Volkswagen Group of America hat einen neuen Sicherheitsrückruf für schätzungsweise 22.524 elektrische ID.4-SUV der Modelljahre 2023 bis 2026 eingereicht. Der NHTSA-Rückruf 26V630 trägt bei Volkswagen die interne Kampagnennummer 93EX und betrifft einen möglichen Ausfall der Hochvolt-Traktionsbatterie. Unter bestimmten Umständen könnte die Batterie ausfallen und einen Fahrzeugbrand verursachen. Bis eine Reparatur verfügbar ist, sollen betroffene Halter die maximale Ladung auf 80 Prozent begrenzen.

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Was im offiziellen Bericht steht
Der bei der National Highway Traffic Safety Administration eingereichte Bericht nennt die Hochvolt-Batterie als betroffene Komponente. In der Problembeschreibung heißt es, die Batterie könne ausfallen und dadurch einen Fahrzeugbrand verursachen. Das beschreibt ein Sicherheitsrisiko für die betroffene Fahrzeuggruppe. Es bedeutet nicht, dass bei allen 22.524 Fahrzeugen bereits ein Defekt festgestellt wurde oder dass jeder ID.4 aus dieser Gruppe brennen wird.
Der Rückruf gilt nicht automatisch für jeden ID.4 der genannten Modelljahre. Die NHTSA nennt einen Produktionszeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 1. Februar 2025. Ob ein einzelnes Auto erfasst ist, wird über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, kurz VIN, bestimmt. Die Zahl 22.524 ist eine Schätzung der möglicherweise betroffenen Fahrzeuge. Sie ist weder die Zahl bestätigter Brände noch die Zahl bereits diagnostizierter Batteriemodule.
In den öffentlich verfügbaren Angaben zur Kampagne 26V630 steht keine allgemeine Anweisung, nicht zu fahren oder das Fahrzeug im Freien abzustellen. Volkswagen nennt als vorläufige Maßnahme die Begrenzung des Ladestands auf 80 Prozent. Halter sollten den Brief für ihr Fahrzeug beachten und die VIN prüfen, anstatt den Rückruf auf jeden ID.4 desselben Modelljahres zu übertragen.
Die endgültige Lösung ist noch nicht fertig
Volkswagen erklärt, dass die Abhilfe noch entwickelt wird. Vorläufige Halteranschreiben mit einer Erläuterung des Risikos und der Ladegrenze sollen am 27. November 2026 verschickt werden. Ein weiteres Schreiben soll folgen, sobald eine Reparatur bereitsteht. Die erste Mitteilung informiert deshalb vor allem über die Kampagne und die Übergangsmaßnahme. Sie ist nicht zwingend schon die Einladung zum Austausch eines Bauteils.
Für die Prüfung eines konkreten Fahrzeugs ist die 17-stellige VIN im offiziellen NHTSA-Rückrufsystem maßgeblich. Eine Suche nach dem Modelljahr zeigt nur den allgemeinen Rahmen. Auch beim Kauf eines gebrauchten ID.4 sollte die Aussage des Verkäufers, das Fahrzeug sei „nicht betroffen“, mit dem offiziellen Eintrag oder einem autorisierten Volkswagen-Betrieb abgeglichen werden. Sind mehrere Kampagnen offen, muss jede einzeln geprüft werden.
Die Begrenzung auf 80 Prozent verringert die maximal gespeicherte Energiemenge vor einer Fahrt. Sie repariert die Batterie nicht und bestätigt auch nicht, dass das Fahrzeug außerhalb jeder Gefahr ist. Die verfügbare Reichweite kann gegenüber einer vollständigen Ladung niedriger sein. Eine einheitliche Kilometerzahl lässt sich nicht nennen, weil für den ID.4 unterschiedliche Batterien und Ausstattungen verwendet wurden. Außentemperatur, Geschwindigkeit, Wind, Reifen, Beladung sowie Heizung oder Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch zusätzlich.
Im Alltag kann die Ladegrenze einen zusätzlichen Ladestopp oder eine vorsichtigere Planung erforderlich machen. Auf einer langen Autobahnfahrt sollten Fahrer nicht davon ausgehen, mit 80 Prozent dieselbe Strecke zurücklegen zu können wie zuvor mit 100 Prozent. Volkswagen hat keine für alle betroffenen ID.4 gültige Reichweitenminderung veröffentlicht.
Bei Rauch, Brandgeruch, ungewöhnlichen Batterie-Warnungen oder anderen sofort erkennbaren Symptomen sollte das Fahrzeug an einem sicheren Ort abgestellt und Volkswagen beziehungsweise der Notdienst kontaktiert werden. Das ist eine Reaktion auf ein konkretes Symptom und ersetzt nicht das offizielle Rückrufverfahren. Für die Kampagne 26V630 gibt es keine allgemeine Anordnung, alle betroffenen Fahrzeuge draußen zu parken.
Frühere Batterierückrufe sind eigene Kampagnen
Der ID.4 war in Nordamerika bereits von weiteren Batterierückrufen betroffen. NHTSA-Kampagne 26V030, eingereicht im Januar 2026, betrifft bestimmte Fahrzeuge der Modelljahre 2023 bis 2025, bei denen sich die Hochvolt-Batterie überhitzen könnte. Die beschriebene Abhilfe umfasst Softwarearbeiten und, falls die Prüfung es erfordert, Arbeiten an Batteriemodulen. Kampagne 26V028 betrifft bestimmte Fahrzeuge der Modelljahre 2023 und 2024, deren Zellmodule falsch ausgerichtete Elektroden enthalten könnten.
Diese Kampagnen haben andere Volkswagen-Codes, andere Fahrzeuggruppen und andere Reparaturbeschreibungen. Dass ein Fahrzeug eine Maßnahme nach 26V028 oder 26V030 erhalten hat, bedeutet daher nicht automatisch, dass Kampagne 93EX erledigt ist. Die VIN sollte erneut geprüft werden, sobald ein neues Schreiben oder eine neue Kampagnennummer eintrifft.
Einordnung für Kanada und Europa
Transport Canada hat die Warnung 2026469 für bestimmte ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2025 veröffentlicht. Auch dort geht es um eine mögliche Überhitzung der Batterie; bis zur Reparatur wird eine Begrenzung auf 80 Prozent empfohlen. Die Mitteilung wurde am 30. September veröffentlicht und am 9. Oktober 2026 aktualisiert. Daraus folgt jedoch nicht, dass alle in Europa verkauften ID.4 automatisch unter den US- oder den kanadischen Rückruf fallen.
Die Kampagne 26V630 wurde von Volkswagen Group of America für in den USA betreute Fahrzeuge eingereicht. Ein europäischer ID.4 kann einen anderen Batteriehersteller, einen anderen Produktionszeitraum oder eine andere Zulassung haben. Halter in Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien und anderen europäischen Märkten sollten die VIN beim örtlichen Volkswagen-Partner und im Rückrufsystem ihres Landes prüfen. Eine US-Empfehlung ohne lokalen Abgleich zu übertragen, kann zu falschen Schlüssen führen. Eine lokale Sicherheitsmitteilung zu ignorieren, wäre dagegen keine geeignete Reaktion.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stehen die geschätzte US-Fahrzeugzahl, die vorläufige 80-Prozent-Grenze und die noch fehlende endgültige Reparatur fest. Der nächste praktische Schritt ist die VIN-Prüfung und später die Terminvereinbarung beim autorisierten Betrieb, sobald Volkswagen die Abhilfe ankündigt. Ein privater Austausch von Batterieteilen ersetzt das offizielle Rückrufverfahren nicht.



