Die künftige elektrische E-Klasse soll die gerundete Form des aktuellen EQE aufgeben. Bild: Auto-Express-Rendering auf Basis getarnter Prototypen.

Mercedes bereitet eine elektrische E-Klasse für 2027 vor. Das neue Modell ersetzt den EQE

Mercedes-Benz testet eine neue große Elektro-Limousine, deren Vorstellung für 2027 geplant ist. Das Modell wird den Platz des aktuellen EQE einnehmen, optisch aber nahe an der E-Klasse mit Verbrennungs- und Hybridmotoren liegen. Die ersten Prototypen deuten auf die Rückkehr zu einer konventionellen Silhouette hin, mit klar abgegrenzter Motorhaube, zurückgesetzter Kabine und getrenntem Kofferraum.

Die Änderung geht weiter als ein Facelift für den EQE. Das künftige Auto wird eine eigens für den Elektroantrieb ausgelegte Plattform nutzen, während die aktuelle E-Klasse mit Verbrennungsmotor ihr eigenes Mid-Cycle-Update erhält. Die beiden Versionen haben unterschiedliche Architekturen, Mercedes will Design und Nutzungserlebnis aber deutlich annähern.

Der Handelsname ist nicht angekündigt. Mercedes verwendet für neue Elektromodelle bereits die Formel „with EQ Technology“, sodass die künftige Limousine als E-Klasse mit EQ-Technologie vorgestellt werden könnte. Bis zur Namensbestätigung ist es treffender, sie als elektrischen Nachfolger des EQE zu beschreiben.

Eine Stufenheck-Limousine, nicht die gewölbte Form des EQE

Der aktuelle Mercedes EQE wurde um aerodynamische Effizienz herum gezeichnet, mit nach vorn geschobener Windschutzscheibe und einem Dach, das in einer weiten Kurve zum Heck weiterläuft. Der Prototyp des neuen Modells nutzt Proportionen näher an der E-Klasse: Die Haube wirkt länger, die Fahrerposition sitzt weiter hinten, der Kofferraum hat einen klar konturierten Deckel.

Rendering des Hecks der künftigen elektrischen Mercedes E-Klasse

Das Heck könnte horizontale Leuchten und einen klarer abgegrenzten Kofferraum als beim EQE erhalten. Bild: Auto-Express-Rendering auf Basis getarnter Prototypen.

Hinten erscheinen schmale, waagerecht angeordnete Leuchteneinheiten. Die Prototypenbilder reichen noch nicht, um die finale Grafik festzulegen, und manche Elemente können vorläufig sein. Auto Express merkt an, die horizontalen Linien könnten an die geriffelten Heckleuchten erinnern, die Mercedes in den 1970er- und 1980er-Jahren nutzte; diese Deutung hat der Hersteller nicht bestätigt.

Die aufrechtere Dachform und die weniger geneigte Heckscheibe sollten mehr Kopffreiheit auf der Rückbank bieten. Die Elektroplattform erlaubt zudem einen nahezu ebenen Boden, ohne den voluminösen Mitteltunnel von Autos, die für mehrere Antriebsarten gebaut sind.

Beleuchteter Kühlergrill und sternförmige Lichtsignaturen

Die Elektroversion erhält eine eigene Front, auch wenn das Profil der klassischen E-Klasse ähnelt. Die Renderings zeigen einen beleuchteten Grill, inspiriert vom neuen elektrischen GLC und der elektrischen C-Klasse. Bei Tests erwischt Prototypen haben zudem doppelte, sternförmige Leuchtelemente in den Scheinwerfern.

Frontdetail der künftigen elektrischen Mercedes E-Klasse

Beleuchteter Grill und Scheinwerfergrafik folgen der Richtung der neuen elektrischen Mercedes-Modelle. Bild: Auto-Express-Rendering auf Basis getarnter Prototypen.

Mercedes hat bereits begonnen, den Stil der Elektroautos an den der Verbrennungsmodelle anzunähern. Mathias Geisen, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group, erklärte 2026, die Marke wolle unabhängig vom Antrieb dieselbe Identität und ein ähnliches Technologieniveau bieten. Die künftige E-Klasse wird eines der ersten Projekte sein, die vollständig nach dieser Richtung konzipiert sind.

Die Reichweite von 805 km ist vorerst eine Schätzung

Mercedes hat weder Batteriekapazität noch Motorleistung, Ladegeschwindigkeit oder Reichweite der künftigen elektrischen E-Klasse veröffentlicht. Auto Express schätzt eine WLTP-Reichweite von etwa 724 bis 805 km, diese Werte stammen aber nicht aus einem offiziellen Datenblatt.

Für die obere Schwelle erwartet die Zeitschrift eine Batterie von 110–120 kWh, größer als der für die elektrische C-Klasse genannte 94-kWh-Akku. Große Kapazität allein garantiert keine Reichweite: Masse, Luftwiderstandsbeiwert, Motoreffizienz und Thermomanagement wirken direkt.

Eine 800-V-Architektur ist wahrscheinlich, weil sie bereits bei neuen elektrischen Mercedes-Modellen vorkommt und schnelles Laden mit hoher Leistung ermöglicht. Der Hersteller hat die Anlagenparameter für die E-Klasse jedoch nicht bestätigt.

Die Palette soll Versionen mit einem Motor und Hinterradantrieb sowie Konfigurationen mit zwei Motoren und Allradantrieb umfassen. Eine Mercedes-AMG-Variante ist möglich, in der Presse kursierende Leistungszahlen sind aber spekulativ und keine Produktionsdaten.

Was mit dem aktuellen Mercedes EQE geschieht

Mercedes stellte den EQE 2021 vor, das Modell kam als elektrische Alternative zur E-Klasse auf den Markt. Die neue Strategie gibt die starke visuelle Trennung zwischen EQ-Palette und den klassischen Markenautos schrittweise auf.

Die vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass die EQE-Limousine durch die neue elektrische E-Klasse ersetzt wird. Für den EQE SUV gibt es dieselbe Bestätigung nicht; er kann getrennt weiterlaufen. Mercedes hat noch nicht mitgeteilt, wann die Produktion des aktuellen EQE endet.

Auf dem europäischen Markt werden die wichtigsten Rivalen BMW i5 und Audi A6 e-tron sein. Der von Mercedes angestrebte Vorteil ist eine ausschließlich für den Elektroantrieb geschaffene Plattform, kombiniert mit Proportionen und einer visuellen Identität, die E-Klasse-Käufern vertraut sind.

Wann es vorgestellt wird

Auto Express nennt das Jahr 2027 für den Debüt. Bis dahin durchlaufen die Prototypen mehrere Stufen, Scheinwerfer, Stoßfänger und Karosserieteile können sich ändern. Die Bilder in diesem Artikel sind Renderings auf Basis getarnter Autos und keine offiziellen Fotos des Serienmodells.

Parallel erhält die E-Klasse mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybrid ein Facelift. Beide Autos werden in derselben Familie verkauft und bieten Kunden die Antriebswahl ohne zwei völlig unterschiedliche Designsprachen.

Häufige Fragen

Ersetzt die neue elektrische Mercedes E-Klasse den EQE?

Ja, die veröffentlichten Informationen deuten auf den Ersatz der EQE-Limousine hin. Mercedes hat Produktionsende und die Lage des EQE SUV noch nicht mitgeteilt.

Welche Reichweite wird sie haben?

Es gibt keinen offiziellen Wert. Aktuelle Schätzungen nennen 724–805 km im WLTP-Zyklus; die Zahl muss nach der Vorstellung bestätigt werden.

Wird sie wie die aktuelle E-Klasse aussehen?

Beide Versionen werden ähnliche Proportionen und Designelemente haben, die Front des Elektromodells wird aber anders sein, mit beleuchtetem Grill und eigener Lichtsignatur.

Wann kommt sie auf den Markt?

Die Vorstellung wird 2027 erwartet. Bestell- und Lieferkalender für Rumänien sind nicht angekündigt.

Quellen