Volkswagen hat bestätigt, dass der elektrische ID.5 ohne direkten Nachfolger aus dem Programm genommen wird. Der neue ID. Tiguan soll künftig die Aufgaben von ID.4 und ID.5 übernehmen. Die Weltpremiere des Elektro-SUV ist für Anfang Oktober geplant, der Verkaufsstart in Europa soll Anfang 2027 folgen.

Dass es keinen direkten Ersatz für den ID.5 geben wird, erklärte Volkswagen-Sprecher Stefan Voswinkel in einer von Motor1 zitierten Aussage. Die Marke wird damit nicht länger zwei technisch eng verwandte Elektro-SUV mit klassischer und coupéartiger Karosserie anbieten. Das neue Modell trägt den Namen Tiguan und soll mit einer aufrechteren Form stärker auf Alltag und Innenraum ausgerichtet sein.

Ein Modell mit kurzer Laufzeit

Der ID.5 kam 2021 als erster elektrischer SUV-Coupé von Volkswagen auf den Markt. Er nutzte die MEB-Plattform und viele technische Komponenten des ID.4, erhielt aber eine nach hinten abfallende Dachlinie. Damit bot Volkswagen eine zusätzliche Karosserieform für Käufer an, die die Proportionen eines SUV-Coupé bevorzugten.

Das Design hatte praktische Folgen. Die Kopffreiheit im Fond und das nutzbare Kofferraumvolumen konnten geringer ausfallen als beim aufrechteren ID.4. Dafür ließ sich eine neue Stilrichtung auf Basis der vorhandenen Architektur umsetzen. Beide Modelle teilten sich Antriebe, Software und einen großen Teil der Bordtechnik.

Bei der 2023 angekündigten Überarbeitung konnte der ID.5 Pro mit einem 210-kW-Motor bestellt werden, während der ID.5 GTX 250 kW leistete. Für den ID.5 Pro nannte Volkswagen eine WLTP-Reichweite von bis zu 556 Kilometern in der günstigsten Ausstattungskombination. Diese Werte stammen aus dem WLTP-Verfahren und sind keine garantierte Reichweite im Alltag. Temperatur, Geschwindigkeit, Beladung, Fahrweise und Klimatisierung beeinflussen das Ergebnis.

Warum die Coupé-Form verschwindet

Volkswagen veröffentlichte mit der Ankündigung zur Zukunft des ID.5 keine offizielle Verkaufsaufteilung und nannte keinen einzelnen finanziellen Grund. Motor1 berichtet, dass der konventionellere ID.4 beliebter war. Für viele Käufer rechtfertigte die andere Dachlinie des ID.5 den Verlust an Raum und Alltagstauglichkeit offenbar nicht.

Ein klassischer SUV lässt sich Familien und Flottenkunden einfacher erklären. Der Zugang zu den hinteren Sitzen kann bequemer sein, die Heckklappe lässt sich direkter nutzen und die Karosserie steht in einem klaren Verhältnis zum bekannten Tiguan. Eine Coupé-Silhouette kann sportlicher wirken, ihre praktischen Vorteile sind aber weniger eindeutig, wenn Plattform und Motoren nahezu gleich bleiben.

Der ID. Tiguan soll deshalb die Käufer zusammenführen, die bisher zwischen zwei verwandten Karosserieformen wählen mussten. Volkswagen hat die vollständigen Produktionsdaten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vorgelegt. Es ist daher nicht bestätigt, dass der neue SUV dieselben Batterien, Motoren oder Abmessungen wie ID.4 und ID.5 übernimmt.

Volkswagen ändert die Namensstrategie

Das Ende des ID.5 steht im Zusammenhang mit einer breiteren Änderung bei den Modellnamen. Volkswagen erklärte 2025, künftig bekannte Namen auf neue Elektroautos zu übertragen. Genannt wurden unter anderem ID. Polo und weitere Elektrofahrzeuge für die kleinen und kompakten Segmente. Tiguan, Tayron und Passat bleiben gleichzeitig wichtige Namen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb.

Der Name Tiguan bietet Kunden eine unmittelbare Orientierung bei Größe und Einsatzzweck. Er steht bereits für einen kompakten Volkswagen-SUV. Die Verwendung für ein vollelektrisches Modell kann die Produktpalette verständlicher machen, auch wenn Antrieb, Software und Plattform vom Tiguan mit Verbrennungsmotor abweichen.

Die Entscheidung bedeutet nicht, dass alle ID-Modelle gleichzeitig verschwinden. Im März 2026 berichtete Volkswagen noch über Software-Updates und Bestellmöglichkeiten für ID.4, ID.5 und ID.7. Die aktuelle Entscheidung betrifft damit die nächste Entwicklungsstufe der Baureihe und hebt Service, Garantie oder Softwarepflege für bereits ausgelieferte Fahrzeuge nicht automatisch auf.

Was Besitzer wissen sollten

ID.5-Besitzer sollten für Wartung, technische Aktionen und Updates weiterhin die offiziellen Volkswagen-Kanäle und Händler nutzen. Das Ende eines Modells beendet nicht automatisch die Garantieverpflichtungen. Die Verfügbarkeit neuer Fahrzeuge aus dem Lager kann sich außerdem von Markt zu Markt unterscheiden. Volkswagen hat in der zitierten Ankündigung keinen einheitlichen Bestellschluss für alle Länder genannt.

Für Kunden, die einen elektrischen Volkswagen mit SUV-Coupé-Dach suchen, wird das Angebot der Marke künftig kleiner. Ähnliche Fahrzeuge kann es im Volkswagen-Konzern oder bei anderen Herstellern geben, sie sind jedoch keine offiziellen Nachfolger des ID.5. Der ID. Tiguan soll beide Zielgruppen bedienen. Die Premiere im Oktober sollte zeigen, wie viel Innenraum, Reichweite und Ladetechnik das neue Modell bietet.

Der ID.5 bleibt damit ein kurzes Kapitel in der ersten Ausbauphase der elektrischen Volkswagen-Familie. Er zeigte, dass sich zwei Karosserien aus einer Architektur ableiten lassen. Die aktuelle Strategie setzt jedoch auf ein konzentrierteres Angebot und leichter erkennbare Namen. Preis, Batteriegrößen, Ausstattung und Reichweite des ID. Tiguan sind bis zur offiziellen Vorstellung nicht bestätigt.

Für Käufer ist deshalb die zeitliche Einordnung wichtig. Die Bestätigung betrifft das künftige Modellprogramm, nicht automatisch jede bereits zugelassene oder beim Händler stehende ID.5. Wer ein Fahrzeug aus dem Restbestand sucht, sollte Ausstattung, Batteriezustand, Liefertermin und die für den jeweiligen Markt geltenden Garantiebedingungen separat prüfen. Erst mit der offiziellen Premiere werden sich direkte Vergleiche zwischen ID.5 und ID. Tiguan bei Preis, Platz und Ladeleistung seriös anstellen lassen.

Quellen