Der Dacia Hipster könnte 2027 vom Konzept zum Serienfahrzeug werden, doch eine offizielle Produktionsfreigabe gibt es nicht. Autocar beruft sich auf projektnahe Quellen und nennt eine Fertigung in China sowie ein britisches Preisziel, das umgerechnet etwa 11.100 Euro beträgt und unter rund 11.700 Euro bleiben soll. Die Beträge verwenden Wechselkursdaten vom September 2026 und sind keine angekündigten Preise für Deutschland oder die Eurozone.

Dem Bericht zufolge soll das Fahrzeug eine Batterie mit ungefähr 15 kWh, einen Motor nahe 15 kW und eine L7e-Zulassung erhalten. Dacia-Designchef David Durand wird mit der Aussage zitiert, das Projekt befinde sich in Entwicklung und brauche nur noch die endgültige Zustimmung des Managements. Solange diese ausbleibt, ist Hipster offiziell weiterhin die im Oktober 2025 präsentierte Studie.

Shiyan gilt als möglicher Produktionsstandort

Autocar nennt das Werk von eGT New Energy Automotive im chinesischen Shiyan. Das Gemeinschaftsunternehmen von Renault Group, Dongfeng und Nissan fertigte dort die erste Generation des Dacia Spring. Deren Produktion endete laut Bericht im Juli 2026, sodass dem Standort ein Anschlussprojekt fehlt.

Frank Marotte, Dacias Senior Vice President für weltweiten Vertrieb, Marketing und Betrieb, bestätigte gegenüber der Publikation, dass gemeinsam mit den beiden anderen Anteilseignern ein Plan zum Erhalt der Werksaktivität vorbereitet werde. Er verwies auf wettbewerbsfähige Kosten, Entwicklungsmöglichkeiten und eine Jahreskapazität von 45.000 Renault-Group-Fahrzeugen. Eine Hipster-Vergabe bestätigte er nicht.

Interne Quellen schreiben dem Team in Shiyan Arbeiten an Motor, Batterie und Fahrwerk zu. Bauteile des bisherigen Spring sollen möglichst wiederverwendet werden, um Investition und Stückkosten zu senken. Dacia hat weder eine Teileliste noch eine Fertigungsvereinbarung veröffentlicht.

Der umgerechnete Betrag ist kein deutscher Listenpreis

Das britische Ziel entspricht beim Wechselkurs vom September 2026 ungefähr 11.100 Euro. Die Obergrenze von etwa 11.700 Euro basiert auf rund 1,166 Euro je Pfund. Bis zu einem möglichen Marktstart kann sich dieses Verhältnis verändern.

Außerdem unterscheiden sich Mehrwertsteuer, Transport, Zulassung und Serienausstattung. Für Deutschland, Rumänien, Frankreich, Italien oder Spanien gibt es keinen bestätigten Preis. Auch Verkaufsstart, Bestelltermin und Lieferländer sind unbekannt.

Dacias offizielle Strategie sieht bis 2030 vier batterieelektrische Fahrzeuge vor. Der neue Spring ist das erste davon. Hipster wurde nicht offiziell als eines der drei weiteren Modelle benannt. Die Planung schafft also Platz für einen kleinen Stromer, bestätigt aber nicht dieses konkrete Auto.

L7e bedeutet andere Regeln als bei einem Pkw

Der Hipster soll als schweres vierrädriges Kraftfahrzeug der Klasse L7e zugelassen werden, nicht als M1-Pkw. Die EU-Verordnung 168/2013 setzt für Personentransport 450 kg Masse in fahrbereitem Zustand als Obergrenze fest; bei Elektrofahrzeugen gelten besondere Regeln, nach denen die Antriebsbatterie im maßgeblichen Wert nicht enthalten ist. Bestimmte L7e-Unterklassen dürfen höchstens 15 kW Nenndauerleistung haben.

Autocar erwartet rund 90 km/h Höchstgeschwindigkeit. Damit wäre das Fahrzeug außerhalb enger Innenstädte flexibler als ein L6e-Leichtquad mit 45 km/h. Für längere Autobahnfahrten passen Leistung, Masse und Konzept dennoch nicht.

Die Fahrzeugklasse beeinflusst auch Crashanforderungen, Fahrerlaubnis, Versicherung und Zulassung. Die Studie hatte zwei Frontairbags. Für ein Serienfahrzeug fehlen veröffentlichte Crashergebnisse, Assistenzsysteme und genaue Sicherheitsausstattung.

Was an der Studie offiziell belegt ist

Der Hipster Concept misst 3,00 Meter in der Länge, 1,55 Meter in der Breite und 1,53 Meter in der Höhe. Dacia gab weniger als 800 kg Gewicht an, 20 Prozent unter dem als Referenz verwendeten Spring. Im Innenraum gibt es vier Plätze. Das Gepäckvolumen reicht von 70 Litern bei aufgestellter Rückbank bis 500 Liter nach dem Umklappen.

Fast senkrechte Scheiben, die würfelförmige Karosserie und weit außen platzierte Räder nutzen die kleine Grundfläche. Die Studie besitzt Schiebefenster, Gurtschlaufen statt äußerer Türgriffe und nur drei lackierte Karosserieteile. Der seitliche Starkle-Schutz enthält recycelten Kunststoff.

Elf YouClip-Punkte nehmen Zubehör auf. Ein Smartphone dient als digitaler Schlüssel, Navigationsbildschirm und Audioquelle für einen herausnehmbaren Bluetooth-Lautsprecher. Ob diese Lösungen die Serie erreichen, ist offen.

Dacia nannte weder Batteriekapazität noch WLTP-Reichweite. Zwei Ladevorgänge pro Woche sollten für den vorgesehenen Alltag genügen; als Kontext führte die Marke an, dass 94 Prozent der französischen Autofahrer weniger als 40 km am Tag zurücklegen. Daraus lässt sich keine zertifizierte Reichweite berechnen.

Patentskizzen zeigen laut Bericht eine andere Hecktür

Die von Autocar beschriebenen Designanmeldungen behalten die Abmessungen bis auf wenige Zentimeter bei. Stoßfänger, Frontgestaltung und Lichtsignatur ändern sich. Die vorderen Seitenfenster sollen geteilt werden, wobei der untere Teil nach oben schwenkt.

Am Heck ersetzt angeblich eine seitlich angeschlagene Tür die zweigeteilte Konzeptöffnung. Stahlblech wird untersucht, weil Kunststoffpaneele für diese Anwendung teurer seien. Gewichtsgrenze und niedriges Preisziel stellen gegenläufige Anforderungen; selbst die Zellchemie der Batterie soll noch nicht feststehen.

Erst eine Dacia-Freigabe und die Vorstellung des endgültigen Fahrzeugs schaffen Verbindlichkeit. Bis dahin sind Produktionsjahr 2027, Werk Shiyan, 15-kWh-Akku und das Ziel um 11.100 Euro Angaben aus der Autocar-Recherche, keine bestätigten Produktdaten.

Bild: offizielles Dacia-Pressematerial; der Hersteller nennt Luc Lacey als Fotografen.

Quellen