Foto: Range Rover / JLR. Innenraum des neuen Range Rover GT.

Range Rover bereitet eine Reduzierung von Zahl und Größe der Bildschirme in künftigen Modellen vor. Die neue Richtung kündigt der Range Rover GT an, das fünfte Mitglied der Familie, dessen Innenraum die Idee eines über die volle Armaturenbrettbreite gezogenen Digitalpaneels aufgibt.

Die Änderung bedeutet jedoch nicht die Rückkehr zu Konsolen voller Tasten und Schalter. Die britische Marke will einen visuell einfacheren Innenraum, beabsichtigt aber, digitale Bedienung für zahlreiche Nebenfunktionen zu behalten.

Wie der neue Range-Rover-Ansatz aussieht

Der Range Rover GT nutzt einen einzigen Touchscreen im Zentralbereich und eine schmale Fahreranzeige statt eines voluminösen klassischen Kombiinstruments. Es gibt keinen dritten Bildschirm für den Beifahrer, eine Lösung, die bei Premiumautomobilen immer häufiger vorkommt.

Ryan Miller, globaler Direktor für Produkt- und Service-Marketing bei Range Rover, erklärte, die von Bildschirmen eingenommene Fläche werde bewusst reduziert. Künftige Generationen der bekannten Modelle würden sich in eine ähnliche Richtung entwickeln; ein eigener Beifahrerbildschirm sei keine Priorität.

Der Hersteller hat weder die genauen Displaygrößen für jedes Modell noch einen vollständigen Zeitplan der Änderung genannt. Die Entscheidung ist daher als Designphilosophie für künftige Generationen zu lesen, nicht als sofortige Änderung aller jetzt verkauften Autos.

Der Range Rover GT gibt die Richtung vor

Offiziell im Juli 2026 vorgestellt, ist der Range Rover GT das erste Modell mit diesem Ansatz. JLR beschreibt die Technik als in die Innenraumarchitektur integriertes Element, nicht als zentrales Designstück.

Neben der Konfiguration mit zwei Anzeigen enthält das Armaturenbrett einen über fast die volle Breite verdeckten Lüftungsschlitz; die Lautsprecher sind unter Textil verborgen. Das erklärte Ziel ist die Reduzierung visuellen und akustischen Lärms, damit der Innenraum die mit der Marke verbundene ruhige Atmosphäre behält.

Der GT wird der erste vollelektrische Range Rover auf der EMA-Plattform und in Halewood im Vereinigten Königreich produziert. Der Hersteller hat angekündigt, dass später im Lebenszyklus eine Vollhybrid-Version geplant ist.

Weniger Bildschirme heißen nicht mehr Tasten

Range Rover behält physische Bedienelemente am Lenkrad, bereitet aber keine allgemeine Rückkehr zu getrennten Tasten für alle Funktionen vor. Viele Nebeneinstellungen werden weiter über den Bildschirm bedient; das Unternehmen spricht auch von konversationellem Zugang zu einer größeren Zahl von Funktionen.

Das ist der Unterschied zur neuen Richtung und zu Innenräumen älterer Automobile: Die Marke lehnt die digitale Schnittstelle nicht ab, sondern versucht, ihre visuelle Präsenz zu verringern. Das Ergebnis könnte ein luftigeres Armaturenbrett sein; die Nutzung hängt jedoch von Menüstruktur, Systemgeschwindigkeit und schnellem Zugriff auf die im Fahren genutzten Befehle ab.

Martin Limpert, Managing Director von Range Rover, erklärte, die Marke wolle sich von Automobilen unterscheiden, die immer mehr Funktionen, Bildschirme und visuelle oder akustische Signale hinzufügen. Ryan Miller präzisierte, Range Rover wolle nicht durch bloße Erhöhung der Displayzahl konkurrieren.

Welche Modelle das neue Interieur übernehmen könnten

Das Unternehmen hat noch keine offizielle Liste veröffentlicht. Aussagen der Führung deuten jedoch darauf hin, dass die GT-Philosophie schrittweise künftige Generationen der Range-Rover-Palette erreicht.

Die australische Presse nennt die nächste Evoque-Generation als eines der ersten möglichen Modelle, mit einer für 2027 erwarteten Vorstellung. Dieser Termin wurde von JLR nicht in einer eigenen Modellmitteilung bestätigt und darf daher nicht als endgültiges Startdatum gelten.

Für heutige Eigentümer in Rumänien hat die Änderung keine unmittelbaren Folgen und bedeutet nicht die Entfernung von Bildschirmen per Software-Update. Sie betrifft die Architektur künftiger Innenräume; Größen, Ausstattungen, Preise und Verkaufsdaten werden für jedes Modell gesondert mitgeteilt.

Range Rovers Entscheidung markiert eine interessante Korrektur im Premiumsegment: Der Bildschirm bleibt die zentrale Kommandozentrale, muss aber nicht mehr das gesamte Armaturenbrett beherrschen. Der Erfolg der Lösung hängt weniger von den Zentimetern der Diagonale ab als davon, wie leicht wichtige Funktionen ohne Ablenkung des Fahrers zu nutzen sind.

Quellen: Range Rover / JLR – offizielle Vorstellung des neuen Range Rover GT, Motor1 – Aussagen zu kleineren Bildschirmen, GoAuto – Strategie für künftige Range-Rover-Innenräume