Circle Car verteilt die Erkennungsmerkmale des Lexus RZ 450e über eine geschlossene Schleife. Bild: Lexus USA Newsroom, zur redaktionellen Nutzung bereitgestellt.
MSCHF formt Lexus RZ und RX zu zwei unmöglichen Skulpturen
Lexus hat das New Yorker Kunstkollektiv MSCHF beauftragt, zwei elektrifizierte SUV in statische Kunstobjekte zu übersetzen. Circle Car schließt die Silhouette des batterieelektrischen RZ 450e zu einem Ring. Twisted Car verdreht die Karosserie eines RX 450h+ entlang ihrer Längsachse. Zu sehen sind beide Arbeiten vom 24. bis 26. September 2026 im Chelsea Industrial in New York.
Neben jeder Skulptur steht das entsprechende, unveränderte Serienfahrzeug. Dieser Vergleich macht klar, was die Ausstellung nicht ist: Sie zeigt weder fahrfähige Studien noch einen Ausblick auf kommende Lexus-Modelle.
Circle Car führt den RZ im Kreis
Für Circle Car hat MSCHF die Form des RZ 450e so weit gebogen, bis Front und Heck scheinbar ineinander übergehen. Räder, Fenster und Karosserieflächen folgen dem Umfang eines senkrechten Rings. Die Herkunft bleibt erkennbar, doch die für ein Auto notwendige räumliche Ordnung ist aufgehoben.
Der normale RZ daneben liefert den Maßstab. Beim Serienauto geben Radstand, Dachlinie und Seitenflächen eine klare Fahrtrichtung vor. Die gleichen Details lenken den Blick an der Skulptur um die Schleife und zurück zum Ausgangspunkt. Das Objekt stellt endlose Bewegung dar, obwohl seine Form tatsächliches Fahren unmöglich macht.
Lexus stellte den RZ 2022 als erstes weltweit angebotenes Batterieauto der Marke auf einer eigens dafür entwickelten Plattform vor. In MOTOMORPHOSIS beschreibt dieser Hintergrund lediglich das Ausgangsprodukt. Circle Car erprobt weder Reichweite noch Ladetechnik oder Allradantrieb, und der Ring ist keine Designstudie für eine spätere Baureihe.
Der RX wird um seine Längsachse gezogen
Twisted Car beruht auf dem RX 450h+, der Plug-in-Hybridversion des RX. Dach, Verglasung und Seitenflächen wirken, als seien sie zwischen Front und Heck spiralförmig verdreht worden. Einige Merkmale an den Enden bleiben deutlich genug, um den SUV trotz der Verformung wiederzuerkennen.
Auch hier gehört das unversehrte Serienauto zur Aussage. Der direkte Vergleich zeigt, dass die Torsion keine aerodynamische Lösung und kein Facelift-Vorschlag ist. MSCHF behandelt die feste Karosserie wie ein formbares digitales Modell und überträgt einen am Bildschirm plausiblen Vorgang in ein physisches Objekt.
RZ 450e und RX 450h+ stehen außerdem für verschiedene Antriebskonzepte. Der RZ fährt ausschließlich mit Batterie und Elektromotoren. Der RX 450h+ kombiniert eine extern aufladbare Batterie mit einem Verbrennungsmotor. Lexus fasst beide korrekt als elektrifizierte Fahrzeuge zusammen; zwei reine Elektroautos sind es nicht.
Weshalb MSCHF von „Form Cars“ spricht
Das Kollektiv nennt seine Werke Form Cars und kehrt damit den Begriff „Concept Cars“ um. Ein klassisches Konzeptfahrzeug kann Technik, Proportionen oder das Design eines späteren Serienprodukts vorbereiten. Circle Car und Twisted Car beginnen dagegen bei fertigen Serienmodellen und entfernen deren Gebrauchswert, um sich ganz auf Form und vorgestellte Bewegung zu konzentrieren.
Als visuelle Referenz nennt MSCHF sogenannte Smear Frames aus der Animation. Bei sehr schnellen Abläufen werden Figuren oder Objekte in einzelnen Zwischenbildern überdehnt, gestaucht oder gebogen. In der abgespielten Folge lässt diese unrealistische Zeichnung die Bewegung flüssiger erscheinen. MOTOMORPHOSIS hält ein solches unmögliches Zwischenbild als dreidimensionale Skulptur fest.
Beide Arbeiten folgen dabei einer eindeutigen geometrischen Regel. Am RZ ordnen sich alle Elemente einer geschlossenen Kurve unter. Beim RX drehen sie sich um eine gemeinsame Achse. Deshalb sind die Stücke keine bloßen Umbauten mit ungewöhnlichen Anbauteilen: Die Verformung erfasst das gesamte Objekt und beseitigt gezielt dessen Nutzbarkeit.
Adresse, Öffnungszeiten und Eintritt
Die Ausstellung findet im Chelsea Industrial, 545 West 28th Street, New York, NY 10001, im Umfeld der Armory Week statt. Die Galerieeröffnung war für Donnerstag, den 24. September, von 19 bis 21 Uhr angekündigt. Am Freitag, den 25. September, und Samstag, den 26. September, gelten öffentliche Zeiten von 10 bis 18 Uhr Ortszeit.
Der Eintritt ist nach einer Anmeldung über die Website der Ausstellung kostenlos. Lexus hat weder weitere Stationen noch einen Termin in Europa oder einen Verkauf der Skulpturen angekündigt. Bestätigt ist ausschließlich die dreitägige Präsentation in New York.
Lisa McQueen, Senior Manager im Lexus-Marketing, beschreibt im offiziellen Text die Leitfrage des Projekts: Gespräche über Elektrifizierung drehten sich meist darum, wie ein Fahrzeug angetrieben werde; MOTOMORPHOSIS frage stattdessen, was Elektrizität in der Vorstellungskraft antreiben könne. Das erläutert den künstlerischen Auftrag, enthält aber keine technische Aussage zu künftigen Antrieben.
Die Serienautos liefern den Schlüssel zum Vergleich
Durch die Gegenüberstellung lassen sich einzelne Merkmale verfolgen. Besucher können die Position eines Rades, den Verlauf der Dachkante oder eine Fensterlinie am Serienmodell finden und dann beobachten, wie sie in Ring oder Spirale überführt wurden. Ohne diese Referenzen wären die Objekte abstrakter; mit ihnen wird jeder Eingriff unmittelbar lesbar.
Der Vergleich setzt zugleich eine sachliche Grenze. Lexus weist darauf hin, dass die Projekte markenfremde Teile verwenden, Sicherheit und Garantie beeinträchtigen können und möglicherweise nicht straßenzulässig sind. Angaben zu Beschleunigung, Reichweite oder Fahrverhalten wären daher ohne Bedeutung. Die Skulpturen stellen Bewegung dar, sind jedoch nicht für Bewegung konstruiert.
Beim Circle Car endet jede gedachte Fahrt wieder am Ausgangspunkt. Beim Twisted Car scheint eine Rotation mitten im Ablauf angehalten worden zu sein. Beide Werke bewahren nur so viel Lexus-Identität, dass Betrachter die Verformung aus dem ursprünglichen RZ beziehungsweise RX rekonstruieren können.



