Mitsubishi hat keinen neuen Lancer Evolution genehmigt. Die Unternehmensführung ist jedoch der Meinung, dass die Marke wieder in der Lage sein sollte, ein Fahrzeug mit dem Geist des berühmten Sportmodells zu bauen. Die Aussagen folgen auf die Rückkehr des Namens Pajero und auf eine Produktstrategie mit Schwerpunkt auf SUVs, Elektrifizierung und Offroad-Fähigkeit.
Motor1 berichtet über Aussagen des Mitsubishi-Präsidenten und COO Keisuke Kishiura. In Gesprächen mit Investoren soll er den Lancer Evolution, Galant und Diamante als wichtige Modelle für die Identität von Mitsubishi Motors bezeichnet haben. Gleichzeitig erklärte er dem Bericht zufolge, dass es derzeit keine konkreten Pläne für eine Neuauflage gebe. Mitsubishi solle aber wieder ein Unternehmen werden, das ein solches Auto entwickeln kann.
Das ist eine Aussage zur Markenidentität und keine Produktankündigung. Mitsubishi hat weder ein SUV mit dem Namen Evolution genannt noch eine Plattform, einen Antrieb, eine Leistung, einen Preis oder einen Starttermin vorgestellt. Ein künftiges sportliches SUV könnte elektrifiziert sein, doch diese Schlussfolgerung ist nicht bestätigt.
Was der Evo-Geist bedeuten könnte
Der Lancer Evolution war mehr als eine schnelle Limousine. Sein Charakter entstand aus der Verbindung von Turbomotor, Allradantrieb, Fahrwerk und Rallye-Erfahrung. Mitsubishi prägte sein sportliches Image außerdem durch die Dakar-Erfolge des Pajero. Der Begriff Evo-Geist kann deshalb Leistung, Kontrolle und technische Entwicklung bedeuten, ohne dass zwingend eine Benzin-Limousine zurückkehren muss.
Mitsubishi hat nicht erklärt, dass ein SUV namens Evolution entwickelt wird. Informationen zu Leistung, Batterie, Getriebe, Preis und Märkten fehlen. Motor1 stellt die Möglichkeit eines SUV mit dieser Philosophie in den Raum; die offiziellen Mitteilungen sprechen bislang lediglich von eigenständigen Produkten und einer stärkeren Marke.
Warum der neue Pajero wichtig ist
Im September 2026 stellte Mitsubishi die neue Pajero-Generation als Flaggschiff vor. Die Produktion erfolgt in Thailand. Der Marktstart beginnt in Thailand, Japan und Australien im Geschäftsjahr 2026. Ab dem Geschäftsjahr 2027 soll der Pajero in rund 100 Ländern angeboten werden, darunter Märkte in ASEAN, Lateinamerika und dem Nahen Osten.
Der Pajero ist kein Ersatz für den Lancer Evolution. Er nutzt einen Leiterrahmen, der mit der technischen Basis des Triton-Pick-ups verbunden ist, und soll Familienkomfort mit echter Geländetauglichkeit verbinden. Super Select 4WD-II bietet die Modi 2H, 4H, 4HLc und 4LLc. Super-All Wheel Control koordiniert Bremsen, Traktion und Drehmomentverteilung.
Als Antrieb nennt Mitsubishi einen 2,4-Liter-Diesel mit Turbolader und bis zu 480 Nm, abhängig von der Ausführung. Er arbeitet mit einem neu entwickelten Achtgang-Automatikgetriebe. Sieben Fahrprogramme stehen bereit: Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock. Das sind Angaben für ein geländetaugliches SUV und keine Bestätigung einer sportlichen Evolution-Version.
Rallye-Erbe in einem SUV
Mitsubishi gibt an, dass der Pajero die Dakar zwölfmal gewonnen hat, darunter sieben Siege in Folge. Die Produktion der vier Generationen habe 3,29 Millionen Fahrzeuge überschritten. Der Hersteller nutzt diese Geschichte, um Rahmen, Allradsteuerung und den Anspruch an Dauerhaltbarkeit zu erklären.
Ein SUV mit Leiterrahmen hat andere Aufgaben als ein Sportwagen für Asphalt. Bodenfreiheit, Federweg, Unterbodenschutz und kontrollierte Traktion bei niedrigen Geschwindigkeiten stehen im Vordergrund. Ein vom Evo inspirierter SUV müsste diese Eigenschaften mit kräftiger Beschleunigung und sportlicherem Straßenverhalten kombinieren.
Technisch ist eine solche Kombination möglich, aber keine Mitsubishi-Mitteilung bestätigt den Beginn eines entsprechenden Projekts. Der neue Pajero stärkt das Abenteuerbild der Marke, wird dadurch aber nicht automatisch zum Evolution-Nachfolger.
Mitsubishis Produktplan
Mitsubishis mittel- und langfristige Vision sieht 13 neue Modelle zwischen den Geschäftsjahren 2026 und 2031 vor, darunter fünf HEV und fünf PHEV. Der Plan umfasst SUVs, Pick-ups und Modelle für ASEAN-Märkte. Mitsubishi will den neuen Pajero zu einer Serie ausbauen. Er ist das erste Modell der stärker markenorientierten Produktstrategie.
Das Unternehmen entwickelt außerdem Elektrofahrzeuge. Der Eclipse Sportback EV wird für die USA und Kanada im Rahmen einer OEM-Vereinbarung von Nissan geliefert. Zu den Konzepten gehören elektrifizierte SUVs wie der Elevance. Sie zeigen die Verbindung von Abenteuer und verschiedenen Antrieben, wurden aber nicht als neue Evolution angekündigt.
Für Fans ist positiv, dass Mitsubishi Leistung nicht aus seiner Zukunft streicht. Die Formulierung bleibt entscheidend: „Wir wollen wieder ein solches Auto bauen können“ bedeutet nicht „Wir entwickeln einen neuen Evolution“. Der erste Satz beschreibt eine Fähigkeit und einen Wunsch; der zweite würde ein genehmigtes Projekt und einen kommerziellen Plan voraussetzen.
Der bestätigte Stand
Mitsubishi baut seine Identität um SUVs, Allradantrieb, Rallye-Erbe und Elektrifizierung neu auf. Der neue Pajero ist der deutlichste offizielle Ausdruck dieser Richtung und soll zu einer Modellfamilie ausgebaut werden.
Bestätigt sind weiterhin weder ein Evolution-SUV noch ein Lancer-Nachfolger, ein Serienmodell von Ralliart oder ein elektrischer Sportwagen. Preis, Leistung, Plattform und Startdatum sind unbekannt. Der Evo-Geist beschreibt derzeit, was Mitsubishi wieder entwickeln können möchte, und kein Fahrzeug, das Kunden bestellen können.
Auch die geplante globale Einführung des Pajero ist kein Hinweis auf einen Evo-Ableger, sondern ein eigener Schritt für das SUV- und Offroad-Programm.



