Volkswagen Nutzfahrzeuge bietet den ID. Buzz Cargo erstmals mit langem Radstand an. Die Verlängerung um 250 mm steigert das Ladevolumen von 3,9 auf 4,4 m³ und bringt die große Batterie mit 86 kWh Nettokapazität in den Kastenwagen. Der Vorverkauf des 250 kW starken 4MOTION beginnt in Deutschland bei 50.630 Euro netto. Eine Woche später folgt der Hecktriebler mit 210 kW ab 48.490 Euro netto.
Zu diesen Preisen kommen Mehrwertsteuer sowie Überführungs- und Zulassungskosten. Die Einführung erfolgt nicht in allen Ländern gleichzeitig. In Frankreich öffnet Volkswagen die Bestellbücher erst im November; weitere nationale Preise und Termine stehen noch aus.
2.458 Millimeter lange Ladefläche
Der nutzbare Ladeboden wächst auf 2.458 mm. Zwischen den Radkästen bleiben 1.230 mm Breite. Damit gewinnt der LWB gegenüber dem normalen Cargo 0,5 m³ Volumen, ohne dass Volkswagen die Grundform des Laderaums wesentlich verändert.
Ein Holzboden und eine zweite seitliche Schiebetür gehören zur Serienausstattung. Die seitliche Öffnung ist 190 mm breiter und nimmt nun eine Europalette auf. Für Handwerk oder Zustellung kann dieser Zugang wichtiger sein als der reine Volumenwert: Material lässt sich von der Gehwegseite entnehmen, selbst wenn hinter dem Fahrzeug kein Platz zum Öffnen vorhanden ist.
Am Heck stehen eine große Klappe oder zwei Flügeltüren zur Wahl. Das Fahrerhaus wird mit zwei oder drei Sitzplätzen angeboten und erhält eine manuell einstellbare Lordosenstütze. Gebaut wird auch der lange Cargo im Volkswagen-Nutzfahrzeugwerk Hannover.

Der 4,4 m³ große Laderaum besitzt einen 2.458 mm langen Boden. Bild veröffentlicht von Auto Express; die Rechte verbleiben beim ursprünglichen Urheber oder Lieferanten.
4MOTION kostet Nutzlast
Mit Heckantrieb sind bis zu 700 kg Nutzlast angegeben. Der zusätzliche Frontmotor des 4MOTION senkt den Höchstwert auf 606 kg. Die Differenz von 94 kg ist im gewerblichen Alltag spürbar. Wer regelmäßig die zulässige Gesamtmasse ausnutzt, erhält mit der stärkeren Variante mehr Traktion, darf aber weniger Ladung mitnehmen.
Volkswagen Niederlande nennt einen marktbezogenen Maximalwert von 690 kg. Ausstattung und nationale Typgenehmigung können das Leergewicht verändern. Maßgeblich ist deshalb der Wert in den Fahrzeugpapieren der tatsächlich bestellten Konfiguration, insbesondere nach dem Einbau von Regalen, Kühlung oder Werkstattausrüstung.
Beide LWB-Antriebe dürfen laut Volkswagen Frankreich gebremste Anhänger bis 1.800 kg ziehen, auch bei zwölf Prozent Steigung. Für den bisherigen Cargo mit normalem Radstand und Heckantrieb weist Volkswagen in Großbritannien 1.200 kg aus.
Große Batterie für beide Antriebe
Die Langversion erhält ausschließlich die 86-kWh-Batterie. Beim normalen Radstand setzt Volkswagen in diesem Vergleich 79 kWh ein. Der Heckmotor leistet 210 kW beziehungsweise 286 PS. Beim 4MOTION treibt ein zweiter Motor die Vorderachse an; die Systemleistung steigt auf 250 kW oder 340 PS.
Eine WLTP-Reichweite und eine konkrete Ladezeit für den Cargo LWB nennt die Mitteilung vom 23. September nicht. Beim langen Personenmodell ist die 86-kWh-Batterie mit bis zu 200 kW Gleichstrom-Ladeleistung verbunden. Unter den vom Hersteller definierten Bedingungen dauert der Hub von fünf auf 80 Prozent ungefähr 30 Minuten. Diese Angaben beschreiben verwandte Technik, ersetzen aber keine Homologationswerte für den Kastenwagen.
Bei einem Nutzfahrzeug ist die Abgrenzung besonders wichtig. Zuladung, Dachaufbauten, Anhänger, Geschwindigkeit und Temperatur wirken sich erheblich auf den Verbrauch aus. Eine Reichweitenangabe des Siebensitzers lässt sich daher nicht unverändert auf einen voll beladenen Cargo übertragen.
Physische Tasten statt Touchflächen
Das Multifunktionslenkrad erhält neu gestaltete Drucktasten und verabschiedet sich von berührungsempfindlichen Bedienflächen. Das Innovision-Infotainment bringt zudem einen App-Store für Audio, Videostreaming, Parken, Laden und Spiele.
Der optionale Travel Assist kann jetzt Ampeln erkennen. Erfasst das System Rot, bremst es innerhalb seiner Systemgrenzen bis zum Stillstand. Der Fahrer bleibt für die Beobachtung von Verkehr und Signalen verantwortlich; eine autonome Fahrfunktion ist das nicht.
Neu ist auch ein stärkeres One-Pedal-Fahren. Die Rekuperation verzögert den Transporter bis zum vollständigen Halt. Auf einer Lieferroute mit vielen Stopps kann dies die Bedienung vereinfachen und Energie zurückgewinnen. In Gefahrensituationen oder außerhalb der Systemgrenzen bleibt das Bremspedal notwendig.
Vehicle-to-Load versorgt externe Geräte über einen Adapter am Ladeanschluss. Volkswagen Niederlande gibt 2,0 kW Dauerleistung an und nennt Tischsäge oder Baustellenradio als Beispiele. Ein britischer Medienbericht spricht von 3,6 kW. Vor einer Bestellung sollte deshalb die länderspezifische Freigabe samt Adapter geprüft werden.
Einordnung im kompakten Transportersegment
Mit 4,4 m³ erreicht der lange ID. Buzz Cargo das genannte Volumen mehrerer kompakter Elektrotransporter, darunter Kia PV5 Cargo und die langen Varianten der Stellantis-Modelle. Gleiche Kubikmeter bedeuten aber keine identische Nutzbarkeit: Türbreite, Innenhöhe, Nutzlast, Preis und Werkstattnetz bleiben entscheidend.
Der kurze Cargo mit 3,9 m³ ist für enge Innenstädte weiterhin sinnvoll, wenn sein Raum genügt. Die Langversion richtet sich eher an Betriebe, die Gegenstände bis fast 2,5 Meter Länge transportieren, eine Europalette seitlich laden oder täglich beide Schiebetüren nutzen.
Volkswagen beziffert den deutschen Aufpreis gegenüber einem vergleichbaren Modell mit normalem Radstand auf rund 2.340 Euro netto. Für eine vollständige Betriebskostenrechnung fehlen noch die WLTP-Werte der einzelnen Varianten, die exakte Nutzlast je Ausstattung sowie Versicherungs- und Energiekosten.



