

Nissan hat den neuen Pixo als elektrischen Stadtwagen für Europa vorgestellt. Der Kleinwagen aus dem A-Segment nutzt einen Elektromotor mit 80 PS, eine 27,5-kWh-LFP-Batterie und eine maximale WLTP-Reichweite von ungefähr 259 bis 263 Kilometern. Er wird unterhalb des Elektro-Micra in der europäischen Nissan-Palette stehen und soll Anfang 2027 auf den Markt kommen.
Der Name kehrt nach rund zwölf Jahren zurück, doch technisch hat das neue Modell keinen direkten Bezug zum Benzin-Pixo aus den Jahren 2009 bis 2013. Dieser ältere Kleinwagen war mit dem Suzuki Alto verwandt. Der neue Pixo stammt aus dem gemeinsamen Renault-Nissan-Projekt für kompakte Elektrofahrzeuge in Europa.
Nissans kleinster Elektro-Pkw
Nissan kündigte den Namen Pixo am 9. September an und stellte das Fahrzeug am 23. September 2026 vollständig vor. Der japanische Hersteller beschreibt es als vollelektrisches Stadtauto des A-Segments, das in Europa für europäische Kunden entwickelt und gebaut wird. Es ergänzt Leaf und Micra; später soll ein elektrischer Juke hinzukommen.
Fahrzeuge des A-Segments werden vor allem für Pendelstrecken, Einkäufe und kurze Wege genutzt. Kleine Außenmaße, ein enger Wendekreis und niedriger Verbrauch sind im Stadtverkehr häufig wichtiger als hohe Leistung oder eine große Autobahnreichweite. Der Pixo ist deshalb auf tägliche Kurzstrecken und leichtes Rangieren ausgelegt.
Nissan gibt dem Modell ein eigenes Erscheinungsbild. Die vorderen Leuchten greifen ein Pixel-Thema auf, während Motorhaube, Stoßfänger, Rückleuchten und Räder anders gestaltet sind als beim Renault Twingo. Eigene Farben und Details sollen den Pixo trotz der gemeinsamen technischen Basis als Nissan erkennbar machen.
Batterie, Reichweite und Laden
Der Pixo erhält eine 27,5-kWh-Batterie und einen Elektromotor mit rund 60 kW beziehungsweise 80 PS. Die nach der Präsentation veröffentlichten Daten nennen eine WLTP-Reichweite zwischen 259 und 263 Kilometern. WLTP ist ein standardisiertes Prüfverfahren; Kälte, Autobahntempo, Heizung und Beladung können die tatsächliche Reichweite verringern.
Eine kleinere Batterie hilft beim Gewicht und bei den Kosten. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, kommt damit im Stadtverkehr möglicherweise mehrere Tage aus. Für regelmäßige lange Fahrten ist ein so kleines Batteriepaket weniger geeignet. Die technische Philosophie des Pixo setzt auf passende Größe und niedrigen Verbrauch statt auf maximale Reichweite.
Die DC-Schnellladung liegt bei ungefähr 50 kW. Der Renault Twingo E-Tech electric aus derselben technischen Familie kann mit der entsprechenden Ausstattung in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Nissan muss die Ladeausstattung für jedes Land noch genau festlegen, weil Serienumfang und Optionen abweichen können.
Die 80 PS passen zum Einsatzgebiet. Nach der Präsentation veröffentlichte Daten nennen rund 12,1 Sekunden für 0–100 km/h. Das ist keine sportliche Beschleunigung, aber für Ampelstarts und Stadtverkehr ausreichend. Auf Schnellstraßen werden Leistung, Beladung und Batteriestand stärker spürbar sein.
Verwandtschaft mit Renault Twingo und Dacia Spring
Der Pixo ist Teil eines gemeinsamen Industrieprojekts. Renault entwickelt und produziert die technische Basis, während Nissan das Außendesign und die Markenpositionierung übernimmt. Die AmpR-Small-Familie erlaubt gemeinsame Bauteile und Produktionsabläufe für mehrere kompakte Elektrofahrzeuge.
Die gemeinsame Architektur senkt Entwicklungszeit und Kosten, macht den Pixo aber nicht automatisch identisch mit dem Twingo. Software, Sitze, Fahrwerksabstimmung, Geräuschdämmung und Ausstattung können anders ausfallen. Praktische Lösungen wie verschiebbare Rücksitze sollen den kleinen Innenraum flexibel nutzbar machen.
Der Dacia Spring ist ein weiterer Vergleichspunkt, verfolgt aber stärker einen konsequenten Low-Cost-Ansatz und besitzt eine eigene Karosserie. Der Pixo ist technisch näher am Twingo, soll sich aber durch Nissan-Design und Ausstattung abheben. Erst die Preise und Serienausstattungen werden zeigen, wie stark sich die Angebote überschneiden.
Preis und Marktstart
Erste britische Berichte nennen ein Ziel von weniger als 20.000 Pfund und Schätzungen um 18.000 Pfund für die Einstiegsversion. Das ist kein offizieller Nissan-Preis für Deutschland oder den Euroraum. Der endgültige Betrag hängt von Ausstattung, Steuern, Transportkosten und möglichen Förderungen ab.
Der Marktstart im Jahr 2027 bringt den Pixo in eine wachsende Gruppe europäischer Elektro-Stadtwagen. Nissan erweitert damit seine Modellpalette unterhalb des Micra und kann auf ein bestehendes Vertriebsnetz zurückgreifen. Für Käufer werden die Batteriegarantie, die serienmäßige oder optionale Schnellladung, die Ausstattung und die Winterreichweite entscheidend sein.
Für Deutschland hat Nissan noch nicht alle Versionen, Preise, Bestelltermine und Lieferfristen veröffentlicht. Die europäische Premiere bedeutet nicht, dass jedes Land exakt dieselbe Konfiguration erhält. Die nationalen Nissan-Organisationen müssen die jeweiligen Angaben separat bekannt geben.
Das bestätigte Bild ist damit klar: Der Nissan Pixo ist ein europäischer Elektro-Stadtwagen mit 80 PS, 27,5-kWh-Batterie, rund 260 Kilometern WLTP-Reichweite und einem geplanten Marktstart 2027. Preise und Ausstattungen für die einzelnen Länder stehen noch aus.
Für die Einordnung in Deutschland ist außerdem wichtig, dass die Reichweite nicht mit einer täglichen Pflicht zur Schnellladung verbunden ist. Bei kurzen Wegen kann das Auto überwiegend langsam zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden. Die 50-kW-Gleichstromladung ist vor allem für gelegentliche längere Strecken interessant. Ob sie serienmäßig angeboten wird oder an eine bestimmte Ausstattung gebunden ist, muss Nissan noch für den deutschen Markt erklären. Auch die Batteriegarantie und die Wartungskosten gehören zu den Angaben, die vor dem Verkaufsstart noch fehlen.
Bild: Nissan/Auto Express. Die Bilder stammen aus der Galerie des bereitgestellten Artikels und wurden lokal als WebP gespeichert.



