Die kapitalmäßige Verbindung zwischen Bugatti und Volkswagen Group ist beendet. Porsche hat am 9. September 2026 den Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und Rimac Group an ein Investorenkonsortium unter Führung der US-Firma HOF Capital abgeschlossen.

Die Transaktion war im April angekündigt worden und wurde nach Erhalt der erforderlichen Genehmigungen geschlossen. Porsche schätzt Einnahmen von rund einer Milliarde Euro, von denen 250 Millionen Euro in die Pensionsverpflichtungen der Mitarbeiter fließen.

Was Porsche verkauft hat

Vor der Transaktion hielt Porsche:

  • 45 % an der Gesellschaft Bugatti Rimac;
  • rund 21 % an Rimac Group.

Die restlichen 55 % von Bugatti Rimac kontrollierte Rimac Group. Die Struktur war 2021 entstanden, als die Bugatti-Aktivitäten mit dem kroatischen Hersteller von Elektroautos und Antriebstechnologien zusammengeführt wurden.

Das Käuferkonsortium wird von HOF Capital geführt und umfasst BlueFive Capital als größten Investor, neben anderen Finanzinstituten aus den Vereinigten Staaten und Europa. Der von Porsche bekannt gegebene Wert von rund einer Milliarde Euro bezieht sich auf die Erlöse aus dem Verkauf seiner Anteile, nicht auf eine offizielle vollständige Bewertung von Bugatti.

Porsche bestätigt, dass der Ausstieg Teil der Strategie ist, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Das Unternehmen hat die Schätzung für die Nettocashflow-Marge des Automobilgeschäfts 2026 von 3–5 % auf 5,5–7,5 % angehoben, nach Einbeziehung der Transaktionseffekte.

Warum Bugatti nicht mehr zu Volkswagen Group gehört

Volkswagen kaufte die Marke Bugatti 1998 und finanzierte ihre Rückkehr als Hypercar-Hersteller, einschließlich der Entwicklung der Modelle Veyron und Chiron. Die direkte Verbindung änderte sich 2021 mit der Gründung von Bugatti Rimac: Rimac Group erhielt die Mehrheitskontrolle, Porsche blieb Minderheitsaktionär.

Porsche gehört zu Volkswagen Group, sodass seine Beteiligungen Bugatti indirekt in der Sphäre des deutschen Konzerns hielten. Nach dem vollständigen Verkauf dieser Aktien hält Volkswagen Group keine Beteiligung mehr an Bugatti Rimac oder Rimac Group.

Die rechtliche Trennung löscht jedoch nicht die technischen und historischen Beziehungen zwischen den Unternehmen. Bestehende Bugatti-Automobile werden weiter Teile und Technologien aus der Volkswagen-Zeit nutzen, und Service- und Garantieverpflichtungen verschwinden nicht mit dem Wechsel der Eigentümerschaft.

Mate Rimac festigt die operative Kontrolle

Bugatti Rimac hat angekündigt, dass Mate Rimac Geschäftsführer des Unternehmens bleibt und zusätzlich die Funktion des Präsidenten von Bugatti Automobiles übernimmt. Der Wechsel gibt ihm eine direktere operative Kontrolle über die Marke aus Molsheim.

Christophe Piochon zieht sich aus den Funktionen als Präsident von Bugatti Automobiles und Chief Operating Officer von Bugatti Rimac zurück. Marko Brkljačić, früherer Chief Operating Officer bei Rimac Technology, ist als Chief Operating Officer von Bugatti Rimac vorgeschlagen, Hendrik Malinowski soll Commercial Director werden.

Das Unternehmen hat keine Änderungen am Produktplan angekündigt. Die unmittelbaren Prioritäten bleiben der Abschluss der Tests für den Bugatti Tourbillon und die Tätigkeit der neuen Produktionseinheit La Manufacture in Molsheim, die im Juli 2026 eröffnet wurde.

Was sich für Bugatti ändert

Die wichtigste Änderung ist finanziell und betrifft die Governance. Bugatti ist nicht mehr über einen industriellen Aktionär wie Porsche mit einem der größten Autokonzerne der Welt verbunden. Stattdessen wird die Marke unter der Leitung von Mate Rimac fortgeführt, mit der Unterstützung eines Investmentkonsortiums.

Für Kunden ist keine unmittelbare Änderung zu Produktion, Vertriebsnetz oder Wartung der Automobile angekündigt. Bugatti behält Sitz und Werk in Molsheim, und Bugatti Rimac bleibt das Unternehmen, das die Aktivitäten der Marken Bugatti und Rimac koordiniert.

Der Ausstieg von Porsche beendet damit eine 28-jährige Periode, in der Bugatti direkt oder indirekt von Volkswagen Group kontrolliert wurde. Die nächste Etappe wird sich am Launch des Tourbillon und an der Fähigkeit der neuen Aktionäre messen, den langfristigen Entwicklungsplan der Marke zu finanzieren.

Quellen: Bugatti Newsroom, Porsche Newsroom und Motor1.