Fabrizio Giugiaro überarbeitet mit HOMMAGE 26 seine frühere Designarbeit am Gallardo. Das von CAVËN Atelier beauftragte und von GFG Style entwickelte Projekt wurde am 31. Oktober 2026 beim Concours at Wynn Las Vegas vorgestellt. Geplant sind 25 nummerierte Fahrzeuge, die jeweils auf einem vorhandenen Spenderauto aufbauen. Eine Carbonkarosserie und ein von Italtecnica überarbeiteter Saugmotor gehören zu den zentralen Änderungen.

Die offizielle Beschreibung nennt einen 5,0-Liter-V10 mit 540 PS in der GT-Ausführung und 560 PS als Performance. Dazu kommt ein manuelles Getriebe. Es handelt sich um ein eigenständiges Umbauprogramm von CAVËN und GFG, nicht um eine Ankündigung von Lamborghini, die ursprüngliche Gallardo-Produktion wieder aufzunehmen.

Foto: CAVËN Atelier.

Ein neuer Blick auf eine Arbeit von 1998

HOMMAGE 26 bildet den Auftakt der Designer Series von CAVËN Atelier. Die erklärte Idee besteht darin, einen Designer zu einer früheren Arbeit zurückkehren zu lassen. Seine heutige Erfahrung soll mit Materialien, Entwicklungswerkzeugen und Fertigungsmöglichkeiten zusammenkommen, die beim ursprünglichen Entwurf anders oder noch nicht verfügbar waren.

Giugiaro bezieht sich dabei auf seinen Entwurf aus dem Jahr 1998 und arbeitet nun über das GFG-Style-Zentrum in Moncalieri. Die Grundproportionen sollen erkennbar bleiben, während die Karosserieflächen neu ausgeführt werden. Das ist die gestalterische Ausgangslage des heutigen Projekts und keine vollständige Darstellung aller Entwicklungsschritte des damaligen Serien-Gallardo.

Vorn wird eine verdeckte Beleuchtung umgesetzt, deren Elemente nach unten verschwinden. Giugiaro beschreibt die Verbindung von Scheinwerfern und Lufteinlässen als frühere Absicht, die sich damals technisch nicht auf dieselbe Weise realisieren ließ. Der neue Aufbau greift daher einen konkreten Gedanken des ursprünglichen Designs auf, anstatt lediglich einen alten Stoßfänger nachzubauen.

Carbonflächen mit erkennbaren Proportionen

GFG erklärt, dass die Karosserieflächen in Carbon neu gestaltet wurden. Die Seitenansicht zeigt weiterhin ein niedriges Dach, eine kompakte Kabine und die ausgeprägte Luftführung hinter den Türen. Die Ausführung der Einlässe und des unteren Karosseriebereichs wurde verändert, ohne die bekannte Grundarchitektur optisch aufzugeben.

Oranger HOMMAGE 26 in der Seitenansicht

Oranger HOMMAGE 26 in der Seitenansicht. Foto: CAVËN Atelier.

Aus dem Materialeinsatz lässt sich allerdings keine bestimmte Gewichtsersparnis ableiten. Eine endgültige Fahrzeugmasse oder ein gemessener Vergleich mit dem jeweiligen Spender ist nicht veröffentlicht. Die Pressebilder zeigen die vorgestellte Ausführung und ersetzen weder eine technische Gewichtsangabe noch eine vollständige Liste aller möglichen Kundenkonfigurationen.

Am Heck beschreibt GFG einen fließenden visuellen Zusammenhang zwischen Dach und Abschluss. Ein Spoiler und zwei aktive seitliche Klappen werden in die neue Gestaltung integriert. Für HOMMAGE 26 nennt die Mitteilung keine Abtriebswerte und keinen Luftwiderstandsbeiwert. Ein bezifferter aerodynamischer Vorteil kann daher nicht allein aus den beweglichen Bauteilen errechnet werden.

HOMMAGE 26 während der Fahrt, Ansicht schräg von hinten

HOMMAGE 26 während der Fahrt, Ansicht schräg von hinten. Foto: CAVËN Atelier.

Zwei Leistungsstufen für den Saugmotor

Italtecnica hat den 5,0-Liter-V10 für eine Drehzahl von 8.500 U/min überarbeitet. Die genannten 540 und 560 PS sind die gesamten angekündigten Leistungen der beiden Ausführungen. Der Unterschied beträgt 20 PS. Die Angaben stammen aus der GFG-Spezifikation und sind keine von Carboratory ermittelten Prüfstandswerte.

Das manuelle Getriebe hält die Gangwahl beim Fahrer. Eine offizielle Beschleunigung von null auf 100 km/h oder eine Höchstgeschwindigkeit veröffentlicht GFG nicht. Dafür wären neben der Leistung weitere Eigenschaften des fertigen Autos und seiner Übersetzung entscheidend. Die Werte einer anderen Gallardo-Version lassen sich nicht ohne Weiteres übernehmen.

Gerade beim Motor ist die historische Abgrenzung wichtig. Lamborghini ordnet den Wechsel zum 5,2-Liter-V10 in seiner eigenen Dokumentation dem Facelift von 2008 und der Bezeichnung LP 560-4 zu. HOMMAGE 26 wird mit dem früheren 5,0-Liter-Motor beschrieben. Eine ähnliche Leistungszahl bedeutet deshalb nicht, dass hier der spätere Serienantrieb verwendet wird.

Innenraum mit sichtbarer Schaltkulisse

Für das Interieur kündigt GFG neue Grafiken und überarbeitete Sitze an. Giugiaro nennt besseren Komfort und verbesserte Ergonomie als Ziele. Das sind Aussagen des Designers und keine Ergebnisse eines unabhängigen Fahrtests. Das offizielle Innenraumbild zeigt die offene Metallschaltkulisse, Instrumente vor dem Fahrer und physische Bedienelemente auf der Mittelkonsole.

HOMMAGE-26-Innenraum mit offener Metallschaltkulisse

HOMMAGE-26-Innenraum mit offener Metallschaltkulisse. Foto: CAVËN Atelier.

Zwischen Fahrgastraum und Motorbereich sitzt ein neues Heckfenster, das geöffnet werden kann. Laut GFG soll dadurch der Klang des V10 direkter in die Kabine gelangen. Eine akustische Messung enthält die Mitteilung nicht. Die Funktion wird als Bestandteil des Entwurfs erklärt, ohne einen bestimmten Geräuschpegel für jede Fahrsituation zu versprechen.

Das Fahrwerk erhält eine elektronische Regelung mit den Modi Comfort und Sport. Hinzu kommen überarbeitete Bremsen und speziell gestaltete Räder. GFG gibt in der Vorstellung keine Bremsscheibenmaße oder Anhaltewege an. Damit sind die vorgesehenen Eingriffe benannt, ihre Wirkung gegenüber jedem möglichen Spenderfahrzeug ist aber nicht zahlenmäßig dokumentiert.

Der gemeldete Einstiegspreis lässt den Spender außen vor

Motor1 nennt einen Einstiegspreis von 900.000 € vor Steuern und ohne Spenderauto. Auch Top Gear berichtet von 900.000 € unter Ausschluss des zugrunde liegenden Gallardo. Die technische GFG-Mitteilung enthält kein individuelles Angebot; der Betrag ist somit nicht als vollständiger Preis für ein in Deutschland geliefertes und zugelassenes Auto zu verstehen.

CAVËN sieht in seinen veröffentlichten Bedingungen individuelle schriftliche Vereinbarungen für Verkäufe und Umbauten vor. Technische und rechtliche Machbarkeit werden für den Einzelfall geprüft; nicht originale Änderungen können Zulassung und Garantie beeinflussen. Für einen Interessenten sind daher das akzeptierte Spenderfahrzeug, der genaue Arbeitsumfang und die Bedingungen der eigenen Bestellung entscheidend. Die geplanten 25 Exemplare sagen weder, wie viele Plätze noch frei sind, noch wann ein bestimmtes Kundenauto fertiggestellt wird.

Quellen