MINI hat das Geländetraining für seinen ersten Start bei der Rebelle Rally abgeschlossen. Zum Einsatz kommt eine neue Countryman-Variante, deren endgültiges Aussehen und technische Daten noch unter Verschluss stehen. Die Weltpremiere soll im Oktober stattfinden, nur wenige Tage bevor der Wettbewerb beginnt.

Bekannt sind weder Antrieb und Leistung noch Bodenfreiheit oder Änderungen am Fahrwerk. Auch Preise, Stückzahl und Absatzmärkte nennt MINI nicht. Die Fotos zeigen Geländereifen, Unterfahrschutz, Zusatzscheinwerfer und Dachgepäck. Diese Teile gehören zum Rallyeaufbau und sind keine bestätigte Serienausstattung.

Acht Wettbewerbstage ohne GPS

Die elfte Rebelle Rally läuft vom 7. bis 17. Oktober 2026 durch Nevada, Utah und Kalifornien. Auf mehr als 2.500 km stehen acht Wertungstage an. Der Start erfolgt am Las Vegas Motor Speedway, das Ziel liegt in den Imperial Sand Dunes in Kalifornien.

Entscheidend ist nicht die höchste Geschwindigkeit. Die Teams müssen Kontrollpunkte mit Papierkarten, Kompass und Roadbook finden. GPS ist vollständig verboten. Wer einen falschen Kurs zu lange beibehält, verliert mehr als durch einen kurzen Halt zum erneuten Prüfen der Peilung.

Die Strecke umfasst Schotterstraßen, schmale Pisten, Felsen und Dünen bei wechselnder Höhe und Temperatur. Fahrerinnen und Navigatorinnen bilden ausschließlich weibliche Zweierteams in den Klassen 4×4 und X-Cross. MINI tritt 2026 erstmals offiziell an.

Der Veranstalter versteht das Format als gemeinsame Prüfung von Besatzung und Fahrzeug. Eine schnelle Passage hilft wenig, wenn das Team einen Kontrollpunkt verpasst. Deshalb behandelte das MINI-Programm Fahrtechnik und klassische Navigation als zwei getrennte, gleichwertige Aufgaben.

Zwei Rallyeerfahrungen ergänzen sich

Felicia Killman aus Lacey im US-Bundesstaat Washington steuert den Countryman. Sie startet in der American Rally Association, hat auch als Navigatorin gearbeitet und fährt im Stufenrallyesport einen speziell aufgebauten MINI. Dadurch kennt sie sowohl die Anforderungen am Lenkrad als auch die Informationsarbeit vom Beifahrersitz.

Erika Ferrer übernimmt die Navigation. Die Mitarbeiterin der BMW Group Mexiko begann im Motorsport mit der Organisation erfolgreicher Rallyeteams und wechselte später auf den Beifahrersitz. MINI nennt drei aufeinanderfolgende regionale Meistertitel in Mexiko und einen Einsatz mit Benito Guerra bei der Carrera Panamericana. Sie soll die erste in Mexiko geborene und dort lebende Frau in einem Rebelle-Rally-Team werden.

Killman und Ferrer übten in Dünen, auf Felsen und losem Untergrund. Hinzu kamen Kartenarbeit, Kompassnavigation und Entscheidungen unter Zeitdruck. Ferrer erhielt im BMW Group Training Center Mexiko außerdem technische und mechanische Schulungen. Weit von einem Servicepunkt entfernt muss die Besatzung ein sich lockerndes Bauteil oder einen anderen Defekt früh erkennen können.

Der Wettbewerbsaufbau ist keine Serienliste

Die BMW-Group-Ingenieure James Wallace, Dennis Heaphy und Eran Garma leiteten den Umbau. MINI veröffentlicht noch keine vollständige Teileliste, nennt aber Aufgaben der Partner. Heinlein Racing Development entwickelte Unterfahrschutz und Innenraumbefestigungen. DealerTire lieferte All-Terrain-Reifen und Ersatzräder.

Thule stellt Dachträger und Transportlösungen bereit. Morimoto montierte zusätzliche Leuchten am Dach und im Grillbereich. Pelican-Koffer schützen Ausrüstung vor Staub und Stößen, Peak Design liefert Reise- und Kamerataschen. GoPro zeichnet das Programm auf; MINI Motoring Protection unterstützt Reise, Fahrzeugtransport und Medienarbeit.

Ein für den Wüsteneinsatz gebauter Unterfahrschutz oder zusätzliche Halterungen müssen nicht in einem späteren Straßenmodell auftauchen. Auch die erhöhte Wirkung auf den Bildern erlaubt keine genaue Messung. MINI nennt weder Böschungs- und Rampenwinkel noch Wattiefe oder das Mehrgewicht der Rallyeausrüstung.

Platz bietet schon der normale Countryman

Der aktuelle Countryman ist laut technischem Handbuch von MINI USA 4.447 mm lang und ohne Spiegel 1.843 mm breit. Der Radstand beträgt 2.692 mm. Serienfahrzeuge bieten etwa 450 Liter Gepäckraum, der sich je nach Version mit umgeklappter Rückbank auf ungefähr 1.450 Liter erweitern lässt.

Damit lassen sich Ersatzrad, Werkzeug und Vorräte für mehrere Tage sichern. Die Abmessungen beantworten jedoch nicht die Frage nach dem Antrieb. In der Baureihe gibt es Verbrenner und Elektroversionen sowie mehrere Allradmodelle. MINI bestätigt keine konkrete Ableitung vom Countryman S ALL4, John Cooper Works oder SE ALL4.

Vor der aktuellen Vorbereitung absolvierte der Prototyp Fahrten auf Schotter, Felsen und abgelegenen Bergstraßen in den amerikanischen Rocky Mountains. Höhe, loser Untergrund und schnell wechselndes Wetter sollten Bedingungen schaffen, die sich auf einem klassischen Prüfgelände nur begrenzt nachbilden lassen. Im Juli wies MINI ausdrücklich darauf hin, dass das gezeigte Entwicklungsfahrzeug nicht zum Verkauf stand.

Die Premiere muss die Technik erklären

Im Oktober dürften Modellname, Antrieb, Fahrwerksänderungen und die Ausstattung des Straßenfahrzeugs bekannt werden. Einen Preis oder europäischen Verkaufsstart gibt es bisher nicht. Ob Deutschland zu den ersten Märkten gehört und ob die Stückzahl begrenzt wird, bleibt offen.

Ein Ergebnis bei der Rebelle Rally bewertet zunächst das speziell vorbereitete Auto mit seinen Technikpartnern und dem geschulten Team. Es ist kein unabhängiger Test eines späteren Kundenfahrzeugs. Bestätigt sind derzeit der robustere Countryman-Ansatz, die Oktober-Premiere und ein Einsatz über mehr als 2.400 km, bei dem Killman und Ferrer ohne GPS navigieren müssen.

Bild: offizielles Pressematerial von MINI USA/BMW Group, Kennung P90657882.

Quellen