Illustrationsfoto zur Funktionsweise von ADAS-Systemen.

Volkswagen erweitert die Funktionen des Pakets IQ.DRIVE für Atlas, Golf, Tiguan und ID. Buzz des Modelljahrs 2027. Die in den Vereinigten Staaten angekündigten Neuheiten umfassen einen vom Fahrer initiierten Spurwechsel, automatischen Halt auf dem Standstreifen, wenn der Fahrer nicht mehr reagiert, Fußgängererkennung beim Rückwärtsfahren und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, die auf Schilder und Autobahnausfahrten achtet.

Die Ankündigung stammt von Volkswagen of America; der Hersteller hat nicht bestätigt, dass dieselbe Konfiguration und derselbe Zeitplan in Europa oder Rumänien gelten. Die Bezeichnung „Modelljahr 2027“ ist spezifisch für den nordamerikanischen Markt und nicht mit einem lokalen Launch-Datum zu verwechseln.

Der Spurwechsel startet vom Blinker des Fahrers

Mit aktivem Travel Assist und einer Geschwindigkeit über 72 km/h kann der Fahrer einen Spurwechsel durch teilweises Drücken des Blinkerhebels anfordern. Heckradare prüfen den Verkehr auf der Nachbarspur, und das Auto führt das Manöver nur aus, wenn das System ausreichend Platz sieht.

Blockiert ein anderes Fahrzeug den Wechsel, kann die Funktion bis zu 12 Sekunden auf Freigabe der Spur warten. Das Manöver bleibt vom Fahrer initiiert; er muss den Verkehr beobachten und eingriffsbereit sein. Es ist keine autonome Fahrfunktion.

Emergency Assist Plus kann das Auto nach rechts versetzen

Die wichtigste Änderung ist Emergency Assist Plus. Im Travel-Assist-Modus startet das System die Warnsequenz, wenn es 25 Sekunden lang keine Lenkradeingriffe erkennt. Visuelle und akustische Warnungen, Bremsimpulse und Gurtstraffung sollen die Aufmerksamkeit des Fahrers zurückholen.

Reagiert die Person am Steuer nicht, sucht die Frontkamera Platz rechts. Das Auto kann Spuren wechseln und auf dem Standstreifen halten; fehlt ausreichend Raum, hält es so nah wie möglich am rechten Fahrbahnrand. Während des Manövers sind Blinker, Warnblinkanlage und Bremsleuchten aktiv.

Nach dem Halt wird das Getriebe in Park gelegt, die Türen entriegelt, die Außenbeleuchtung eingeschaltet, und das System setzt einen Notruf ab. Die Funktion hängt von der Sichtbarkeit der Markierungen, dem verfügbaren Platz und den Sensorgrenzen ab. Der Fahrer bleibt für die Kontrolle des Autos verantwortlich.

Automatische Bremsung für Fußgänger beim Rückwärtsfahren

Bestimmte Atlas-, Tiguan- und ID.-Buzz-Versionen erhalten eine Rückfahrkamera, die Fußgänger erkennen kann. Zwischen etwa 2 und 10 km/h kann das System automatisch bremsen, um das Risiko einer Kollision beim Rückwärtsfahren zu senken.

Volkswagen sagt nicht, dass die Funktion auf allen Ausstattungen Serie ist. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich nach Modell und Version; Käufer müssen die genaue Fahrzeugbeschreibung prüfen.

Adaptive Geschwindigkeitsregelung antizipiert Autobahnausfahrten

Predictive Adaptive Cruise Control erhält eine neue Logik für Geschwindigkeitsschilder und Ausfahrtrampen. Das System kann vorschlagen, ein höheres Limit schneller zu übernehmen; der Fahrer bestätigt durch Gasgeben. Ein Druck auf die Taste „Res“ lehnt die vorgeschlagene Änderung ab.

Mit aktiver Navigationsroute oder nach Nutzung des Blinkers kann die adaptive Regelung auch vor einer Autobahnausfahrt mit der Geschwindigkeitsreduktion beginnen. Die Änderung erscheint im Digitalinstrument und kann vom Fahrer angenommen oder abgelehnt werden.

ID. Buzz nutzt auch aus dem Verkehr gesammelte Daten

In den Vereinigten Staaten erhält der ID. Buzz des Modelljahrs 2027 Zugang zum Cloud-Dienst Road Experience Management. Anonymisierte Daten von Automobilen zu Markierungen, Schildern und Straßenbeleuchtung dienen der Verbesserung der Karten, auf denen Assistenzsysteme beruhen.

Volkswagen sagt, die Informationen können helfen, das Auto zu zentrieren, wenn Markierungen schlecht sichtbar sind, und die Geschwindigkeit an den Verkehrsfluss anzupassen, ohne die gesetzliche Grenze zu überschreiten. Der Dienst ist ein Jahr im amerikanischen Paket In-Vehicle Premium enthalten, danach abonnementpflichtig. Diese Bedingung gilt nicht automatisch für die anderen Modelle und nicht für den europäischen Markt.

Was das für Fahrer in Rumänien bedeutet

IQ.DRIVE ist ein Überbegriff für mehrere Assistenzsysteme; die Ausstattung unterscheidet sich zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Europäische Volkswagen-Versionen bieten bereits Kombinationen aus Travel Assist, Lane Assist, adaptiver Geschwindigkeitsregelung und Emergency Assist, die neue Funktion zum Halt auf dem Standstreifen ist für Rumänien jedoch nicht offiziell angekündigt.

Auch wenn all diese Systeme aktiv sind, arbeitet das Auto auf Automatisierungsstufe 2: Es kann unter bestimmten Bedingungen gleichzeitig Lenkung und Geschwindigkeit steuern, übernimmt aber nicht die Verantwortung für das Fahren. Der Fahrer muss die Straße dauerhaft überwachen und sofort eingreifen können.

Quellen: Volkswagen of America – offizielle IQ.DRIVE-Vorstellung, Self Drive News – IQ.DRIVE-Funktionen für Modelljahr 2027, Motor1 – Ankündigung der IQ.DRIVE-Updates