Die neue SUV-Version behält die Frontidentität des Polestar 4, erhält aber eine praktischere Karosserie. Fotoquelle: Polestar
Polestar 4 erhält eine SUV-Version mit Heckscheibe und bis zu 630 km Reichweite
Polestar erweitert die Baureihe 4 um eine SUV-Version, die die klassische Heckscheibe zurückbringt, den Kofferraum vergrößert und bis zu 630 km WLTP-Reichweite angibt. Das neue Derivat ersetzt nicht den aktuellen Polestar 4 Coupé, bekannt für das vollständig geschlossene Heck und den von einer Videokamera gespeisten Innenspiegel. Die beiden Karosserien werden parallel angeboten.
Das Unternehmen hat am 2. September 2026 Bestellungen in ausgewählten Märkten eröffnet; die kommerzielle Einführung ist für das letzte Quartal des Jahres geplant. Polestar hat bisher weder den offiziellen Verkauf in Rumänien noch einen Preis für den lokalen Markt bestätigt.
Die Heckscheibe kehrt zurück, die Kamera bleibt nützlich
Die wichtigste Änderung ist hinten sichtbar. Der Polestar 4 Coupé hat die Heckscheibe gestrichen und das Bild einer dachmontierten Kamera an den digitalen Spiegel im Innenraum übertragen. Die Lösung hat Kopffreiheit für die Fondpassagiere freigemacht, das Publikum aber geteilt zwischen jenen, die das Sichtfeld der Kamera schätzen, und jenen, die eine direkte optische Sicht bevorzugen.
Der Polestar 4 SUV hat eine konventionelle Heckscheibe in einer steileren Heckklappe. Das Auto behält die Lichtleiste, die das Heck durchzieht, und die Proportionen sind näher an einem erhöhten Kombi als an einem Coupé-SUV. Die Konfiguration erlaubt auch eine Abdeckung für den Kofferraum, ein Teil, das bei der Variante ohne Scheibe nicht nötig war.

Die steilere Heckklappe bringt Heckscheibe, zusätzlichen Gepäckraum und eine ausziehbare Hutablage. Fotoquelle: Polestar
Fast dieselben Abmessungen, mehr Platz hinten
Der neue SUV misst 4.840 mm Länge und 2.139 mm Breite, Werte fast identisch mit der Coupé-Version. Der Unterschied liegt in der Höhe: Der SUV ist 22 mm höher, auch durch die serienmäßigen Längsreling. Diese können laut Angaben zur Premiere eine Last von bis zu 100 kg tragen.
Die geradere Dachform fügt 25 mm Kopffreiheit für die Fondpassagiere hinzu. Der Kofferraum gewinnt 30 Liter bei normaler Bankposition und erreicht 655 Liter, wenn bis zum Dach beladen wird. Mit umgeklappten Lehnen steigt die Kapazität auf 1.665 Liter, 129 Liter mehr als beim Coupé.
Polestar sagt, die Umwandlung habe nur 48 neue Bauteile erfordert. Neben Dach und Heckklappe erhält die SUV-Version eigene Felgendesigns mit Durchmesser bis 22 Zoll und neue Farben. Das elektrochromatische Panoramadach kann zonenweise abgedunkelt werden, nicht nur gleichmäßig über die gesamte Fläche.

Das Profil zeigt das höhere Dach und die serienmäßige Längsreling. Fotoquelle: Polestar
100-kWh-Batterie und maximal 630 km WLTP
Der Polestar 4 SUV nutzt weiterhin die SEA-Plattform und eine 400-V-Architektur. Die Batterie hat eine Kapazität von 100 kWh; Optimierungen an Akku und Reifen erlauben der Version mit einem Heckmotor 630 km WLTP. Die Variante mit zwei Motoren und Allradantrieb nennt bis zu etwa 600 km WLTP.
Das Gleichstrom-Schnellladen erreicht 200 kW. Unter idealen Bedingungen dauert der Übergang von 10 % auf 80 % etwa 30 Minuten. Das ist ein gutes Ergebnis für eine Batterie dieser Größe, auch wenn Premium-Rivalen mit 800-V-Architektur wie der BMW iX3 spürbar höhere Spitzenleistungen akzeptieren können.
Die Palette umfasst zwei Hauptkonfigurationen:
- Rear motor, mit einem Motor an der Hinterachse und etwa 272 PS;
- Dual motor, mit Allradantrieb und 544 PS.
Die Dual-motor-Version beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. Das Performance-Paket fügt neu kalibrierte ZF-Dämpfer, Brembo-Bremsen und Pirelli-P-Zero-Reifen hinzu. Polestar hat auch kleine Fahrwerkskalibrierungen vorgenommen, um Form und Masse der neuen Karosserie zu berücksichtigen.
Mehr Radare für Assistenzfunktionen
Die Sensoranordnung ändert sich gegenüber dem Coupé. Der neue SUV nutzt fünf Kameras und fünf Radare statt der 12 Kameras und des einzelnen Radars der bestehenden Version. Das Unternehmen hält die neue Anordnung für robuster, wenn Sensoren schmutzig sind oder das Wetter die Sicht verringert.
Diese Änderung ist kein Versprechen autonomen Fahrens. Die endgültigen Fähigkeiten hängen von Software, Homologation und Ausstattung jedes Marktes ab; Polestar hat noch nicht alle Funktionen detailliert, die bei den ersten europäischen Auslieferungen aktiv sein werden.
Vertrautes Interieur, mit Google Gemini und V2L-Funktion
Die Instrumententafel bleibt nah an der des aktuellen Polestar 4. Der zentrale Bildschirm erhält neun Kurzbefehle statt zuvor sechs, und der Assistent Google Gemini ist für Sprachinteraktionen integriert. Das für den SUV verfügbare Harman-Kardon-Audiosystem hat 12 Lautsprecher und eine deklarierte Leistung von 1.400 W.

Der Innenraum behält den großen Zentralbildschirm und das digitale Instrumentarium der Coupé-Version. Fotoquelle: Polestar
Der SUV führt auch die Funktion Vehicle-to-Load (V2L) in die Familie Polestar 4 ein. Über einen kompatiblen Adapter kann Energie aus der Hochvoltbatterie elektrische Geräte speisen. Ein eigener Campingmodus hält Klimaanlage und Bildschirm länger aktiv, wenn das Auto steht. Polestar beabsichtigt, V2L später auch auf der Coupé-Variante anzubieten.
Für die Polsterung sind MicroTech und ein 3D-Gestrick aus 89 % PET-Abfall verfügbar. Leder bleibt optional; das Unternehmen sagt, Zulieferer müssten eigene Anforderungen an den Tierschutz erfüllen.
Produktion in Südkorea, unsichere Verfügbarkeit in Rumänien
Polestar bestätigt offiziell, dass der neue Polestar 4 SUV in Busan in Südkorea produziert wird und in den meisten Märkten angeboten wird, in denen die Marke tätig ist. Das Unternehmen hat zum Redaktionszeitpunkt keine offizielle Vertriebsstruktur für neue Pkw in Rumänien.
Für einen rumänischen Käufer bedeutet das, dass in anderen Ländern verkündete Preise nicht als lokale Preise gelten. Ein eventueller Kauf per Import setzt die Prüfung von Garantie, Service, Konnektivität und Kompatibilität digitaler Funktionen in Rumänien voraus.
Das neue Derivat löst die meistdiskutierte Besonderheit des Coupés, ohne die ursprüngliche Idee ganz aufzugeben. Wer das radikale Design und den Videospiegel bevorzugt, kann weiter den Polestar 4 Coupé wählen; wer direkte Sicht, einen größeren Kofferraum und ein höheres Dach braucht, erhält nun die SUV-Alternative.



