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Volkswagen könnte die Produktion in vier deutschen Werken bis 2034 stoppen. Die Entscheidung ist nicht endgültig

Die Führung des Volkswagen-Konzerns bereitet einen Vorschlag vor, nach dem die Autoproduktion in vier Werken in Deutschland zwischen 2031 und 2034 enden würde. Betroffen sind die Volkswagen-Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie das Audi-Werk in Neckarsulm.

Der Zeitplan steht in einem Dokument für den Aufsichtsrat, das die deutsche Publikation WirtschaftsWoche eingesehen hat und über das Reuters später berichtete. Volkswagen hat den Inhalt des Dokuments nicht bestätigt und mitgeteilt, interne Aufsichtsratsunterlagen nicht zu kommentieren.

Die vier Werke sind daher jetzt nicht geschlossen, und der Produktionsstopp ist noch keine endgültige Entscheidung. Der Plan der Führung muss mit den Arbeitnehmervertretern erörtert und in den Leitungsstrukturen des Konzerns gebilligt werden.

Der vorgeschlagene Zeitplan für die vier Werke

Den veröffentlichten Angaben zufolge würde die Produktion wie folgt gestoppt:

  • Emden: 2031;
  • Zwickau: 2031;
  • Hannover: 2032;
  • Neckarsulm: 2034.

Die Termine beziehen sich auf das Ende der Fahrzeugproduktion. Unklar ist, ob die Werke vollständig geschlossen, verkauft, für andere Tätigkeiten umgebaut oder von Unternehmen außerhalb des Konzerns genutzt würden. Diese Varianten müssen für jeden Standort gesondert verhandelt werden.

Emden und Zwickau sind zwei wichtige Zentren für Elektroautos

Das Volkswagen-Werk Emden fertigt derzeit die elektrischen Modelle ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer. Das Unternehmen hat in die Umstellung auf die elektrische MEB-Plattform investiert; ein Produktionsstopp 2031 käme weniger als ein Jahrzehnt nach dem weitgehenden Wechsel zu Elektrofahrzeugen.

Zwickau war das erste große Konzernwerk, das vollständig auf die Serienfertigung von Elektroautos umgestellt wurde. Dort entstehen Modelle mehrerer Marken, darunter der Audi Q4 e-tron. Die Ende 2024 zwischen Volkswagen und den Arbeitnehmervertretern geschlossene Vereinbarung sah vor, die Zwickauer Fertigung ab 2027 auf eine Linie zu konzentrieren und die Familie Audi Q4 e-tron im Werk zu halten.

Jüngste Aussagen der sächsischen Landesbehörden zeigen, dass die Zukunft des Werks verhandelbar bleibt. Wirtschaftsminister Dirk Panter sagte, das Werk habe Perspektiven, wenn es gegenüber Werken in Osteuropa wettbewerbsfähig genug werden könne.

Was die Werke Hannover und Neckarsulm fertigen

Das Werk Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover fertigt ID. Buzz und Multivan. In der Vereinbarung von 2024 hatte der Konzern Maßnahmen zur Kostensenkung des Werks festgelegt, nicht dessen Schließung. Der neu berichtete Zeitplan für 2032 wäre, falls gebilligt, eine deutlich weitergehende Änderung.

Neckarsulm gehört zu Audi und ist eines der traditionellen Werke der Premiummarke. Der Standort fertigt Modelle oberer Segmente und umfasst das Zentrum Böllinger Höfe, das mit den elektrischen Leistungsfahrzeugen e-tron GT verbunden ist. Ein mögliches Ende der Autoproduktion 2034 würde die Umverteilung von Modellen auf andere Werke oder deren Ersatz im künftigen Angebot erfordern.

Volkswagen sagt, die Werke hätten nach 2030 noch keine gesicherte Auslastung

Vorstandschef Oliver Blume hat das Problem öffentlich anerkannt, bevor der Zeitplan erschien. In einem am 21. August 2026 veröffentlichten offiziellen Beitrag erklärte er, Volkswagen könne derzeit keine wettbewerbsfähige Auslastung für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 2030er-Jahren nachweisen.

Blume betonte jedoch, die Schließung eines Werks sei die teuerste Lösung und müsse die letzte Option bleiben. Der Konzern suche Kostensenkung, Vereinfachung des Angebots und eine effizientere Nutzung der europäischen Fertigungskapazität.

Volkswagen sagt, seine deutschen Werke stünden im Wettbewerb mit europäischen Werken mit niedrigeren Kosten. Zugleich könne das Unternehmen langfristig keine Fertigungskapazität halten, die über der Zahl der verkaufbaren Autos liege.

Was mit den Arbeitsplätzen geschieht

Die vier Werke beschäftigen zusammen Zehntausende, das berichtete Dokument ist aber noch keine Entscheidung über die genaue Zahl wegfallender Stellen. Reuters hatte zuvor berichtet, die Schließung der vier Standorte stelle mehr als 45.000 Arbeitsplätze zur Diskussion.

Gesondert hat der Konzern bereits eine Vereinbarung, in Deutschland bis 2030 rund 50.000 Stellen bei Volkswagen, Audi, Porsche und Cariad abzubauen. Diese Abgänge sollen vor allem über Pensionierungen und freiwillige Maßnahmen erfolgen, zu den mit den Gewerkschaften vereinbarten Bedingungen.

Arbeitnehmervertreter und die Länder, in denen die Werke liegen, haben erheblichen Einfluss auf die endgültige Entscheidung. Der Volkswagen-Aufsichtsrat ist zwischen Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern geteilt, und das Land Niedersachsen hat zwei Sitze und Sonderrechte in der Unternehmensstruktur.

Was festzuhalten ist

Volkswagen hat nicht offiziell angekündigt, die vier Werke zu schließen. Verifizierbar ist derzeit, dass das Management das Ende der Autoproduktion zu Terminen zwischen 2031 und 2034 vorschlagen würde und der Konzern öffentlich einräumt, nach 2030 noch keinen wettbewerbsfähigen Auslastungsplan für diese Standorte zu haben.

Der Zeitplan kann geändert, abgelehnt oder durch die Zuweisung neuer Modelle, den Umbau der Werke oder Partner ersetzt werden. Bis ein Beschluss gefasst und offiziell vorgestellt ist, sollten die Termine als Restrukturierungsvorschlag gelten.

Quellen