Pagani hat den Huayra 70 Anima beim Concours at Wynn Las Vegas vorgestellt. Der Hersteller bezeichnet ihn als drittes und letztes Fahrzeug der Huayra-70-Reihe aus der Abteilung Grandi Complicazioni. Die drei Einzelstücke entstanden zum 70. Geburtstag von Horacio Pagani. Abgeschlossen wird damit diese Jubiläumsserie, nicht automatisch jedes künftige Projekt auf Grundlage des Huayra.

Im Mittelpunkt stehen ein Siebengang-Schaltgetriebe, eine offen sichtbare Schaltmechanik und eine weiß beschichtete Abgasanlage mit sechs Auslässen. Pagani nennt außerdem eine Lackierung mit Diamantstaub und einen Streifen aus Platinblatt. Eine eigene Leistungsangabe, Beschleunigungswerte und einen Preis für den Anima enthält die veröffentlichte Ankündigung dagegen nicht.

Der Anima von vorn. Foto: Pagani.

Der Anima von vorn. Foto: Pagani.

Nach Trionfo und Derecho folgt das letzte Einzelstück

Der Trionfo bildete den Anfang der Reihe, der Derecho folgte beim Goodwood Festival of Speed. In seiner Mitteilung vom 7. Juli 2026 bezeichnete Pagani den Derecho ausdrücklich als zweiten von drei Huayra 70 und kündigte dessen Weltpremiere an. Die Stückzahl des Jubiläumsprojekts war somit bereits vor dem Anima dokumentiert.

Der Bericht von duPont REGISTRY datiert die Enthüllung in Las Vegas auf den 31. Oktober 2026 und nennt Horacio Pagani als denjenigen, der die Abdeckung persönlich entfernte. Wynns offizieller Veranstaltungskalender bestätigt das Wochenende vom 29. Oktober bis 1. November mit der Hauptausstellung am 31. Oktober. Laut dem Bericht vom Veranstaltungsort wurden dort alle drei Huayra 70 gemeinsam öffentlich gezeigt.

Was die vier Perspektiven erkennen lassen

Vordere Dreiviertelansicht mit sichtbarer Flanke. Foto: Pagani.

Vordere Dreiviertelansicht mit sichtbarer Flanke. Foto: Pagani.

Die Frontaufnahme zeigt einen ausgeprägten Splitter und große untere Öffnungen unter den voneinander getrennten Scheinwerfergruppen. Die vordere Dreiviertelansicht macht zusätzlich die Flanke, die Carbonbereiche entlang der Schweller und die Gestaltung um das offene Cockpit sichtbar. Sie zeigt damit die Seite, ist aber keine genau rechtwinklig aufgenommene Profilansicht.

Am Heck stehen ein feststehender Flügel, ein großer Diffusor und offene Karosseriebereiche im Vordergrund. Teile der Mechanik bleiben sichtbar, statt unter einer geschlossenen Abdeckung zu verschwinden. Hinter den Sitzen sind die einzelnen Überrollstrukturen sowie ein Lufteinlass und ein senkrechtes Element erkennbar. Die spezielle Abgasanlage mit sechs Auslässen und weißer Keramikoberfläche bestätigt Pagani ausdrücklich.

Aus diesen sichtbaren Bauteilen lässt sich kein bestimmter Abtriebswert errechnen. Für den Anima veröffentlicht der Hersteller in der konsultierten Ankündigung weder entsprechende Messdaten noch eine Rundenzeit. Ein großer Heckflügel allein belegt deshalb keinen quantifizierbaren Vorteil gegenüber einem anderen Huayra. Die Beschreibung der Fotos bleibt von einer technischen Leistungsmessung getrennt.

Diamantstaub und Platin ohne veröffentlichte Materialrechnung

Heck mit feststehendem Flügel und weißer Abgasanlage. Foto: Pagani.

Heck mit feststehendem Flügel und weißer Abgasanlage. Foto: Pagani.

Pagani beschreibt die Kombination aus Custom Metallic mit Diamantstaub und Inky Blues. Hinzu kommt ein von Hand verzierter Streifen aus Platinblatt; an mehreren Stellen bleibt die Carbonstruktur sichtbar. Wie viel Diamant verwendet wurde, welchen Wert die Platinverzierung hat und was diese Oberflächenbearbeitung kostet, teilt der Hersteller nicht mit.

Im Innenraum treffen weiße Polster auf blaue Akzente und metallische Bedienelemente. Zwischen den Sitzen ist die Mechanik des Schalthebels offen ausgeführt, ergänzt durch drei Pedale. Damit lässt sich die Entscheidung für eine manuelle Bedienung konkret nachvollziehen. Eine Aussage über Schaltgefühl, Sitzkomfort oder Fahrverhalten ergibt sich daraus nicht: Carboratory hat dieses Einzelstück nicht gefahren.

Die veröffentlichten Motordaten gehören zum Derecho

Eine belastbare technische Vergleichsbasis liefert das offizielle Datenblatt des Huayra 70 Derecho. Dessen für Pagani von Mercedes-AMG entwickelter Biturbo-V12 hat 5.980 cm³ Hubraum. Genannt werden 635 kW bei 6.000 U/min und 18°C sowie 1.100 Nm zwischen 2.800 und 5.900 U/min. Die Temperatur gehört zu den im Datenblatt angegebenen Bedingungen.

Weiß-blauer Innenraum mit Handschaltung. Foto: Pagani.

Weiß-blauer Innenraum mit Handschaltung. Foto: Pagani.

Der Derecho besitzt ein quer eingebautes Siebengang-Schaltgetriebe unter der Bezeichnung Pagani by Xtrac und Hinterradantrieb. Seine Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 350 km/h begrenzt. Das sind Angaben zu diesem Fahrzeug. Die gemeinsame Zugehörigkeit zur Jubiläumsserie bestätigt weder dieselbe Abstimmung noch identische Leistung oder Fahrleistungen des Anima.

Auch beim Fahrwerk ist die Zuordnung wichtig. Das Derecho-Datenblatt nennt ein zentrales Monocoque aus Carbon-Titanium HP62 G2 und Carbo-Triax HP62, Hilfsrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl sowie Carbon-Karosserieteile. Die Carbon-Keramik-Bremsscheiben messen vorn 398 mm und hinten 380 mm. Ohne ein entsprechendes Anima-Dokument dürfen diese Details nicht einfach als dessen vollständige technische Ausstattung übernommen werden.

Die Unterscheidung betrifft ebenso die Masse. Aus einer offenen Karosserie und sichtbaren Carbonteilen kann keine genaue Gewichtsangabe abgeleitet werden. Auch der Vergleich mit einem anderen Einzelstück ersetzt keine veröffentlichte Wägung oder Herstellerangabe. Für den Anima fehlen solche spezifischen Informationen in den hier ausgewerteten Quellen.

Der Epitome begründete die manuelle Huayra-Linie

Am 2. Juli 2024 stellte Pagani den Epitome als ersten Huayra mit Handschaltung vor. Sein offizielles Datenblatt nennt ebenfalls 635 kW und 1.100 Nm sowie ein Siebenganggetriebe von Pagani by Xtrac. Die damalige Bezeichnung als erstes Modell beschreibt einen historischen Schritt. Sie bedeutet nicht, dass der Epitome nach den späteren Jubiläumsfahrzeugen weiterhin der einzige manuelle Huayra wäre.

Die zugehörige Pressemitteilung erläutert außerdem die Arbeitsweise von Grandi Complicazioni. Abteilungsleiter Lorenzo Kerkoc beschrieb neun Monate gemeinsamer Konzeptentwicklung mit dem Kunden und anschließend zehn Monate technische Konstruktion. Diese Zeiträume beziehen sich auf den Epitome. Einen vergleichbaren Entwicklungszeitplan für den Anima hat Pagani nicht veröffentlicht.

Grandi Complicazioni betreut Einzelanfertigungen und sehr kleine Serien mit enger Beteiligung des Auftraggebers. Beim Anima ist die belegte Nachricht die Vollendung des dreiteiligen Projekts mit einer eigenständigen Material- und Bedienkonfiguration. Preis, genaue Motorleistung, Beschleunigung und Fahrzeugmasse bleiben offen. Zahlen anderer Pagani können diesen Hintergrund erklären, sollten aber nicht die fehlenden Angaben zum neuen Einzelstück ersetzen.

Quellen