Mercedes-Benz plant für 2027 weitere Elektroautos, neue 48-Volt-Hybride und Ergänzungen der G-Klasse-Familie. Zwei Punkte lassen sich unmittelbar aus Unternehmensunterlagen ableiten: Die Hybridvarianten des GLA sind für den Jahresanfang angekündigt, und die Strategiepräsentation von 2026 nennt die Premiere des G-Klasse Cabriolets für 2027. Bei weiteren Projekten müssen bestätigte Entwicklungspläne von Bestell- und Auslieferungsterminen auf einzelnen Märkten getrennt werden.
Das Programm umfasst mehr als eine Liste von sieben Autos. Am 27. Oktober 2026 bekräftigte Mercedes das Ziel, bis Ende 2027 innerhalb von weniger als drei Jahren über 40 neue Modelle einzuführen. Die Zahl beschreibt die gesamte Offensive einschließlich bereits erfolgter Schritte. Sie steht nicht für 40 Premieren allein im Kalenderjahr 2027. Eine Weltpremiere bedeutet zudem nicht, dass Bestellungen und Kundenauslieferungen überall gleichzeitig beginnen.
GLA Hybrid: ein konkreter Termin zum Jahresanfang
Die europäische Vorstellung des neuen GLA vom 29. Juli 2026 kündigt die Hybridvarianten mit 48-Volt-Technik für Anfang 2027 an. Zunächst nennt Mercedes zwei Leistungsstufen mit Front- und Allradantrieb. Ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner wird mit einer elektrischen Maschine kombiniert, die im elektrifizierten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe 8F-eDCT integriert ist. Damit ist die technische Beschreibung genauer als eine bloße Ankündigung zusätzlicher Motoren.
Der zusätzliche elektrische Boost beträgt 22 kW. Die zugehörige technische Anmerkung begrenzt diesen Spitzenwert auf 20 Sekunden bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Die Lithium-Ionen-Batterie des 48-Volt-Systems besitzt einen Energieinhalt von bis zu 1,3 kWh. Laut Mercedes ist bei niedriger Leistungsanforderung elektrisches Fahren im Stadtverkehr möglich. Das beschreibt keinen Plug-in-Hybrid für lange elektrische Strecken nach dem Laden an einer externen Stromquelle.
Ebenfalls für Anfang 2027 ist eine weitere elektrische GLA-Version mit einer 71-kWh-NMC-Batterie vorgesehen. Sie ergänzt die 2026 vorgestellte elektrische Modellfamilie. Die für die Elektrobaureihe genannte maximale WLTP-Reichweite von 657 Kilometern darf nicht automatisch dem Hybrid oder der künftigen 71-kWh-Variante zugeschrieben werden. Für einen Vergleich sind die Daten der jeweiligen konkreten Ausführung erforderlich.
G-Klasse Cabriolet: Premiere und Erprobung sind eigene Schritte
Die Mercedes-Strategiepräsentation von 2026 ordnet die Premiere des Cabriolets der G-Familie dem folgenden Jahr zu. Eine separate Mitteilung vom 2. Dezember 2025 dokumentiert den Beginn von Straßen- und Teststreckenerprobungen in Österreich. Später waren Wintertests in Schweden vorgesehen. Zusammen bestätigen diese Unterlagen das Projekt und einen Präsentationsmeilenstein, aber keinen Auslieferungstermin für jedes Land.
Die Erprobungsmitteilung nennt keine endgültige Motorleistung, Fahrzeugmasse, Kofferraumgröße oder Zeit zum Öffnen des Verdecks. Werte eines G 63 mit festem Dach lassen sich deshalb nicht einfach als Cabriolet-Daten übernehmen. Käufer benötigen die spätere länderspezifische Verkaufsinformation, um tatsächlich angebotene Motorisierungen, den Bestellstart und einen Preis einschließlich der jeweils geltenden Steuern vergleichen zu können.
Der kleinere G hat ein größeres Zeitfenster
Die Konzernstrategie vom Februar 2025 bestätigt einen kleineren Ableger der G-Klasse. Aktualisierte Informationen des Mercedes-Händlernetzes Merbag beschreiben ein eigenständiges Fahrzeug für ein anderes Segment, mit Elektro- und Verbrennungsmotorvarianten. Gleichzeitig stellt diese Quelle klar, dass endgültiger Name, genaue Modellpalette, Preise und offizieller Verkaufsstart in der Schweiz noch nicht öffentlich feststehen. Ein bestätigtes Projekt ist damit noch kein vollständig bestellbares Modell.
Merbag verweist auf eine Aussage von Ola Källenius aus dem Oktober 2026: Das Fahrzeug solle in weniger als 24 Monaten kommen. Dieses Fenster kann bis 2028 reichen und garantiert keine Kundenauslieferungen im Jahr 2027. Endgültige Abmessungen und Architektur lassen sich weder aus der gestalterischen Verwandtschaft zur G-Klasse noch aus den Plattformen von CLA und GLA zuverlässig ableiten.
Auch die nächste A-Klasse benötigt eine eigene Produktankündigung. Die hier herangezogenen offiziellen Unterlagen enthalten keine vollständige Vorstellung der kommenden Generation mit einer verbindlichen Auslieferungszusage für 2027. Eine höhere Karosserie, die Nutzung der MMA-Plattform oder bestimmte Elektro- und Hybridmotorisierungen erfordern jeweils eigene Bestätigungen. Für Käufer des Einstiegsmodells sind eine tatsächlich bestellbare Konfiguration und ein vertraglicher Liefertermin andere Informationen als ein erwarteter Modellname.
Elektrische E-Klasse und AMG-V8 sind getrennte Aussagen
Mercedes hat eine neue vollelektrische E-Klasse ausdrücklich in der Transformationsstrategie vom 20. Februar 2025 genannt. Die Antriebsinformationen vom 27. Oktober 2026 beschreiben außerdem die Skalierung der elektrischen 800-Volt-Architektur auf größere Baureihen einschließlich E- und S-Klasse. Das bestätigt die technische Richtung. Eine endgültige Batteriekapazität, homologierte Reichweite oder einen länderspezifischen Preis der künftigen E-Klasse liefern diese Dokumente jedoch nicht.
Die allgemeine Strategie hält an Verbrennungsmotoren mit vier, sechs und acht Zylindern fest und umfasst einen neuen elektrifizierten V8 für AMG. Daraus allein folgt keine Bestätigung eines C63 mit V8 für 2027. Ebenso dürfen eine erwartete Bezeichnung C53 oder Leistungswerte eines bestehenden CLE ohne eigene Modellvorstellung nicht als endgültige Serienkonfiguration übernommen werden. Die Zuordnung eines Motors zu einer konkreten Baureihe bleibt eine gesonderte Information.
GLC und die Bedeutung des Modelljahrs
Mercedes trennt bei Core- und Top-End-Fahrzeugen die technischen Konzepte für Elektro- und Verbrennungsantriebe, auch wenn sich die Gestaltung annähert. Die GLC-Familie steht für diese Wahl zwischen Antriebsarten. Die allgemeine Strategie bestätigt aber nicht automatisch jede erwartete Modellpflege, Coupé-Version oder Batterie eines Plug-in-Hybrids für 2027. Dafür ist weiterhin eine Veröffentlichung zur jeweiligen Variante erforderlich.
Der US-Kalender verdeutlicht, weshalb Markt und Modelljahr genau genannt werden müssen. Die am 22. Oktober veröffentlichte Übersicht zum Modelljahr 2027 sieht den elektrischen GLC dort für Herbst 2026 und den C 400 4MATIC Electric für Frühjahr 2027 vor. Der neue GLA wird in den USA separat für die zweite Jahreshälfte 2027 als Modell 2028 angekündigt. Diese Angaben legen keinen deutschen Bestell- oder Liefertermin fest und ersetzen keine lokale Verkaufsfreigabe.
Foto: Mercedes-Benz. Offizielles Bild des elektrischen GLA, nicht des kommenden Hybrids. Redaktionelle Nutzung; in WebP umgewandelt.
Quellen
- Mercedes-Benz: Modell- und Antriebsprogramm, 27. Oktober 2026.
- Mercedes-Benz: neuer GLA und Varianten für 2027.
- Mercedes-Benz: Strategie 2026, G-Cabriolet-Premiere auf Seite 11.
- Mercedes-Benz: G-Klasse-Cabriolet-Erprobung, 2. Dezember 2025.
- Merbag: aktueller Stand der kleineren G-Klasse.
- Mercedes-Benz: Transformationsstrategie, 20. Februar 2025.
- Mercedes-Benz USA: Änderungen zum Modelljahr 2027.
- Mercedes-Benz USA: GLA-Mitteilung und offizielles Foto.



