Toyota Motor Europe hat von Januar bis September 2026 insgesamt 936.042 Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus verkauft. Das ist der höchste Wert, den das Unternehmen für die ersten neun Monate eines Jahres meldet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 stieg der Absatz um 0,6 Prozent. Der Gesamtmarktanteil innerhalb des Konzerns veränderte sich damit nur wenig, während sich der Antriebsmix deutlich verschob: 813.623 Fahrzeuge waren elektrifiziert, also 87 Prozent des Gesamtvolumens. Die Zahl der batterieelektrischen Fahrzeuge stieg auf 104.832.

Toyota veröffentlichte die Zahlen am 22. Oktober 2026. Der Bericht bezieht sich auf Europa ohne Russland und verwendet die regionale Definition von Toyota Motor Europe. Dazu gehören West-, Mittel- und Osteuropa, die Türkei, Israel sowie mehrere Märkte im Kaukasus und in Zentralasien. Die Summe ist deshalb nicht mit einer Statistik gleichzusetzen, die nur die Europäische Union betrachtet.

Toyota wächst leicht

Die Marke Toyota verkaufte 873.445 Fahrzeuge, 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Toyota erklärt, die Position als zweitmeistverkaufte Pkw-Marke Europas gehalten zu haben. Der Absatz elektrifizierter Toyota-Modelle lag bei 753.665 Fahrzeugen und stieg um 15 Prozent. Ihr Anteil an den Markenverkäufen erreichte 86 Prozent, elf Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum.

Toyota zählt in dieser Mitteilung Hybride, Plug-in-Hybride, batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge zur Kategorie „elektrifiziert“. Die 86 Prozent bedeuten daher nicht, dass 86 Prozent der Toyota-Fahrzeuge reine Elektroautos waren. Hybride liefern weiterhin den größeren Teil des Volumens; BEV wachsen von einer niedrigeren Ausgangsbasis.

Der Yaris Cross Hybrid war mit 155.066 Fahrzeugen das meistverkaufte Toyota-Modell. Die Yaris-Familie kam auf 125.260 Einheiten, die Corolla-Baureihe auf 113.583. Der Toyota C-HR einschließlich Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Versionen erreichte 101.139 Fahrzeuge. Der Aygo X kam auf 82.581 Verkäufe, die RAV4-Baureihe auf 41.697.

Elektroabsatz wächst mit größerem Angebot

Toyota verkaufte 98.148 batterieelektrische Fahrzeuge, 151 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf den C-HR+ entfielen 29.616 Einheiten, auf den bZ4X 26.270. Der Urban Cruiser erreichte 14.172 Fahrzeuge und der bZ4X Touring 8.776. Mehrere Modelle verteilen den Elektroabsatz damit auf unterschiedliche Karosserien und Kundengruppen.

Der Prozentwert muss zusammen mit der Vergleichsbasis gelesen werden. 151 Prozent Wachstum sind viel, trotzdem liegen 98.148 BEV weiterhin unter den Stückzahlen der Toyota-Hybride. Toyota nennt in dieser Mitteilung weder die vollständige Aufteilung nach Ländern noch durchschnittliche Transaktionspreise oder Rabatte.

Der C-HR+ bringt ein batterieelektrisches Angebot in eine Modellfamilie, die auf dem europäischen Markt bereits bekannt ist. bZ4X, Urban Cruiser und bZ4X Touring ergänzen das Angebot. Die veröffentlichten Zahlen sind Verkaufszahlen; sie sagen nichts über reale Reichweite, Ladezeiten oder Langzeitqualität aus.

Toyota Professional umfasst Nutzfahrzeuge

Toyota Professional verkaufte 113.352 Fahrzeuge aus den Baureihen Hilux und Proace. Bei den elektrischen Nutzfahrzeugen stiegen die Verkäufe des Proace BEV um 25 Prozent und des Proace City BEV um 27 Prozent. Der Proace Max BEV kam auf 3.379 Fahrzeuge, 149 Prozent mehr als im Vorjahr. Der neue Hilux BEV erreichte 441 Verkäufe.

Toyota führt diese Zahlen getrennt auf, weil Transporter, Pick-ups und Familienfahrzeuge unterschiedliche Einsatzbereiche und Kaufzyklen haben. Die Entwicklung zeigt trotzdem, dass Toyota die Elektrifizierung nicht auf private Pkw beschränkt, sondern sie auch in das Angebot für Gewerbekunden ausweitet.

Lexus verkauft weniger, bleibt aber stark elektrifiziert

Lexus verkaufte 62.597 Fahrzeuge, vier Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2025. 59.958 davon waren elektrifiziert, entsprechend 96 Prozent des Markenabsatzes. Der LBX blieb mit 20.512 Fahrzeugen das meistverkaufte Lexus-Modell; die NX-Baureihe erreichte 19.032.

Der batterieelektrische RZ legte um 47 Prozent auf 5.654 Fahrzeuge zu. Der RX Plug-in-Hybrid stieg um acht Prozent. Das bedeutet nicht, dass jedes elektrifizierte Lexus-Modell gewachsen ist: Sowohl der Gesamtabsatz als auch der elektrifizierte Absatz der Marke gingen zurück, während einzelne Modelle zulegten. Toyota erklärt die allgemeine Lexus-Abnahme in dieser Mitteilung nicht.

Große Unterschiede zwischen europäischen Regionen

Toyota Motor Europe meldet einen elektrifizierten Anteil von 92 Prozent in Westeuropa, 84 Prozent in Mitteleuropa und 59 Prozent in Osteuropa. Bei Lexus lagen die Werte in West- und Mitteleuropa jeweils bei 100 Prozent, in Osteuropa bei 61 Prozent. Die Zahlen sind regionale Durchschnittswerte innerhalb der TME-Definition und keine Prognosen für einzelne Länder.

Europa ist kein einheitlicher Automarkt. Dienstwagenbesteuerung, Ladeinfrastruktur, Flottennachfrage und Einkommen unterscheiden sich erheblich. Ein starkes regionales BEV-Wachstum kann deshalb mit einer langsameren Entwicklung in einem einzelnen Markt einhergehen. Hybride bleiben dort besonders praktisch, wo Käufer nicht regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können.

Till Conrad, Executive Vice President Sales von Toyota Motor Europe, sagte, Kunden reagierten sowohl auf das Hybrid- als auch auf das Batterieelektroangebot. Toyota nennt den Aygo X Hybrid, den C-HR+, den bZ4X und den bZ4X Touring als Beispiele. Eine Verkaufsprognose für 2027 oder einen deutschen Preisplan enthält die Mitteilung nicht.

Die Neunmonatszahlen zeigen damit ein Unternehmen, das seinen Gesamtabsatz nahezu stabil hält und den Anteil elektrifizierter Antriebe schrittweise erhöht. Sie enthalten keine Modellmargen, Gewinne oder vollständigen Länderwerte. Sie belegen aber ein breiteres BEV-Angebot, einen hohen elektrifizierten Anteil und ein schnelles Elektro-Wachstum, während Hybride weiterhin die wichtigste Volumenquelle bleiben.

Quellen