Die nächste Audi-A3-Generation soll einen einfacheren Innenraum, angenehmere Materialien und mehr Bedienelemente mit mechanischer Rückmeldung erhalten. Die Richtung beschrieb Rouven Mohr, technischer Leiter von Audi, in einem Interview mit Auto Express.
Audi hat das Auto noch nicht vorgestellt und auch kein Startdatum genannt. Die Aussagen zeigen jedoch, dass der Hersteller eine der Qualitäten wiederherstellen will, die die ersten A3-Generationen unterschieden: das Gefühl, dass der Kompakte dieselbe Sorgfalt für Verarbeitung und Ergonomie nutzte wie teurere Markenautos.
Audi will, dass Serienmodelle Ideen der Konzepte aufnehmen
Mohr erklärte, die Modelle Audi Concept C und Nuvolari setzten die neue Richtung der Marke, und Elemente davon würden auch Volumenautos erreichen. Seine Liste umfasst ein Interieur mit weniger visuellen Elementen, Bedienelemente mit mechanischer Reaktion, ein rundes Lenkrad und bessere Materialqualität.
Beim künftigen A3 sind diese Ideen schwerer umzusetzen als bei einem Kleinserienmodell. Der Kompakte muss preislich wettbewerbsfähig bleiben und teilt Komponenten mit anderen Autos des Volkswagen-Konzerns. Jedes teurere Material oder Mechanikteil vervielfacht sich bei großem Produktionsvolumen.
Dennoch nutzte der technische Leiter gerade die erste A3-Generation als Maßstab. Laut Mohr bot das in den 1990er-Jahren eingeführte Modell eine Qualitätswahrnehmung nahe der Limousine A8 derselben Zeit, einschließlich der Art, wie Schalter funktionierten.
Tasten verschwinden nicht, Bildschirme auch nicht
Audis Aussagen deuten nicht auf eine Rückkehr zu einem vollständig analogen Armaturenbrett hin. Der künftige A3 behält digitale Instrumente und ein Multimedia-System mit Touchscreen. Die angestrebte Änderung ist ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen digitalen Funktionen und Bedienelementen, die ohne Menünavigation genutzt werden können.
Concept C liefert Hinweise auf diesen Ansatz: getrennte Tasten, weniger überladene Flächen und Bedienelemente mit klarer haptischer Rückmeldung. Die genaue Form des Armaturenbretts des künftigen A3 ist jedoch nicht bestätigt. Bisher von der Fachpresse veröffentlichte digitale Bilder sind Interpretationen, keine offiziellen Fotos des Serienmodells.
Der Richtungswechsel ist umso interessanter, weil der aktuelle A3 gerade ein Update erhalten hat, das Klimabedienung auf den Bildschirm verlegt. Die im Juni 2026 vorgestellte Version nutzt digitale Instrumente mit 11,9 Zoll und einen Multimedia-Bildschirm mit 12,8 Zoll. Das Lenkrad hat mechanische Rollen, behält aber auch Touchflächen.
Warum die mechanische Rückmeldung eines Bedienelements zählt
Eine physische Taste ist nicht automatisch besser als ein digitaler Befehl. Position, nötige Druckkraft und zugewiesene Funktion zählen mehr als die bloße Präsenz. Der Vorteil entsteht, wenn der Fahrer eine häufige Funktion erkennen und betätigen kann, ohne lange auf den Bildschirm zu schauen.
Audi spricht von „mechanischem Feedback“: jenem Widerstand, gefolgt von einem Klick, der die Betätigung bestätigt. Das ist praktisch, beeinflusst aber auch die Qualitätswahrnehmung. Zwei Innenräume können denselben Kunststoff nutzen, doch die Präzision eines Drehreglers oder das fehlende Spiel eines Schalters können sie sehr unterschiedlich wirken lassen.
Für den A3 besteht die Herausforderung darin, diese Details mit Funktionen wie Navigation, Telefonkopplung, Software-Updates und Assistenzsystemen zu verbinden. Ein Teil davon lässt sich leichter auf dem Bildschirm verwalten, während Temperatur, Entfrostung, Lautstärke und Fahrmodi von dauerhaften Kurzbefehlen profitieren können.
Der nächste A3 soll Verbrennungsmotoren behalten
Laut von Auto Express veröffentlichten und von Motor1 übernommenen Informationen setzt der nächste A3 auf einer stark überarbeiteten Version der MQB-Plattform fort. Das ist die Architektur mit Quermotor, die auch Volkswagen Golf, Škoda Octavia und Cupra Leon nutzen.
Diese Lösung würde Verbrennungsmotoren und elektrifizierte Versionen ermöglichen. Audi hat die Motorenpalette noch nicht mitgeteilt, und das Verschwinden des Diesels aus dem künftigen Angebot ist vorerst eine Pressehypothese, keine offizielle Entscheidung. Auch der Start einer vollelektrischen A3-Version innerhalb derselben Familie ist nicht bestätigt.
Die Fortführung des Verbrennungsmodells passt zur neuen Audi-Strategie. Das Unternehmen setzt kein einziges Jahr mehr, ab dem es ausschließlich Elektroautos verkauft, und passt die Palette an Nachfrage und Vorschriften jedes Marktes an.
Wann der neue Audi A3 erscheinen könnte
Der Zeitplan bleibt unklar. Britische Quellen setzen das Modell gegen Ende des Jahrzehnts an, nach dem Debüt des künftigen elektrischen A4, erwartet 2028. Audi hat keines dieser Daten für den A3 bestätigt, daher können Vorstellung oder Produktionsstart während der Entwicklung geändert werden.
Bis dahin bleibt die aktuelle Generation als Sportback, Sedan und allstreet im Angebot, neben S3 und RS 3. Das Update 2026 verlängert das Modellleben durch das neue Armaturenbrett und überarbeitete Assistenzsysteme, doch gerade die stärkere Bildschirmahängigkeit zeigt, wie anders die Philosophie der nächsten Generation sein könnte.
Für Käufer in Rumänien ändert das Versprechen eines besseren Innenraums noch keine Kaufentscheidung: Es gibt keine Preise, Ausstattungen oder ein Lieferdatum. Die bestätigten Details sind vorerst die von Audis technischer Führung geäußerten Designprioritäten.



