Rumäniens Neuwagenmarkt hat im Oktober 2026 insgesamt 12.116 neue Pkw zugelassen. Das waren 5,63 Prozent weniger als im Oktober 2025, wie der rumänische Automobilherstellerverband ACAROM am 2. November mitteilte. Von Januar bis Oktober sanken die Neuzulassungen um 10,1 Prozent auf 109.326 Fahrzeuge. Hybride und batterieelektrische Autos legten im selben Zeitraum dennoch zu.
Die Statistik erfasst Zulassungen in Rumänien und damit weder die Produktion rumänischer Autofabriken noch den weltweiten Absatz der dort vertretenen Marken. Auch der Zeitpunkt eines Kaufvertrags oder einer Bestellung geht daraus nicht hervor. Für den Vergleich mit Deutschland ist diese Abgrenzung wesentlich: Ein rumänischer Zulassungswert beschreibt einen bestimmten nationalen Markt und lässt sich nicht als Aussage über die gesamte europäische Nachfrage lesen.
Dacia führt, BYD liegt knapp hinter Renault
Im Markenvergleich für die ersten zehn Monate steht Dacia mit 22.633 Pkw an der Spitze. Toyota folgt mit 12.158 Fahrzeugen, Skoda mit 8.726. Volkswagen erreicht 7.704 Zulassungen und Renault 5.201. Dacia kommt damit rechnerisch auf rund 20,7 Prozent des rumänischen Neuwagenmarktes. Der Abstand zu Toyota beträgt 10.475 Autos und damit fast so viele Fahrzeuge wie Dacias halber eigener Gesamtwert.
Auf dem sechsten Platz liegt BYD mit 4.969 Zulassungen. Zur fünftplatzierten Marke Renault fehlen 232 Fahrzeuge. Dahinter nennt ACAROM Mercedes-Benz mit 4.426, Ford mit 4.363, Hyundai mit 4.192 und BMW mit 3.838 Pkw. Zwischen Mercedes-Benz und Ford liegen lediglich 63 Autos. Die genannte Reihenfolge gilt für Januar bis Oktober, nicht ausschließlich für den Oktober.
Der Verband veröffentlicht in dieser Mitteilung keine Rangliste einzelner Modelle. Aus dem Vorsprung von Dacia lässt sich deshalb nicht ableiten, welches Modell den größten Beitrag geliefert hat. Ebenso fehlt eine Aufteilung der einzelnen Marken nach Antriebsart. Der Gesamtwert von BYD beantwortet hier nicht die Frage, wie viele Fahrzeuge der Marke batterieelektrisch und wie viele hybrid angetrieben waren.
Hybride stellen die Mehrheit der neuen Pkw
In der Antriebsübersicht entfallen 62.059 Neuzulassungen auf Hybride. Gegenüber den ersten zehn Monaten 2025 entspricht das einem Zuwachs von 3,8 Prozent. Der aus den veröffentlichten Zahlen berechnete Marktanteil beträgt etwa 56,8 Prozent. Die vier anderen Kategorien kommen zusammen auf 47.267 Fahrzeuge. Hybride liegen damit um 14.792 Pkw über diesem gemeinsamen Rest.
Was sich hinter dem Sammelbegriff verbirgt, schlüsselt der Oktoberbericht nicht weiter auf. Er nennt keine getrennten Zahlen für Mildhybride, Vollhybride und Plug-in-Hybride. Der Anteil von 56,8 Prozent darf deshalb nicht als Quote der extern aufladbaren Autos ausgegeben werden. Auch die tatsächlich elektrisch gefahrenen Strecken oder das Ladeverhalten der Halter sind in dieser Zulassungsstatistik nicht erfasst.
Batterieelektrische Pkw erreichen 9.384 Zulassungen und wachsen um 45,6 Prozent. Ihr berechneter Marktanteil liegt bei rund 8,6 Prozent. Obwohl das die höchste prozentuale Steigerung der fünf Kategorien ist, bleibt ihr Volumen unter den 13.078 LPG-Fahrzeugen. Gegenüber dem Diesel beträgt der Vorsprung hingegen 3.054 Autos. Wachstumstempo und absolute Größe einer Antriebsgruppe führen also zu unterschiedlichen Rangfolgen.
Diesel verliert stärker als Benzin und Autogas
Für die Kategorie Benzin meldet ACAROM 18.475 Pkw, ein Minus von 34,9 Prozent. Die LPG-Kategorie, also Autogas, geht um 20,2 Prozent auf 13.078 Fahrzeuge zurück. Diesel sinkt um 40,3 Prozent auf 6.330 Autos. Damit ist Diesel sowohl die kleinste Gruppe als auch jene mit dem stärksten prozentualen Rückgang im veröffentlichten Antriebsvergleich.
Rechnerisch ergeben sich Anteile von ungefähr 16,9 Prozent für Benzin, 12 Prozent für LPG und 5,8 Prozent für Diesel. Diese Aufteilung folgt den Kategorien des Verbandes. Ein Hybrid kann einen Benzinmotor besitzen und trotzdem in der separaten Hybridgruppe erscheinen. Aus dem Anteil der Benzinkategorie lässt sich somit nicht die Zahl sämtlicher neuer Pkw ableiten, die Benzin als Kraftstoff verwenden können.
Der Vergleich der ACAROM-Berichte nach neun und zehn Monaten erlaubt außerdem eine rechnerische Betrachtung des Oktobers. Die Differenzen betragen 6.635 Hybride, 1.495 batterieelektrische Autos, 1.969 LPG-Pkw, 1.488 Fahrzeuge der Benzinkategorie und 529 Diesel. Zusammen ergeben sie die gemeldeten 12.116 Neuzulassungen. Diese Werte sind redaktionelle Berechnungen aus zwei kumulierten Reihen und keine zusätzlich veröffentlichte monatliche Antriebstabelle.
Mehr als im September, weniger als vor einem Jahr
Im September hatte der Verband 11.068 neue Pkw und einen Rückgang um 11,2 Prozent gegenüber September 2025 gemeldet. Oktober liegt um 1.048 Fahrzeuge darüber, entsprechend einem berechneten Zuwachs von rund 9,5 Prozent zum Vormonat. Gleichzeitig bleibt der Oktoberwert um 5,63 Prozent unter seinem Vorjahresmonat. Beide Aussagen können zutreffen, weil sie unterschiedliche Ausgangswerte verwenden.
Die Mitteilung enthält keine Saisonbereinigung und keine Korrektur nach Arbeitstagen. Allein der Anstieg gegenüber September belegt daher keine dauerhafte Erholung. Auch die etwas geringere kumulierte Rückgangsrate benötigt eine Einordnung. Nach neun Monaten lag das Minus bei 10,62 Prozent; nach zehn Monaten beträgt es 10,1 Prozent. In absoluten Zahlen ist die Lücke zum Vorjahr trotzdem größer geworden.
Ende September standen 97.210 neuen Pkw des Jahres 2026 insgesamt 108.770 aus dem Vergleichszeitraum 2025 gegenüber. Die Differenz betrug 11.560 Autos. Nach Oktober liegt der Abstand zwischen 109.326 und 121.609 bei 12.283 Fahrzeugen. Somit ist das Defizit um 723 Autos gewachsen. Eine kleinere negative Prozentzahl bedeutet hier keinen Abbau des absoluten Rückstands.
Gebrauchtwagen: Erfasst wird die erste Zulassung im Land
Bei gebrauchten Pkw, die erstmals in Rumänien zugelassen wurden, nennt ACAROM für Oktober 27.216 Einheiten. Das entspricht einem Rückgang um 23,8 Prozent gegenüber Oktober 2025. Auf zehn Monate summieren sich 254.323 Fahrzeuge, verglichen mit 298.598 ein Jahr zuvor. Das Minus beträgt 14,8 Prozent beziehungsweise rechnerisch 44.275 Autos.
Der kumulierte Gebrauchtwagenwert ist damit etwa 2,33-mal so hoch wie die Zahl neuer Pkw. Er bildet jedoch nicht sämtliche Geschäfte mit Gebrauchtwagen in Rumänien ab: Halterwechsel bei Autos, die bereits im Land zugelassen sind, werden durch die Kennzahl der ersten rumänischen Zulassung nicht beschrieben. Aus dem Verhältnis lässt sich folglich kein vollständiger Vergleich aller Neu- und Gebrauchtwagenkäufe gewinnen.
Kaufpreise, Rabatte und Auftragsbestände liefert die Veröffentlichung ebenfalls nicht. Die niedrigeren Zulassungszahlen belegen daher für sich genommen keine Preissenkung eines bestimmten Modells oder Händlerangebots. Sie zeigen den Umfang und die Antriebsstruktur der registrierten Fahrzeuge, ohne eine einzelne Ursache für den Rückgang nachzuweisen.
Illustration: zwei Dacia Duster aus der offiziellen Mediathek von Dacia Rumänien. Die redaktionelle Verwendung erfolgt gemäß den dortigen Bedingungen; die Rechte verbleiben bei Dacia oder den jeweiligen Rechteinhabern.



