BMW hat die Serienproduktion der achten 3er-Limousine im Werk Dingolfing begonnen. Die Mitteilung vom 3. November 2026 bestätigt den Anlauf in derselben Woche zunächst für Varianten mit Verbrennungsmotor. Plug-in-Hybride folgen 2027 am gleichen Standort. Die Markteinführung ist schrittweise ab dem ersten Quartal 2027 vorgesehen.
Produktionsstart und Übergabe eines bestellten Autos sind verschiedene Termine. BMW veröffentlicht in dieser Mitteilung keinen Lieferplan für jede Ausstattung und jedes Land. Für einen konkreten Kauf bleiben deshalb die bestätigte Konfiguration und die Lieferbedingungen des Angebots maßgeblich, auch wenn die Baureihe nun in den Serienhochlauf geht.
Gemeinsame Montage mit 4er und 5er
Die neue Limousine wird in Halle 50 auf einer Linie mit Modellen der 4er- und 5er-Reihe montiert. Die Anlagen können unterschiedliche Antriebsvarianten verarbeiten. Wie viele tägliche Produktionsplätze während des Hochlaufs auf den neuen 3er entfallen, beziffert BMW in der Startmeldung nicht.
In Lackiererei und Montage werden überwiegend vorhandene Linien und bewährte modulare Prozesse genutzt. Anpassungen betrafen vor allem Neuerungen der Neuen Klasse, darunter Panoramic iDrive und die damit veränderte Cockpit-Vormontage. Das neue Modell wird also in laufende Strukturen eingebunden, statt sämtliche Bereiche des Werks vollständig zu ersetzen.
Im Karosseriebau wurde dagegen eine neue, antriebsneutrale Linie innerhalb eines bestehenden Gebäudes installiert. Rund ein Drittel der ungefähr 750 Roboter sowie weitere Anlagenkomponenten stammen aus vorhandenen Fertigungseinrichtungen. Die Zahl beschreibt damit nicht 750 ausschließlich für diesen Start neu gekaufte Roboter.
Qualitätskontrolle und Materialversorgung sind getrennte Aufgaben
Zu den von BMW genannten Verfahren gehören die automatische Best-Fit-Anpassung von Türen und Klappen sowie die automatisierte Oberflächenprüfung. Diese Prozesse unterstützen die Qualitätssicherung während der Fertigung. Sie sind kein unabhängiger Zuverlässigkeitsnachweis für ausgelieferte Autos und keine eigene Carboratory-Messung künftiger Wartungskosten.
Für die Eingangslogistik arbeiten automatisierte Gabelstapler, Splitbots und rund 250 Smart Transport Robots bei Warenannahme und Materialversorgung zusammen. Diese Transporttechnik erfüllt andere Aufgaben als die Roboter im Karosseriebau. Ihre Stückzahlen sollten deshalb nicht ohne funktionale Einordnung zu einer einzigen Anlagenzahl vermischt werden.
BMW ordnet die Maßnahmen seiner iFACTORY-Ausrichtung zu, die schlanke Produktion, Ressourcenschonung und Digitalisierung verbindet. Eine bezifferte Preisersparnis für Käufer oder eine Zeitersparnis je Auto durch die einzelnen Maßnahmen nennt die Produktionsmeldung nicht. Solche Werte lassen sich aus der Roboterzahl allein nicht ableiten.
Landshut liefert bis in den Innenraum
Aus dem Komponentenwerk Landshut kommen unter anderem Kurbelgehäuse und Zylinderköpfe für Vier- und Sechszylindermotoren sowie die Gelenkwelle. Auch Innenraumkomponenten werden dort gefertigt, darunter die Instrumententafel einschließlich Handschuhfach. Der Beitrag des Standorts reicht somit über mechanische Antriebsteile hinaus.
Eine neu entwickelte Lichtbox hinterleuchtet unterschiedliche Oberflächenmaterialien im Cockpit. Laut BMW durchlief diese Beleuchtungstechnik in Landshut Vorentwicklung, Industrialisierung und Serienfertigung. Das ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Komponentenentwicklung und Vorbereitung des späteren Innenraumzusammenbaus miteinander verbunden sind.
Die Versorgung aus dem eigenen Produktionsnetz erklärt auch, warum der Anlauf nicht nur die Endmontage betrifft. Karosserien, mechanische Teile und vorbereitete Cockpitkomponenten müssen für das jeweilige Fahrzeugprogramm zusammengeführt werden. Die Mitteilung beschreibt die beteiligten Aufgaben, ohne für jede einen eigenen Durchsatz zu nennen.
München baut den elektrischen i3
Die Verbrennervarianten der 3er-Limousine und die späteren Plug-in-Hybride entstehen in Dingolfing. Der vollelektrische BMW i3 wird dagegen in München hergestellt, wo seine Produktion im August 2026 begann. Damit verteilen sich die Aufgaben der neuen Modellfamilie auf zwei deutsche Fahrzeugwerke.
Der neue 3er übernimmt Designsprache und zentrale Technologien der Neuen Klasse, darunter Panoramic iDrive, eine neue elektrische und elektronische Architektur sowie Assistenzsysteme. Gemeinsame Funktionen bedeuten jedoch nicht automatisch eine identische technische Gesamtkonstruktion sämtlicher Varianten. BMW beschreibt in der Startmeldung unterschiedliche Produktions- und Antriebskonzepte.
Neue Leistungsdaten, Verbrauchswerte oder Verkaufspreise werden mit dem Produktionsbeginn nicht eingeführt. Für eine bestimmte Ausführung bleiben die jeweiligen technischen Angaben und Marktangebote relevant. Das neue Ereignis ist die Aufnahme der Serienfertigung und der folgende Hochlauf, nicht eine weitere Modellpremiere.
Eine Milliarde für zwei Fahrzeugwerke
Die Novembermeldung nennt rund eine Milliarde Euro für die Weiterentwicklung der Fahrzeugwerke München und Dingolfing zusammen. Der gesamte Betrag ist damit weder Dingolfing allein noch ausschließlich der dortigen 3er-Montagelinie zuzurechnen. Eine Mitteilung vom 30. September grenzt zusätzlich etwa eine Milliarde Euro für das Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen ab.
Zusammen ergeben Fahrzeugproduktion und Batteriefertigung ein Investitionsvolumen von ungefähr zwei Milliarden Euro. Die Batteriefertigung unterstützt die elektrische Seite der Modellfamilie. Sie sollte nicht als weitere Milliarde für die reine Endmontage der Verbrenner-Limousine ausgewiesen werden.
BMW nennt im September außerdem ungefähr 760 Lieferanten-Produktionsstandorte für die Versorgung von München und Dingolfing im Hochlauf. Mehr als 70 Prozent liegen in Europa, mehr als 30 Prozent in Deutschland. Gemeint sind Produktionsstandorte, nicht zwangsläufig ebenso viele eigenständige Zulieferunternehmen.
Rückkehr mit Unterbrechungen
Die erste 3er-Generation E21 wurde ab 1980 in Dingolfing gebaut. Mehrere Limousinengenerationen folgten bis 2004; zwischen 2013 und 2021 fertigte das Werk den 3er Gran Turismo. Insgesamt entstanden dort mehr als 1,15 Millionen Fahrzeuge der 3er-Familie. Das ist keine ununterbrochene Fertigung jeder Generation seit 1980.
Für den gesamten Standort nennt BMW rund 18.000 Beschäftigte, etwa 950 Auszubildende und ungefähr 1.350 Fahrzeuge pro Tag. Die Tageszahl umfasst die weiteren Baureihen des Werks und beschreibt nicht den neuen 3er allein. Als nächste Schritte sind der gestaffelte Marktstart ab dem ersten Quartal 2027 und die Plug-in-Hybrid-Fertigung im Laufe desselben Jahres angekündigt.
Foto: Rainer Haeckl / BMW Group. Mit der Produktionsmitteilung bereitgestellt; für Pressezwecke verkleinert und in WebP umgewandelt. BMW-Nutzungsbedingungen.



