Jimmy Oakes und Faruk Kugay zeigen zur SEMA 2026 zwei Porsche 911 mit V8-Motoren. Oakes hat seinen 911 SC von 1978 mit einem von Ferrari gebauten Maserati F136 ausgerüstet und nennt das Auto Porrari. Kugays 997 GT3 von 2007 fährt inzwischen mit einem 6,0 Liter großen LS2. Die von ENEOS am 2. November vorgestellten Projekte verfolgen unterschiedliche Ziele: Der SC wird ausgestellt, der GT3 ist für Driftvorführungen vorgesehen.
Der Porrari steht im ENEOS-Bereich des RAYS Wheels Takeover auf dem Silver Lot. Für Kugay ist die Optima Driving Experience auf dem Bronze Lot angekündigt. Die SEMA findet vom 3. bis 6. November im Las Vegas Convention Center statt. Es handelt sich um einzelne Werkstattprojekte mit umfangreichen Änderungen an Karosserie und Technik. Eine neue Serienversion oder ein entsprechendes Angebot von Porsche wird in der Mitteilung nicht angekündigt.
Ein restaurierter SC mit italienischem Motor
Oakes Garage restaurierte einen ursprünglich schmalen 911 SC und baute ihn auf eine breitere Karosserie um. Der F136 stammt aus einem Maserati Quattroporte des Baujahrs 2007 und wurde von Ferrari gefertigt. Oakes hatte das Auto bereits zusammen mit ENEOS beim vierten Lauf der Formula DRIFT vorgestellt. Der Auftritt in Las Vegas folgt somit auf eine frühere öffentliche Präsentation und eine Videoserie über den Aufbau.
Die Verbindung zum Antrieb erfolgt über ein Getriebe aus der Porsche-Generation 996. Dafür wurden eine Getriebeglocke von Kennedy Engineered Products sowie eine eigens angefertigte Kupplung und ein passendes Schwungrad verwendet. Eine speziell gebaute Trägerstruktur stützt die Einheit ab. Die Mitteilung beschreibt damit konkrete Schnittstellen zwischen dem italienischen Motor und den Porsche-Komponenten, ohne ein vollständiges Umbaupaket für Kunden anzubieten.
Die Motorsteuerung übernimmt ein Link ECU G5 Voodoo Neo 6 mit einem individuell gefertigten Kabelbaum von Wired by Tap. Für Krümmer und Abgasanlage kamen Teile von Stainless Bros zum Einsatz. Die Fertigungsarbeiten werden James „Bopper“ Moran zugeschrieben. Auch ein Radium-Kraftstoffbehälter steht in der Teileliste. Verbrauchswerte oder Ergebnisse einer Abgasprüfung für diesen Aufbau werden nicht veröffentlicht.
Drosselklappen mit Teilen aus dem BMW M3
Die Einzeldrosselanlage verwendet Bauteile des S65-V8 aus den BMW M3 der Baureihen E90 und E92. Angepasste Adapter und Ansaugtrichter von Ding Dong Drift entstanden im 3D-Druck. ENEOS nennt eine Drehzahlgrenze von 8.000 Umdrehungen pro Minute. Eine gemessene Motorleistung für den Porrari liefert die Mitteilung dagegen nicht. Aus der Drehzahl allein lässt sich deshalb kein belastbarer Leistungsvergleich mit Kugays GT3 ableiten.
Um Platz im Motorraum zu schaffen, entfernte das Team die Drehstabfederung und montierte Gewindefederbeine von Stance Suspension. Die restaurierte Karosserie wurde verstärkt und erhielt einen individuell gebauten Überrollkäfig von Accurate Fabrication. Eine Dachhaut aus Kohlefaser von EP9 Autosport ersetzt das ursprüngliche Bauteil. ENEOS beschreibt einen niedrigeren Schwerpunkt als Ziel dieser Änderung, nennt aber weder das fertige Gewicht noch die Gewichtsverteilung.
Die Bremsanlage kombiniert Porsche-Boxster-Brembo-Sättel mit vier Kolben, EBC-Scheiben und Leitungen von ChaseBays. Oakes entschied sich für Volk Racing VRX-10 im Durchmesser von 17 Zoll. Das Raddesign aus den 1990er-Jahren passt zu dem japanischen Tuning-Einfluss, den er für seinen Aufbau beschreibt. Montiert sind Accelera 651 Sport in 235/40 R17 vorn und 255/40 R17 hinten.
Die verbreiterten Metallkotflügel werden Brian Hall zugeschrieben. Anthony Mendoza wird für Lackierung und Karosseriearbeiten genannt; als Farbe ist Guards Red angegeben. Der SC verbindet somit eine restaurierte ältere Karosserie mit speziell gefertigten Antriebsteilen. Die veröffentlichten Angaben nennen die beteiligten Betriebe, enthalten aber keine Arbeitsstunden oder Gesamtkosten des Projekts.
Der GT3 hatte zuvor einen Subaru-Boxer
Kugays Porsche begann als beschädigte Karosserie eines 997 GT3 von 2007. Seine Werkstatt DEVSPEED baute das Auto zunächst mit einem VAD Design GT3R-Breitbau und einem Subaru STI EJ25 auf. Dieser Vierzylinder-Boxer war bei der SEMA-Präsentation 2023 eingebaut. Für die aktuelle, auf Drift ausgerichtete Entwicklungsstufe wich er einem LS2-V8 mit 6,0 Litern Hubraum, LS3-Zylinderköpfen und Trockensumpfschmierung.
ENEOS gibt nach Umrechnung der veröffentlichten amerikanischen Leistungsangabe rund 342 kW an. Die Messmethode wird in der Mitteilung nicht erläutert. Es handelt sich um eine erklärte Leistung des Projekts, nicht um einen Carboratory-Testwert. Kugay begründet die Motorwahl mit den Anforderungen beim Driften und den Erfahrungen des Teams in Formula DRIFT. Auch die Aussagen über verbesserte Zuverlässigkeit sind Bewertungen des Erbauers.
Das Installationspaket von Chavis Performance & Engineering enthält Motorhalter und eine Adapterplatte für das Porsche-996-Turbo-Getriebe. Die Steuerung erfolgt über ein Link ECU mit passendem Kabelbaum. Zum Kraftstoffsystem gehören Komponenten von Nuke Performance sowie Pumpe und Einspritzventile von DeatschWerks. Die Umbauten betreffen damit auch Elektronik und Versorgung des Motors, nicht nur dessen mechanische Befestigung.
Abgasanlage und Fahrwerk für den Driftauftritt
Christian Koegler von Maisteer entwarf die Abgasanlage. CageKits bog die Krümmerrohre per CNC; die technische Liste enthält im 3D-Druck hergestellte Sammler und Übergänge aus Edelstahl. Stewie Brown von Rennstufe führte die abschließenden Schweißarbeiten aus. Eine Geräuschmessung oder ein separat ausgewiesener Leistungsgewinn dieser Abgasanlage wird nicht genannt. Ebenso fehlen vergleichbare Rundenzeiten für die aktuelle Konfiguration.
Die Bremsen des 997 GT3 sitzen an angepassten Haltern und werden durch eine hydraulische Handbremse ergänzt. An der Vorderachse sind ein Wisefab-Kit für den Lenkwinkel und speziell angefertigte Radnaben von Techno Toy Tuning aufgeführt. Die Fahrwerksentwicklung liegt bei DEVSPEED. Auf 18-Zoll-Rotiform-KPS-Rädern sitzen X Comp H/P in 265/35 R18 vorn und 295/40 R18 hinten.
Für beide Fahrzeuge veröffentlicht ENEOS weder einen Kundenpreis für die Umrüstung noch einen europäischen Vertriebsplan. Auch ein konkreter Status zur Straßenzulassung wird nicht angegeben. Beschleunigungswerte gehören ebenfalls nicht zur Dokumentation. Die bestätigten Anlaufpunkte während der Messe bleiben deshalb die Ausstellung des Porrari am ENEOS-Stand 22811 im Silver Lot und der angekündigte Einsatz des LS2-GT3 bei der Optima Driving Experience im Bronze Lot.
Foto: Larry Chen / ENEOS. Bild aus dem Motor1-Artikel, zur redaktionellen Nutzung bereitgestellt; in WebP umgewandelt.



