Foto: CEER, Bild aus der Galerie des Auto-Express-Artikels.
CEER hat die elektrische Limousine EXOBOT und den EXOBOT SUV vorgestellt. Es sind die ersten beiden Fahrzeuge der saudischen Marke, die am 21. September 2026 im CEER Manufacturing Complex in King Abdullah Economic City präsentiert wurden. Nach Angaben des Unternehmens wurden beide Modelle in Saudi-Arabien entworfen und entwickelt; die Produktion soll ebenfalls dort stattfinden.
Ein europäischer Verkaufsstart ist damit noch nicht bestätigt. CEER nennt bisher keinen Preis in Euro, keinen deutschen Importeur, kein Servicenetz und keinen Termin für den Export. Die internationale Website der Marke bietet zwar eine Marktauswahl, doch konkrete Informationen zur Verfügbarkeit des EXOBOT außerhalb Saudi-Arabiens fehlen.
Limousine und SUV mit eigenständigem Design
Die Limousine hat eine flache Silhouette, eine stark geneigte Frontscheibe und eine lange Seitenlinie. Der SUV steht höher, besitzt mehr Bodenfreiheit und ausgeprägte Radhäuser. Auf den Bildern der Premiere sind außerdem Flügeltüren zu sehen. Beide Fahrzeuge verwenden schmale Leuchtsignaturen und eine Front ohne den klassischen Kühlergrill eines Verbrennungsmotors.
CEER hat noch keine vollständigen Abmessungen, kein Leergewicht, kein Kofferraumvolumen und keine detaillierten Innenraumdaten veröffentlicht. Ein genauer Vergleich mit bereits in Europa angebotenen Elektroautos ist deshalb nicht möglich. Die Bilder zeigen die Designrichtung, sagen aber wenig über Platzangebot, Sitzkomfort, Sicht oder Alltagstauglichkeit aus.
Auch technisch sind die beiden Karosserien nicht gleich eingeordnet. Der SUV soll eine geringere Reichweite und eine etwas langsamere Beschleunigung haben als die Limousine. Ob Batterie, Motoren und Fahrwerk identisch sind, hat CEER bisher nicht erklärt.
Die offiziellen Leistungsangaben
Auf der offiziellen EXOBOT-Seite nennt CEER für beide Varianten 850 PS. Die Limousine soll in 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine geschätzte NEDC-Reichweite von 670 km erreichen. Für den SUV werden 2,9 Sekunden und 560 km nach NEDC angegeben. Für beide Fahrzeuge nennt der Hersteller eine geschätzte Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in 30 Minuten.
Das sind Herstellerangaben und keine Messungen von Carboratory. Angaben zur Batteriekapazität, zur maximalen DC-Ladeleistung, zum Stromverbrauch und zu einem WLTP-Wert fehlen bislang. NEDC ist ein älterer Laborzyklus und nicht direkt mit der heute in Europa üblichen WLTP-Reichweite vergleichbar. Außentemperatur, Geschwindigkeit, Reifen, Verkehr und Klimatisierung beeinflussen die tatsächliche Strecke.
Die höhere Reichweite der Limousine passt grundsätzlich zu ihrer flacheren Karosserie. Einen Luftwiderstandsbeiwert hat CEER aber noch nicht veröffentlicht. Neben den Beschleunigungsdaten steht außerdem die Bezeichnung „IVM“, die auf der öffentlichen Spezifikationsseite nicht vollständig erklärt wird. Bis zur Vorlage kompletter Homologationsdaten bleiben die Werte daher offizielle Schätzungen.
BMW, Foxconn und Rimac als Partner
CEER wurde 2022 als Gemeinschaftsunternehmen des saudischen Public Investment Fund und Foxconn gegründet. Für den EXOBOT nennt die Marke von BMW lizenzierte Technologie, eine von Foxconn entwickelte Elektrofahrzeug-Architektur und Hochleistungsantriebe von Rimac. Welche Bauteile jeweils von den Partnern stammen und wie stark sich Limousine und SUV technisch unterscheiden, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor.
Das Außendesign stammt von Rob Melville, dem früheren Designchef von McLaren. Zu seinen bekannten Projekten zählen P1, Senna, Speedtail und 750S. Seine Beteiligung erklärt die sportliche Formensprache, ist aber kein Hinweis auf eine technische Zusammenarbeit mit McLaren. Unabhängige Daten zu Bremsweg, Fahrverhalten, Crashsicherheit oder Haltbarkeit liegen noch nicht vor.
Produktion und sieben Modelle bis 2030
Beide EXOBOT sollen im CEER Manufacturing Complex in King Abdullah Economic City an der Küste des Roten Meeres gebaut werden. CEER bezeichnet sie als die ersten beiden Modelle einer bis 2030 geplanten Palette von sieben Fahrzeugen. Später sollen auch kompakte und mittelgroße Modelle sowie Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antrieben folgen.
Das Vorhaben ist Teil der saudischen Strategie, im Rahmen von Vision 2030 eine eigene Autoindustrie aufzubauen. Eine lokale Produktion sagt jedoch nichts über eine mögliche Zulassung in Deutschland aus. Für Europa fehlen bisher Angaben zu Homologation, Vertrieb, Garantie und Service.
First Edition und offene Fragen
Die limitierte First Edition soll als Limousine und SUV angeboten werden. CEER nennt die Farben Harrat Grey und White Musk, ein schwarzes Exterieurpaket, rote Bremssättel, eine schaltbare Tönung im unteren Türbereich, Nappa-Leder und ein Companion-Paket. Die veröffentlichte Garantie gilt sechs Jahre oder 200.000 km für das Fahrzeug und acht Jahre oder 200.000 km für die Batterie. Wartung und Pannenhilfe sind für sechs Jahre vorgesehen. Für die Installation einer Wallbox nennt CEER eine Unterstützung von bis zu 2.000 saudischen Riyal.
Diese Bedingungen beziehen sich auf den Startmarkt und können nicht automatisch auf Europa übertragen werden. Preis, Batteriegröße, Produktionszahl der First Edition, Euro-NCAP-Ergebnisse und Exporttermine sind noch offen. Der EXOBOT ist damit zunächst der saudische Auftakt einer neuen Elektromarke und kein in Deutschland bestellbares Modell.
Für Interessenten in Europa ist außerdem offen, ob die genannten Ladezeiten mit europäischen Ladegeräten und einer späteren Homologationsversion unverändert gelten. Ebenso fehlen Angaben zur Anhängelast, zur maximalen AC-Ladeleistung und zu den Assistenzsystemen. Diese Punkte sind für den Alltag oft wichtiger als die Beschleunigung auf 100 km/h und werden erst mit dem vollständigen Datenblatt überprüfbar sein.



