Stellantis führt Gespräche mit Huawei und dem chinesischen Hersteller JAC Group über eine mögliche langfristige industrielle Zusammenarbeit, die Maserati einbeziehen würde. Die Verhandlungen wurden von Reuters berichtet, auf Grundlage von Angaben zweier mit der Sache vertrauter Personen. Bisher ist kein Vertrag angekündigt, und die drei Unternehmen haben öffentlich weder ein Modell, ein Werk noch einen verbindlichen Zeitplan vorgestellt.
Das Thema ist von der Idee eines Verkaufs der italienischen Marke zu trennen. Die vorliegenden Informationen beschreiben eine mögliche Partnerschaft für Entwicklung und Produktion, nicht die Übernahme von Maserati durch Huawei oder JAC.
Was zwischen Stellantis, Huawei und JAC verhandelt wird
Laut Reuters-Berichten zielen die Gespräche auf eine dauerhafte industrielle Zusammenarbeit. Ein solches Abkommen könnte Maserati schnelleren Zugang zu Technologie, Software und Entwicklungskapazität aus China geben, zu einem Zeitpunkt, an dem die Marke Absatz und Modellpalette wieder aufbauen will.
Frühere Berichte in der chinesischen Presse skizzierten eine mögliche Aufteilung der Aufgaben:
- Huawei würde zur Produktdefinition und zu digitalen Technologien beitragen;
- JAC würde an Forschung, Entwicklung und Produktion mitwirken;
- Maserati wäre für Design und Markenidentität verantwortlich.
Diese Formel ist nicht offiziell bestätigt. CnEVPost berichtete im Mai, die Verhandlungen hätten noch nicht zur Unterzeichnung eines kommerziellen Abkommens geführt, auch wenn vorbereitende Arbeiten bereits begonnen hätten.
Maextro in China, Maserati auf den Exportmärkten?
Eine der kolportierten Varianten sieht vor, dass das entstehende Auto in China unter der Marke Maextro verkauft würde, die Huawei gemeinsam mit JAC entwickelt, und auf anderen Märkten unter dem Maserati-Emblem. Das erste gemeinsame Produkt wäre auf Ende 2027 ausgerichtet.
Auch diese Angaben stammen von Quellen nahe den Gesprächen. Es gibt noch keine offiziellen Bilder, technischen Daten oder eine Bestätigung, dass das Auto nach Europa kommt. Unklar ist auch, ob das Projekt voll elektrisch, ein Plug-in-Hybrid oder ein Elektroauto mit Range Extender wäre.
Huaweis kommerzielle und technologische Plattform HIMA bündelt mehrere Kooperationen mit chinesischen Herstellern. In diesen Projekten kann das Technologieunternehmen Software, Assistenzsysteme, Innenraumkomponenten und Beiträge zur Produktdefinition liefern, während der Autopartner Homologation und Fertigung übernimmt. Ein etwaiges Maserati-Programm müsste dennoch an die Anforderungen an Sicherheit, Cybersicherheit und Datenschutz jedes Marktes angepasst werden, in dem es verkauft würde.
Warum Stellantis einen Partner für Maserati sucht
Maserati durchläuft eine schwierige Phase. Laut Reuters lieferte die Marke 2025 weniger als 8.000 Automobile aus und verzeichnete einen bereinigten Betriebsverlust von 198 Millionen Euro. Das geringe Verkaufsvolumen macht die Entwicklung eigener Plattformen, Batterien und digitaler Systeme von Grund auf teuer.
Stellantis hat Produktionspartnerschaften zu den Instrumenten seiner langfristigen Strategie gezählt. Antonio Filosa, Vorstandschef des Konzerns, sagte, solche Kooperationen könnten auch die Tätigkeit der italienischen Werke in Cassino und Modena stützen. Die Aussage präzisiert jedoch nicht, welche Komponenten oder Modelle jedem Werk zufielen, falls die Gespräche mit Huawei und JAC zu einem Abschluss führen.
Im Februar 2026 verwies Filosa, direkt gefragt, ob Maserati im Konzern bleibe, die Investoren auf die Strategiepräsentation des Unternehmens, ohne eine Trennung anzukündigen. Die vollständige Antwort steht im Transkript der Stellantis-Ergebnisse 2025.
Was bestätigt ist und was offen bleibt
| Status | Information |
|---|---|
| Von Reuters berichtet | Stellantis spricht mit Huawei und JAC über eine industrielle Zusammenarbeit für Maserati. |
| In der Stellantis-Strategie bestätigt | Der Konzern sucht zusätzliche Partnerschaften, um Kosten zu senken und die Entwicklung zu beschleunigen. |
| Berichtet, aber nicht bestätigt | Huawei, JAC und Maserati würden Entwicklung, Technologie, Produktion und Design teilen. |
| Berichtet, aber nicht bestätigt | Ein erstes Automobil könnte bis Ende 2027 erscheinen und je nach Markt zwei Marken tragen. |
| Unbekannt | Antriebsart, Plattform, Werk, Preis und die Länder, in denen das Modell verkauft würde. |
Für Kunden in Rumänien ergeben die Gespräche vorerst keine konkrete Änderung. Palette, Garantien und das Maserati-Netz funktionieren in der bisherigen Form. Lokale Relevanz entsteht erst, wenn der Hersteller ein für Europa bestimmtes Modell ankündigt, zusammen mit technischen Daten, Homologation und Markteinführungstermin.
Häufige Fragen
Hat Huawei die Marke Maserati gekauft?
Nein. Es gibt keine Ankündigung über einen Verkauf von Maserati. Die Informationen betreffen Verhandlungen über eine mögliche industrielle Partnerschaft.
Ist das Abkommen zwischen Stellantis, Huawei und JAC unterzeichnet?
Die Unterzeichnung eines Abkommens wurde nicht mitgeteilt. Stellantis erklärte, regelmäßig mit Akteuren der Autoindustrie zu sprechen, ohne die von der Presse berichteten Bedingungen zu bestätigen.
Wird ein Maserati in China produziert?
Das ist ein von Quellen berichtetes Szenario, keine öffentliche Entscheidung. Produktionsort und Beitrag der Werke in China und Italien sind nicht angekündigt.
Wann könnte das erste gemeinsame Modell erscheinen?
Die zitierten Quellen nennen Ende 2027 als Ziel, der Zeitplan ist jedoch nicht offiziell und kann sich ändern.
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