Lexus erweitert sein Portfolio über große SUVs und Limousinen hinaus. Nach LC-Coupé und LM-Van geht die Marke mit dem LBX in die Kompaktklasse – ein kleines Premium-Crossover.
LBX steht für „Lexus Breakthrough Crossover“. Es ist erst das zweite Drei-Buchstaben-Modell nach dem LFA. Kernbotschaft: Durchbruch im Miniformat – das kleinste Lexus aller Zeiten, aber mit Anspruch an Material und Technik.
4.190 mm Länge – nur 10 mm mehr als der Toyota Yaris Cross – bei 1.825 mm Breite (60 mm mehr als Toyotas Subcompact-SUV). Der Radstand wächst um 20 mm. Außen bleibt er kompakt; historisch ist er dennoch das kleinste Lexus-Fahrzeug.
Trotzdem soll die Kabine echtes Premium vermitteln. Weiches Kunstleder und sorgfältige Details erinnern eher an größere Lexus-Modelle als an ein günstiges Crossover.
Die Mittelkonsole ist durchdacht, mit Staufächern und physischen Tasten für Klima, Fahrmodi und EPB. Einzelne Klimafunktionen laufen über den Touchscreen, wichtige Infos bleiben aber sichtbar.
Vorne ist Platz großzügig; hinten wird es eng. Wie beim Jeep Avenger oder Volvo EX30 eignet sich die Rückbank eher für Kurzstrecken; der Mittelsitz ist kaum mehr als ein Platzhalter.
Kofferraum: 332 Liter (Frontantrieb) bzw. 240 Liter (Allrad) – solide, aber nicht führend. Umgeklappt sind es 994 Liter plus Stauraum unter dem Boden. Ab Elegant (Emotion, Cool, Relax, Premium Plus und höher) gibt es eine elektrische Heckklappe.
Serienmäßig u. a. 9,8-Zoll-Touchscreen mit Navigation, Sprachsteuerung und vier Jahren Connected Services, OTA-Updates sowie drahtloses Apple CarPlay und Android Auto.
Jede Ausstattungslinie bringt 12,3-Zoll-Digitalcockpit und Head-up-Display. Berührungsempfindliche Lenkradtasten fürs HUD können unbeabsichtigt Funktionen auslösen.
Der Hauptbildschirm erlaubt Shortcuts für häufig genutzte Menüs – praktisch im Alltag.
Unterwegs ist der LBX feiner abgestimmt als Yaris und Yaris Cross. Der Hybrid läuft leise, die Dämmung hält den 1,5-Liter-Dreizylinder in Normalfahrt im Hintergrund.
Auch das Fahrwerk wurde überarbeitet: mehr Komfort als im Yaris Cross, effektive Dämpfer. Nur grobe Schlaglöcher dringen deutlich ein – eher Lexus-SUV als Toyota-Einstieg.
Dynamisch ist er kein Spitzenreiter, aber die Lenkung ist präzise, Untersteuern kontrolliert. Wankneigung ist spürbar, ohne weich zu wirken.
Technik wie Yaris/Yaris Cross: 1,5-Liter-Benziner, E-Motor, Batterie, 136 PS gesamt (6 PS mehr als der stärkste Yaris). Front- und Allradantrieb verfügbar.
In der Stadt, wenn der Strommotor dominiert, sind Verbräuche niedrig. Volle Last macht den Benziner hörbar – typisches Dreizylinder-Summen.
Preise: 38.227 € bis 45.537 € – nahe kompakten EVs wie Jeep Avenger oder Volvo EX30. Größere Elektro-Modelle wie der RZ ergänzen die Strategie; der LBX bleibt klassischer Hybrid.
Bestehende Lexus-Kunden akzeptieren die Summe eher. Gegen andere Premiummarken kauft man für ähnliches Geld mehr Raum – Audi Q3 oder neuer MINI Countryman bieten vergleichbare Qualität mit deutlich mehr Platz.
Der Lexus LBX 2024 füllt eine Lücke: Yaris-Cross-Maße mit Lexus-Auftritt. Schwächen hinten und im Kofferraum; Stärken Interieur, Ruhe und Stadt-Effizienz.
Sinnvoll für Markentreue oder alle, die ein ungewöhnliches Premium-Subcompact wollen. Wer regelmäßig drei Erwachsene hinten mitnimmt oder maximalen Stauraum braucht, sollte größere oder rein elektrische Alternativen vergleichen.



