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Der polnische Rallyefahrer Mikołaj „Miko“ Marczyk legte mit einem Audi A6 Sportback e-tron performance 1.338 km ohne Nachladen zurück. Guinness World Records bestätigte damit die längste Fahrt eines serienmäßig produzierten Elektroautos mit einer Batterieladung, berichten Audi und Projektpartner Volkswagen Financial Services.

Der gemeldete Durchschnittsverbrauch betrug 7,09 kWh/100 km. Audi homologiert diese Variante mit 13,6 bis 15,8 kWh/100 km. Die Rekorddistanz ist daher keine normale Alltagsreichweite: Die Fahrt dauerte mehr als 45 Stunden und war vollständig auf minimalen Energieeinsatz ausgerichtet.

Von Zakopane an die Ostsee und zurück

Der Start erfolgte am 11. September um 1:55 Uhr an einer ORLEN-Charge-Station in Zakopane. Die Route führte über Krakau, Sandomierz, Puławy, Warschau, Płock, Włocławek, Toruń und Grudziądz bis nach Hel an der Ostsee. Von dort fuhr Marczyk auf demselben Korridor zurück.

Zwischen Toruń und Ciechocinek endete die Rekordfahrt. Laut Audi verlief sie auf öffentlichen Straßen im normalen Verkehr, vielfach auch im Berufsverkehr. Die Durchschnittstemperatur lag bei 15 °C; in Grudziądz wurden morgens um 5:30 Uhr nur 7 °C gemessen.

Nicht veröffentlicht wurden Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung, Pausen, vollständiges Höhenprofil, Wind und exakter Reifendruck. Teilt man Strecke durch die gesamte Dauer, ergibt sich weniger als 30 km/h. Dieser Wert enthält jedoch mögliche Stopps und ist keine Fahrgeschwindigkeit. Für eine Autobahnprognose taugt er deshalb nicht.

Was der Guinness-Titel bestätigt

Die Kategorie erfasst die größte Distanz eines Serien-Elektroautos mit einer Ladung. Volkswagen Financial Services zufolge bestätigte Guinness-Schiedsrichterin Anouk de Timary den Versuch vor Ort. Der bisherige Rekord lag bei 1.205 km und gehörte Ümit Sabancı, Kenneth Schofield und Fergal McGrath, die einen Lucid Air Grand Touring nutzten.

Marczyk erhöhte die Marke um 133 km. Es handelt sich weder um einen Geschwindigkeitsrekord noch um einen WLTP-Test oder einen kontrollierten Vergleich zwischen Audi und Lucid. Beide Fahrten hatten eigene Strecken und Bedingungen; homologiert ist allein die Entfernung ohne Nachladen.

Der Pole hatte bereits einen Verbrauchsrekord aufgestellt. 2025 fuhr er mit einem Škoda Superb Diesel der vierten Generation 2.831 km mit einer Tankfüllung und gemeldeten 2,6 l/100 km. Volkswagen Financial Services unterstützte auch das Elektroprojekt; Marczyk ist Markenbotschafter des Unternehmens.

Weshalb der A6 e-tron effizient ist

Der heckgetriebene A6 Sportback e-tron performance leistet 270 kW. Seine Batterie hat 100 kWh brutto und 94,9 kWh netto. Audi nennt 5,4 Sekunden von null auf 100 km/h und bis zu 777 km WLTP-Reichweite. 94,9 kWh geteilt durch 7,09 kWh/100 km ergeben rechnerisch rund 1.339 km und passen damit zur gemeldeten Distanz.

Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,21 ist der niedrigste, den Audi für ein Serienmodell angibt. Nach Herstellerangaben entfallen im WLTP-Zyklus rund 40% des Verbrauchs auf den Luftwiderstand. Da dieser mit dem Tempo stark wächst, führen eine langsame Effizienzfahrt und konstante Autobahngeschwindigkeit zu sehr unterschiedlichen Reichweiten.

Die Rekuperationsleistung beträgt bis zu 220 kW. Audi sagt, im Alltag könnten etwa 95% der Bremsvorgänge regenerativ erfolgen. Beim Reichweitenfahren bleibt vorausschauendes Rollen wirkungsvoller: Nicht eingesetzte Energie muss später nicht mit Umwandlungsverlusten zurückgewonnen werden.

Montiert waren auf Effizienz ausgelegte Michelin-Reifen. Modell, Größe und Druck nennt die Veröffentlichung nicht, obwohl sie den Rollwiderstand beeinflussen. Marczyk verweist auf korrekten Reifendruck, Kenntnis der Fahrmodi, Verkehrsbeobachtung und sanfte Geschwindigkeitsänderungen.

Die Strecke brachte einen Anfangsvorteil

Der Start in Zakopane ermöglichte zunächst die Abfahrt aus der Tatra in Richtung Krakau und Weichseltal. Volkswagen Financial Services bestätigt, dass das günstige Gelände genutzt wurde. Der Rückweg von Hel nach Zentralpolen zeigt zugleich, dass die gesamten 1.338 km keine durchgehende Gefällestrecke waren.

Audi meldet keine mechanischen Umbauten, und die Kategorie verlangt ein Serienfahrzeug. Für eine Wiederholung fehlen dennoch technische Angaben: Gesamtmasse, Klimatisierung, Abschnittsgeschwindigkeiten, Wind, Verkehrsverlauf und Startladeverfahren. Der Rekord ist gültig, ersetzt aber keinen vollständig dokumentierten Vergleichstest.

WLTP und Ladezeit sind im Alltag wichtiger

Für Fahrzeugvergleich und Reiseplanung bleiben bis zu 777 km WLTP sowie 13,6 bis 15,8 kWh/100 km die passenden offiziellen Werte. Räder, Ausstattung, Wetter und Tempo verändern die reale Reichweite.

Die 800-Volt-Architektur ermöglicht bis zu 270 kW Gleichstrom-Ladeleistung. Audi nennt unter geeigneten Bedingungen 21 Minuten von 10 auf 80% und bis zu 310 km zusätzliche WLTP-Reichweite in zehn Minuten. Für Besitzer ist diese Kombination aus normalem Reisetempo und kurzen Stopps aussagekräftiger als 45 Stunden ohne Ladesäule.

Der Guinness-Rekord beschreibt die technische Obergrenze einer extremen Sparfahrt mit einem Serienauto. Er ändert die Homologation nicht und verspricht Kunden keine vierstellige Reichweite. Eine Reise sollte weiterhin nach Verbrauch bei erwarteter Geschwindigkeit und Temperatur sowie nach der Ladeinfrastruktur geplant werden.

Quellen