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Bentley Torcal: bis zu 888 PS, 113,2-kWh-Akku und 600 km
Bentley hat mit dem Torcal sein erstes batterieelektrisches Serienmodell vorgestellt. Gleichzeitig ist es die erste vollständig neue Modellfamilie der Marke seit zehn Jahren. Der Torcal leistet 604 kW (821 PS) und 1.155 Nm, der Torcal S mit aktivierter Launch Control 653 kW (888 PS) und 1.350 Nm. Beide Varianten haben Allradantrieb, einen 113,2-kWh-Akku und eine angegebene maximale Reichweite von 600 km.
Für das Basismodell nennt Bentley 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der S benötigt 2,9 Sekunden und erreicht 260 km/h. Es handelt sich um Herstellerangaben, nicht um Carboratory-Messwerte. Die Spitzenwerte des S stehen laut Fußnote nur mit Launch Control zur Verfügung.
Fünf Meter Länge und 2.795 Kilogramm Leergewicht
Der Torcal ist 5.008 mm lang, 1.677 mm hoch und bei eingeklappten Spiegeln 2.025 mm breit. Der Radstand misst 3.023 mm. Für den Torcal S weist Bentley ein Leergewicht von 2.795 kg, 535 kg maximale Zuladung und 2.700 kg gebremste Anhängelast aus. Unter der Fronthaube befindet sich ein 90 Liter großer Stauraum.
Das Gewicht ordnet die Beschleunigungswerte ein. 888 PS sorgen zwar für hohen Vortrieb, sagen aber nichts über Autobahnverbrauch, wiederholte Bremsungen oder Federungskomfort aus. Solche Eigenschaften lassen sich erst in einem unabhängigen Test mit dokumentierten Bedingungen bewerten.
Bentley Active Ride kombiniert an jedem Rad einen Zweiventildämpfer mit einer elektrisch gesteuerten Hydraulikpumpe. Jede Ecke kann separat geregelt werden, um Wankbewegungen zu reduzieren und die Fahrmodi stärker voneinander abzugrenzen. Die Hinterräder schlagen bei niedriger Geschwindigkeit bis zu fünf Grad entgegen der Vorderräder ein; so sinkt der Wendekreis auf 11 Meter. Bei höherem Tempo lenken sie gleichsinnig.

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10 bis 80 Prozent sollen 16 Minuten dauern
Der 113,2-kWh-Akku kann laut Markteinführung mit bis zu 400 kW Gleichstrom geladen werden. Bentley nennt 16 Minuten für den Bereich von 10 bis 80 Prozent und bis zu 357 km zusätzliche Reichweite in zehn Minuten. Dafür müssen Ladestation, Batterietemperatur, Vorkonditionierung und Ausgangsladezustand passen. Der Wert beschreibt daher ein optimales Szenario und nicht jeden Ladestopp.
Die US-Website bezeichnet die 600 km als EPA-Schätzung für das Modelljahr 2028. Das ist nicht automatisch ein endgültiger WLTP-Wert für Europa. Für die jeweiligen Märkte müssen die Homologationsdaten gesondert vorliegen. Bentley weist zudem darauf hin, dass Bereifung, Ausstattung, Zuladung, Geschwindigkeit, Klimatisierung und Alter des Akkus die tatsächlich erzielte Reichweite verändern.
Ein deutscher Preis ist noch offen. Die für die USA veröffentlichte Angabe lässt sich nicht direkt umrechnen, weil Steuern, Serienausstattung und Marktpositionierung abweichen. Auch der genaue Lieferbeginn und die deutsche Ausstattungsliste wurden noch nicht veröffentlicht.
Der beleuchtete Grill besteht aus 76 LED-Diamanten
Der „Floating Diamond Grille“ enthält 76 einzeln eingesetzte LED-Elemente und zeigt beim Entriegeln eine Lichtanimation. Beim normalen Torcal ersetzt das optionale Bright Design dunkle Details durch silberne Elemente und ergänzt 22-Zoll-Turbine-Räder. Der Torcal S setzt dagegen auf schwarze Embleme, Spiegelkappen und Zierleisten sowie eigene Schweller, Stoßfänger und einen sportlicher gezeichneten Heckdiffusor.
Die Heckklappe nimmt laut Bentley Bezug auf den Gepäckträger des historischen „Blue Train“-Bentley. Im Innenraum treffen gebogene Displays auf gerändelte physische Bedienelemente. Auf einen separaten Bildschirm für den Beifahrer verzichtet die Marke bewusst. Der gläserne Curation Controller verknüpft die Modi Bentley, Comfort, Sport und Refresh mit Antrieb, Licht, Klang, Klima, Belüftung und ausgewählten Sitzfunktionen.

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Zur Materialauswahl gehören Leder, Dinamica, Merinowolle und Ombre-Walnussholz. Den Wollstoff entwickelte Bentley gemeinsam mit Fox Brothers aus Somerset. Im Torcal S sind handbearbeitete Carbon-Oberflächen erhältlich. Die Waterfall-Beleuchtung verteilt mehr als 450 LEDs über Türen und den unteren Bereich des Armaturenbretts.
Instrumente statt einer einfachen V8-Aufnahme
Das serienmäßige Bentley Signature Audio nutzt 16 Lautsprecher und 620 Watt. Das optionale Naim-for-Bentley-System bietet 28 Lautsprecher, 1.780 Watt und Dolby Atmos 7.1.4. Lautsprecher in der Fahrer-Kopfstütze können beispielsweise Navigationshinweise gezielt ausgeben, ohne alle Insassen gleichermaßen zu beschallen.
Die Dynamic Symphony ist der Fahrsound des Elektroantriebs. Bentley ließ Schlagzeug, Viola und Bassgitarre von Musikern aufnehmen und orientierte sich rhythmisch am 6¾-Liter-V8. Die Komposition reagiert auf Geschwindigkeit und Drehmomentanforderung, wird im Sport-Modus lauter und lässt sich vollständig abschalten. Sie ist damit kein dauerhaft abgespieltes Motorgeräusch, sondern eine mit dem Fahrzustand gekoppelte Tonspur.
Assistenzfunktionen bleiben markt- und rechtsabhängig
Intelligent Park Assist übernimmt beim Einparken Lenkung, Pedale und Fahrstufenauswahl. Remote Park Assist ermöglicht die Bedienung über die My-Bentley-App, sofern der Dienst im jeweiligen Markt freigeschaltet ist. Garage Assist speichert die Route in eine Garage, während Reversing Assist die letzten 50 Meter langsamer Fahrt merkt und rückwärts nachfahren kann.
Das optionale Touring Assist soll auf ausgewählten Autobahnen zeitweise freihändiges Fahren erlauben, während die Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht wird. Bentley macht klar, dass Gesetzgebung, Kartenmaterial und verbundene Dienste den Funktionsumfang bestimmen. Die internationale Beschreibung ist deshalb keine Garantie für die Ausstattung deutscher Fahrzeuge.
Gebaut wird der Torcal in Crewe. Er ergänzt Continental GT, Flying Spur und Bentayga als vierte aktuelle Bentley-Baureihe. Die Vorstellung liefert Leistungs-, Batterie- und Maßangaben, lässt für Deutschland aber noch wichtige Punkte offen: Europreis, endgültige WLTP-Homologation, Serienausstattung und Liefertermin.



