Referenzbild: Innenraum eines MINI Cooper S Electric von Tokumeigakarinoaoshima, Wikimedia Commons, CC0.

MINI will das große runde Display in der Mitte des Armaturenbretts nicht aufgeben. Alexander Brockhoff, General Manager von MINI Australia, sagte gegenüber Drive, die runde Form gehöre zur Geschichte der Marke und solle deshalb erhalten bleiben. Die Aussage, über die Motor1 berichtet hat, ist keine Ankündigung eines neuen Modells und enthält keinen Termin für eine technische Überarbeitung.

Sie beschreibt vielmehr die Designrichtung der Marke. MINI kann die Menüs, die Software und den Zugriff auf einzelne Funktionen ändern, ohne das zentrale runde Element auszutauschen. Für Käufer bedeutet das: Das Display ist nicht als Übergangslösung gedacht, sondern als digitale Fortsetzung des zentralen Instruments, das viele klassische Mini geprägt hat.

Vom zentralen Tacho zur digitalen Bedienfläche

Der klassische Mini wurde 1959 eingeführt. Alec Issigonis musste den verfügbaren Raum in einem kleinen Fahrzeug möglichst gut nutzen. Der mittig angeordnete Tacho wurde deshalb zu einem der bekanntesten Merkmale des Autos. BMW Group beschreibt den modernen MINI, der 2001 auf den Markt kam, als Neuinterpretation des Originals für eine neue Zeit, nicht als einfache Kopie.

Die Aufgabe des zentralen Instruments hat sich seitdem verändert. Früher zeigte der runde Tacho vor allem die Geschwindigkeit an. In den aktuellen MINI-Modellen dient dieselbe Position als digitales Zentrum für Navigation, Medien, Telefon, Klimaanlage und verschiedene Fahrzeugeinstellungen.

Diese Lösung gehört zur aktuellen Designsprache Charismatic Simplicity. MINI beschränkt das Armaturenbrett auf wenige sichtbare Elemente und interpretiert bekannte Details mit moderner Technik neu. Neben dem runden Display gibt es eine Toggle-Leiste und, je nach Ausstattung, ein Head-up-Display. Die historische Referenz bleibt sichtbar, die Bedienung wird aber stärker digital.

Die Aufgaben der MINI Interaction Unit

MINI stellte die MINI Interaction Unit 2023 vor. Das kreisrunde OLED-Display hat einen Durchmesser von 240 Millimetern, also ungefähr 9,4 Zoll. Der Hersteller bezeichnet es als das erste vollständig nutzbare runde OLED-Display in einem Serienfahrzeug. Mit MINI Operating System 9 übernimmt die Einheit die Aufgaben des Kombiinstruments und des Bordmonitors.

Im oberen Bereich können Geschwindigkeit und Fahrzeugstatus angezeigt werden. Unten liegen Zugänge zu Navigation, Medien, Telefon und Klimatisierung. Auf der Startseite werden Widgets neben der aktiven Funktion angeordnet. Eine Schnellzugriffsleiste kann häufig verwendete Funktionen speichern. Zusätzlich lässt sich der MINI Intelligent Personal Assistant über eine Lenkradtaste oder mit dem Ruf „Hey MINI“ verwenden.

Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt von Land, Modell und Ausstattung ab. MINI weist ausdrücklich darauf hin, dass digitale Dienste nicht in allen Märkten gleich angeboten werden. Ein optionales Head-up-Display kann Geschwindigkeit, Navigationshinweise und Warnungen in das Sichtfeld des Fahrers projizieren. Dadurch muss der zentrale Bildschirm während der Fahrt nicht für jede wichtige Information betrachtet werden.

Die runde Form bringt eigene Nachteile mit

Die Kreisform verschafft MINI ein klares Wiedererkennungsmerkmal. Nicht jede digitale Darstellung passt jedoch gleich gut in einen Kreis. Die native MINI-Navigation kann die gesamte Fläche nutzen. Apple CarPlay und Android Auto sind dagegen für rechteckige Fenster entwickelt. Auf dem runden Panel erscheinen sie deshalb in einem rechteckigen Bereich, während oberhalb und unterhalb freie Flächen bleiben.

Auch die geringere Zahl physischer Schalter verlangt eine Gewöhnung. Die Toggle-Leiste behält unter anderem Startfunktion, Parkbremse, Lautstärkeregelung und die Wahl der Experience Modes. Die Klimabedienung ist dagegen in die digitale Oberfläche integriert oder per Sprache möglich. Wer eine feste, ertastbare Drehreglerposition bevorzugt, könnte diese Lösung während der Fahrt weniger direkt finden.

Brockhoff sagte gegenüber Drive, Kunden würden sich eher über fehlende physische Schalter als über den runden Bildschirm beschweren. Das ist eine Aussage eines Markenverantwortlichen und keine veröffentlichte Kundenstudie. MINI hat keine konkreten zusätzlichen Tasten angekündigt. Eine Änderung der Bedienung bleibt daher eine Möglichkeit, keine bestätigte Produkteigenschaft.

Die Software kann sich weiterentwickeln

Die aktuellen MINI Experience Modes verändern Grafiken, Ambientebeleuchtung, Projektionen und Klang im Innenraum. Der Modus Timeless greift die Darstellung klassischer Instrumente auf, während andere Modi eigene Designs verwenden. Das zentrale Display verbindet damit die Geschichte der Marke mit der digitalen Personalisierung.

Für den Alltag bleibt deshalb die konkrete Ausstattung entscheidend. Ein Fahrzeug mit Head-up-Display kann wichtige Fahrdaten anders darstellen als eine Version ohne diese Option. Auch die verfügbaren Connected-Dienste und Smartphone-Funktionen können sich je nach Markt unterscheiden. Die runde Form allein beschreibt also nicht die gesamte Bedienerfahrung.

MINI erklärt, dass neuere Modelle mehrmals pro Jahr Remote-Software-Upgrades für Qualitätsverbesserungen erhalten. Menüs, Grafiken und die Einbindung einzelner Dienste können somit angepasst werden, ohne das runde Panel zu ersetzen. Welche Aktualisierungen verfügbar sind, hängt weiterhin vom Markt und von der Fahrzeugausstattung ab.

Die aktuelle Aussage ist deshalb eine Designentscheidung und kein detaillierter Produktfahrplan. MINI will den Kreis behalten, weil er direkt an den zentralen Tacho des klassischen Mini erinnert. Ob kommende Updates zusätzliche Tasten, übersichtlichere Menüs oder eine bessere Smartphone-Integration bringen, ist noch offen. Das runde Zentraldisplay selbst soll nach der jüngsten öffentlichen Aussage bleiben.

Quellen