Offizielles Pressefoto von Alfa Romeo/Stellantis zur Ankündigung der Edizione Luna Rossa am 24. September 2026.
Alfa Romeo bietet Junior, Tonale, Giulia und Stelvio künftig als Edizione Luna Rossa an. In Italien können die vier Modelle ab dem 25. September 2026 bestellt werden. Die Einstiegspreise betragen 37.800 Euro für den Junior, 48.950 Euro für den Tonale, 71.250 Euro für die Giulia und 73.350 Euro für den Stelvio.
Diese Angaben gelten für den italienischen Markt. Termine und Preise für sämtliche europäischen Länder nennt die zentrale Mitteilung nicht. Auch eine nummerierte Auflage wurde nicht angekündigt. Der Name stammt von der Giulia Quadrifoglio Luna Rossa, deren zehn Exemplare bereits verkauft sind. V6-Motor und funktionales Carbon-Aerodynamikpaket dieses Kleinserienmodells werden jedoch nicht übernommen.
Junior und Tonale zeigen das Segelthema deutlich
Für die beiden SUV gibt es einen neuen Grauton, dessen Vorlage laut Hersteller die persönlichen Auftriebshilfen der Luna-Rossa-Crew sind. Ein roter Streifen mit dem Schriftzug des Teams verläuft unten an den Fahrzeugseiten. Die Alfa-Romeo-Embleme erhalten einen roten Hintergrund, während Karosserieelemente glänzend schwarz ausgeführt sind. Alternativ bleiben weiße und schwarze Lackierungen im Angebot.
Beim Junior messen die schwarzen Räder 18 Zoll. Der Tonale bekommt ein exklusives 20-Zoll-Design. Alfa Romeo nennt weder einen aerodynamischen Vorteil noch eine Änderung an Fahrwerk oder Bremsen des Junior. Die äußeren Maßnahmen dienen damit der Wiedererkennung und nicht einer belegten Steigerung der Fahrleistung.
In beiden Innenräumen kommt 3D-Knit-Material zum Einsatz. Es wird mit einem durchgehenden Faden, einem Bauteil und einem Futter gefertigt. Alfa Romeo zufolge sinken dadurch Materialverbrauch und Produktionsabfall; konkrete Prozentwerte werden nicht genannt. Stellantis setzt die Technik nach eigenen Angaben erstmals in einem Fahrzeuginnenraum ein.
Der Junior kombiniert das Gewebe mit grauen Einsätzen, Nähten und Luna-Rossa-Logos auf Sitzen und Türen. Grafiken auf Armaturentafel und Mitteltunnel orientieren sich am Aufbau von Segeln. Beim Tonale taucht die Struktur als Muster der Ambientebeleuchtung auf. Dazu kommen graue Nähte sowie schwarze Oberflächen an Konsole, Türen und Luftausströmern. Beide Modelle haben Aluminiumpedale und Einstiegsleisten.
Bekannte Antriebe statt zusätzlicher Leistung
Der Junior ist als Hybrid oder Elektroauto erhältlich. Der Hybrid nutzt einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 145 PS und ein Sechsgang-eDCT. Zur Wahl stehen Frontantrieb und Q4-Allradantrieb. Der elektrische Junior leistet 115 kW beziehungsweise 156 PS und besitzt eine 54-kWh-Batterie. Für die Sonderausstattung nennt Alfa Romeo weder eine andere Reichweite noch eine erhöhte Ladeleistung.
Beim Tonale bleiben drei Antriebe verfügbar. Der 1,5-Liter-Hybrid leistet 175 PS und ist mit einer Siebengang-Automatik gekoppelt. Der 1,6-Liter-Diesel kommt auf 130 PS und nutzt eine Sechsgang-Automatik. Im Plug-in-Hybrid Q4 arbeiten ein 1,3-Liter-Benziner und der Elektroantrieb zusammen. Die Systemleistung wird mit 270 PS angegeben; Allradantrieb und Sechsgang-Automatik gehören dazu.
Giulia und Stelvio erhalten den 2,2-Liter-Turbodiesel mit 160 oder 210 PS. Die schwächere Variante treibt die Hinterräder an, die stärkere besitzt Q4-Allradantrieb. Ein Achtgang-Automatikgetriebe ist jeweils serienmäßig. Geänderte Werte für Beschleunigung, Verbrauch oder Emissionen veröffentlicht der Hersteller nicht.
Carbon und regeneriertes Nylon in Giulia und Stelvio
Weiß ist bei den beiden größeren Modellen Serie, Schwarz und Rosso Etna kosten Aufpreis. Die Einfassung des Kühlergrills und die Spiegelkappen bestehen aus Carbon. Auf den Spiegeln sitzt das Luna-Rossa-Logo. Bei der Giulia kommen Seitenschweller und Heckspoiler aus Carbon hinzu, die gestalterisch an die Quadrifoglio erinnern.
Dunkle 19-Zoll-Räder gehören zur Giulia, der Stelvio rollt auf 21 Zoll. Dahinter sitzen rote Bremssättel. Innen verbinden die Sitze Leder mit ECONYL. Das regenerierte Nylon entsteht unter anderem aus geborgenen Fischernetzen. Ein roter Streifen zieht sich über die Sitze, während Carbonleisten Armaturentafel, Mittelkonsole und Türen abdecken.
Harman-Kardon-Audiosystem und elektronisch geregeltes Fahrwerk sind bei beiden serienmäßig. Die Giulia hat zusätzlich ein elektrisches Schiebedach; beim Stelvio bleibt es eine Option. Von einer speziellen Luna-Rossa-Abstimmung der Dämpfer ist in der Herstellerinformation keine Rede.
Bedienung, Komfort und Assistenz
Junior und Tonale besitzen einen 10,25 Zoll großen Alfa-Connect-Touchscreen mit Navigation sowie kabellosem Apple CarPlay und Android Auto. Das digitale Kombiinstrument misst beim Junior ebenfalls 10,25 Zoll, beim Tonale 12,3 Zoll. Zur italienischen Ausstattung gehören schlüsselloser Zugang, beheizte und elektrisch anklappbare Außenspiegel, beheizte Vordersitze, ein beheiztes Lenkrad, ein automatisch abblendender Innenspiegel und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz mit Lordosenstütze und Massage.
Genannt werden intelligenter adaptiver Tempomat, automatische Notbremsung, Spurhaltehilfe, Verkehrszeichenerkennung und Aufmerksamkeitsüberwachung. Der Junior ergänzt Totwinkelüberwachung, Parksensoren vorn, hinten und an den Seiten sowie eine Rückfahrkamera mit dynamischen Hilfslinien. Beim Tonale sind vordere und hintere Sensoren, Kamera und eine Brembo-Anlage mit roten Sätteln enthalten.
Die Aufstellung bezieht sich auf Italien. Pakete können je nach Land und Motorisierung anders zusammengestellt sein. Deshalb ist für einen Preisvergleich die jeweilige nationale Liste entscheidend. Eine direkte Umrechnung berücksichtigt weder Steuern noch abweichende Serienausstattung.
Alfa Romeo arbeitet an der Segelsteuerung mit
Vorgestellt wurde die Reihe in Neapel vor der zweiten Vorbereitungsregatta zum America's Cup 2027, die vom 24. bis 27. September stattfindet. Alfa Romeo ist seit 2025 offizieller Sponsor von Luna Rossa. Die Kooperation beschränkt sich nicht auf Logos und Sondermodelle.
Nach Angaben von Stellantis bringt die Automarke Erfahrung aus Fahrsimulation, Fahrzeugdynamik und virtueller Analyse ein. Techniker helfen dabei, die Steuerungssoftware für jene Kreisläufe zu schreiben und abzustimmen, welche die Segel bewegen. Zuerst wird das Programm im Simulator des Segelteams geprüft, anschließend auf der echten Yacht erprobt. Luna Rossa liefert dafür die aerodynamischen Lastdaten.
Dass diese Software in eines der vier Straßenautos einzieht, behauptet Alfa Romeo nicht. Für Käufer sind Lackierungen, Materialien, Embleme, Räder und Ausstattung die konkreten Folgen der Partnerschaft. Eine Gesamtstückzahl und ein Produktionsende fehlen ebenfalls. Die Edizione Luna Rossa ist daher nicht mit der auf zehn Fahrzeuge begrenzten Giulia Quadrifoglio gleichzusetzen.



