Der Hyundai Kona ist der Versuch des Herstellers, im Markt für „kleine, coole“ SUVs mitzuspielen. Er ist in Farben erhältlich, die einem die Augen tränen lassen können, gleicht aber nicht den Komfortfaktor des eigenwillig designten Citroën C3 Aircross.
Das liegt zum Teil am eher schlichten Innenraumdesign im Vergleich zu Citroën, auch wenn man in teureren Ausstattungen bunte Akzente ordern kann. Das ist jedoch wie ein paar Tropfen Orangen-Foodcolouring im Wasserglas – es sieht vielleicht nach Irn-Bru aus, schmeckt aber weiterhin ziemlich fade.
Wer über einen Kona nachdenkt, sollte neben dem Citroën C3 Aircross auch Ford Puma, Nissan Juke, Renault Captur oder SEAT Arona vergleichen.
Praktikabilität ist ohnehin das größere Thema: Der Kofferraum ist relativ klein, und die Kniefreiheit hinten ist zwar gut, aber nicht so großzügig wie beim C3. Hyundai bietet außerdem nicht die verschiebbare, umklappbare Rückbank des Citroën.
Weniger Kritik gibt es am Infotainment. Wer die Basis-S-Modelle meidet, bekommt ein relativ großes Display, das das Handy für die Navigation spiegeln kann, plus eine sehr nützliche Rückfahrkamera. Die gleicht den toten Winkel nach hinten einigermaßen aus; ansonsten ist die Sicht gut und die Bedienung leicht – ideal für die Stadt.
Der Kona fährt für einen kleinen SUV relativ straff abgefedert. Das wirkt etwas sportlicher. Umgekehrt spürt man Bodenunebenheiten deutlich stärker als im komfortorientierten SEAT Arona – für die meisten Käufer in dieser Klasse wichtiger.
Alle Kona der Hauptlinie (Elektro- und Hybridversionen separat) nutzen jetzt denselben 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner mit Mild-Hybrid, Sechsgang-Schaltgetriebe und genug Temperament, allerdings mit zu viel Federungszucken auf allem außer sehr glatten Straßen.
Serienmäßig gibt es automatische Notbremsung mit Erkennung von Fußgängern und anderen Fahrzeugen – sie bremst hart, wenn eine Kollision droht.
Hyundais stärkstes Verkaufsargument – wer jahrelang möglichst sorgenfrei fahren will – ist die Fünf-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Trotzdem ist der Kona schwer zu empfehlen, wenn der Kia Stonic im Grunde dasselbe Auto ist, eleganter wirkt und sieben Jahre Garantie hat. Es gibt auch den Hyundai Kona Electric, der als EV deutlich überzeugender ist; wer nicht voll auf Elektro will, sollte den Hyundai Kona Hybrid prüfen.
Anders als der größere Tucson bleibt der Kona innen konsequent schlicht. Einfachheit ist gut, bei den meisten Kona-Ausstattungen wirkt es jedoch fast absurd. In höheren Versionen lockern Farbakzente und andere Materialien auf; sonst dominiert harter schwarzer Kunststoff.
Zugunsten des Kona ist alles sauber verarbeitet, Haltbarkeit stellen wir nicht infrage. Schade nur, dass Stil wie beim Ford Puma oder Renault Captur fehlt.
Was diese nüchterne Logik liefert, ist ein sehr übersichtliches, leicht bedienbares Cockpit. Jeder Kona hat ein 10,25-Zoll-Digitaldisplay mit Geschwindigkeit und Leistungsanzeige sowie einen zentralen Bereich, den man über die Lenkradtasten durchschalten kann.



