

Die Carbon Fibre Monocage II, Sitze mit Carbonfaser-Schalen und leichte Leichtmetallräder gehören zu diesem Konzept. Die vordere Spur ist um 6 mm breiter, die Lenkung arbeitet schneller und die Dämpfer verfügen über zwei Ventile. Hinzu kommt das hydraulische Proactive Chassis Control III. Die Übersetzung des Achsantriebs wurde um 15 Prozent verkürzt, was das Ansprechverhalten beim Beschleunigen verändert.

McLaren verwendet weiterhin eine hydraulische Lenkung. Diese Lösung ist bei modernen Straßenfahrzeugen seltener und stellt eine direkte mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse her. Sie ersetzt keine unabhängigen Messungen: Bremsweg, Stabilität, Komfort, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit müssen auf der Straße überprüft werden.

Coupé und Spider

Der 750S ist als Coupé und als Spider erhältlich. Der Spider besitzt ein versenkbares Hardtop und verwendet ebenfalls den 4,0-Liter-V8. McLaren nennt für das offene Modell ebenfalls 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 332 km/h Höchstgeschwindigkeit. Gewicht und Zwischenbeschleunigung können je nach Ausstattung abweichen.

Beide Karosserievarianten bieten zwei Sitze, einen Mittelmotor und ein Siebenganggetriebe. In den europäischen Datenblättern nennt McLaren 150 Liter Gepäckraum vorn und 210 Liter hinten. Das reicht für eine kurze Reise, macht den Wagen aber nicht zu einem Familienauto. Der veröffentlichte kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 12,2 l/100 km, die CO2-Emissionen bei 276 g/km.

788HS und die nächste Modellgeneration

2026 präsentierte McLaren den 788HS, eine limitierte Ableitung aus derselben technischen Familie. Autocar bezeichnet ihn als letzte Kleinserie auf dieser Plattform. McLaren Special Operations soll 200 individuell ausgestattete Exemplare bauen. Der 788HS ist kein Nachfolger in normalen Stückzahlen, sondern der Abschluss des Entwicklungszyklus dieser Architektur.

Autocar berichtet außerdem, dass McLaren eine neue Modellpalette vorbereitet, zu der möglicherweise ein SUV gehören soll. Die Zeitschrift verbindet den Schritt mit einer umfassenderen Neuordnung und erwartet den schrittweisen Rückzug von 750S, Artura und GTS. McLaren hat noch nicht alle offiziellen Daten der künftigen Serienmodelle veröffentlicht. Das SUV ist daher als berichteter Plan und nicht als bereits vorgestelltes Fahrzeug zu behandeln.

Wer noch einen neuen 750S bestellen möchte, ist auf die verbleibenden Produktionsplätze und den jeweiligen Markt angewiesen. Das Ende der Produktion garantiert keinen höheren Gebrauchtwagenwert. Kilometerstand, Wartung, Ausstattung, Zustand und tatsächliche Nachfrage bleiben entscheidend.

Das Vermächtnis des 750S

McLaren hat den 750S nicht offiziell als letzten V8-Straßenwagen der Marke bezeichnet. Sein Produktionsende fällt jedoch in eine Phase, in der das Unternehmen eine andere Modellstruktur vorbereitet. Der Hersteller führt Coupé und Spider noch in der aktuellen Modellübersicht, die Bestellphase nähert sich aber ihrem Ende.

Die nächste Aufgabe besteht darin, das geringe Gewicht und die mechanische Rückmeldung des 750S in einer breiteren Modellpalette zu bewahren, möglicherweise mit anderen Karosserien und Antrieben. Bestätigt ist derzeit: Die letzten Bestellungen sind möglich, und die Produktion des McLaren 750S endet 2027.

Damit endet nicht automatisch die Versorgung mit Ersatzteilen oder der Service für bereits ausgelieferte Fahrzeuge. Solche Fragen hängen von McLaren, den Händlern und den jeweiligen Garantiebedingungen ab. Für Käufer bleibt deshalb der konkrete Händlervertrag wichtiger als die allgemeine Nachricht über das Produktionsende.

Quellen