Früher von Volkswagen veröffentlichte Designskizze für die Amarok-Familie; sie stellt nicht die endgültige Form des südamerikanischen Modells von 2027 dar. Foto: Volkswagen
Der neue Volkswagen Amarok erscheint in ersten Bildern. Der Hybrid-Pick-up kommt 2027
Volkswagen hat in Brasilien einen getarnten Prototyp der neuen Generation Amarok für Südamerika vorgestellt. Der Pick-up geht 2027 im Werk General Pacheco in Argentinien in Produktion und wird einen elektrifizierten Antrieb nutzen.
Das auf der Festa do Peão de Barretos gezeigte Fahrzeug trägt noch Tarnfolie, sodass die endgültige Form von Kühlergrill, Leuchten und Stoßfängern nicht vollständig beurteilt werden kann. Die Bilder bestätigen jedoch andere Proportionen als beim aktuellen südamerikanischen Amarok und eine neue vordere Lichtsignatur.
Ein Amarok getrennt vom in Europa verkauften Modell
Das neue Fahrzeug ist nicht der direkte Nachfolger des Amarok-Pick-ups, der jetzt in Europa verkauft wird. Das europäische Modell entsteht in Südafrika auf derselben Architektur wie der Ford Ranger, und Volkswagen hat erklärt, die bestehende Produktionspartnerschaft werde für internationale Märkte fortgesetzt.
Das in Brasilien vorgestellte Projekt wurde eigens für Südamerika entwickelt. Es ersetzt die erste Amarok-Generation, die nach der Aktualisierung von 2024 weiter in Argentinien gebaut wird.
Volkswagen wird daher vorübergehend zwei unterschiedliche Amarok-Familien haben:
- das globale Modell auf Basis des Ford Ranger, auch in Europa erhältlich;
- das neue südamerikanische Modell, produziert in Argentinien und mit Technik von SAIC entwickelt.
Volkswagen hat den Verkauf der südamerikanischen Version in Rumänien oder im übrigen Gebiet der Europäischen Union nicht angekündigt.
SAIC-Technik, Design und Abstimmung von Volkswagen
Der deutsche Hersteller hat Plattform und vollständiges Datenblatt noch nicht veröffentlicht. Volkswagen Argentinien hat jedoch die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern SAIC bestätigt, seinem industriellen Partner in China seit mehreren Jahrzehnten.
Während der Tests fotografierte Prototypen haben Proportionen und Karosserieelemente, die dem Maxus Interstellar X nahekommen, der auf manchen Märkten auch unter anderen Handelsnamen bekannt ist. Die brasilianische Automobilpresse berichtet, die Plattform dieses Modells werde die Basis des künftigen Amarok bilden.
Eine gemeinsame Architektur bedeutet nicht, dass Volkswagen nur die Embleme tauscht. Das Unternehmen sagt, der neue Pick-up werde in Südamerika entwickelt und gestaltet. Lenkung, Fahrwerk, Software, Assistenzsysteme und Ausstattungen können getrennt auf die Straßen und Kundenanforderungen der Region abgestimmt werden.
Volkswagen bestätigt die Elektrifizierung, nicht die Leistungszahlen
Bei der Vorstellung des Prototyps bestätigte Volkswagen, dass der neue Amarok elektrifiziert sein und die stärkste Version in der Geschichte des Modells werden werde. Das Unternehmen hat den genauen Typ des Hybridsystems, die Batteriekapazität, die elektrische Reichweite und die Gesamtleistung nicht mitgeteilt.
Angaben, wonach die Topversion den Namen Amarok 800 TSI tragen, 470 PS überschreiten und rund 800 Nm liefern könnte, stammen aus der brasilianischen Presse. Diese Werte sollten nicht als endgültige Spezifikationen gelten, bis Volkswagen sie bestätigt.
Auch der V6-Turbodiesel der aktuellen Generation ist für das neue Fahrzeug nicht bestätigt. Der Wechsel zu einem Hybridverbund wäre für südamerikanische Kunden eine wichtige Änderung, weil der 3,0-Liter-Motor eines der zentralen Verkaufsargumente des aktuellen Amarok ist.
Investition von rund 500 Millionen Euro im argentinischen Werk
Volkswagen hat das Äquivalent von rund 500 Millionen Euro für die Produktentwicklung und die Modernisierung des Werks General Pacheco vorgesehen. Die Summe umfasst neue Produktionstechniken, digitale Prozesse und Arbeiten an der Werksinfrastruktur.
Der Amarok wird seit mehr als 15 Jahren in Pacheco montiert. Zum Zeitpunkt der Ankündigung vom April 2025 nannte Volkswagen dort mehr als 770.000 produzierte Einheiten.
Die Produktion der neuen Generation soll 2027 beginnen. Die brasilianische Presse nennt das erste Quartal des Jahres für den Marktstart, Volkswagen hat aber noch kein genaues Datum veröffentlicht.
Was die Prototypenbilder zeigen
Im Vergleich zur ersten Skizze zeigt das getarnte Exemplar eine hohe Motorhaube und ein zweistufiges Frontensemble. Tagfahrleuchten sitzen oben, die Hauptscheinwerfer tiefer. Ein Lichtband scheint die Leuchten mit dem zentralen Emblem zu verbinden.
Profil und Heck verweisen direkter auf das Maxus-Modell, das als Ausgangspunkt dient. Volkswagen kann Außenbleche und Details bis zur Vorstellung der Serienversion noch ändern.
Der Innenraum wurde offiziell nicht gezeigt. Angaben zu drei Bildschirmen, darunter einem für den Beifahrer, stammen ebenfalls aus Presseberichten und sind vom Hersteller nicht bestätigt.
Was das für den rumänischen Markt bedeutet
Vorläufig ist der neue Amarok auf den Bildern kein Modell für Rumänien. Europäische Kunden haben Zugang zur aktuellen Generation auf Basis des Ford Ranger, mit einer anderen technischen Palette.
Das südamerikanische Projekt bleibt dennoch für Volkswagens Strategie relevant. Es zeigt, wie der Hersteller je nach Region unterschiedliche Allianzen nutzt: Ford für den globalen Amarok und SAIC für den in Argentinien gebauten Pick-up.
Eine mögliche Ausweitung nach Europa würde eine Homologation nach EU-Vorschriften, ein auf das neue Hybridsystem vorbereitetes Servicenetz und eine eigene kommerzielle Entscheidung erfordern. Volkswagen hat keinen dieser Schritte angekündigt.
Quellen
- Volkswagen Newsroom — offizielle Ankündigung der neuen Amarok-Generation für Südamerika
- Volkswagen do Brasil — Investitionen für den neuen Amarok und die Produktion in Argentinien
- Motor1 Brasil — Vorstellung des getarnten Prototyps in Barretos
- Motor1 — Bilder und verfügbare Informationen zum Volkswagen Amarok 2027



