Die Produktion von Range Rover Evoque und Velar endet Mitte 2027. Das teilte JLR der US-Publikation Car and Driver mit. In ausgewählten Märkten mit weiterhin hoher Nachfrage sollen beide Modelle im Laufe des Jahres noch verkauft werden. Laut Autocar sind keine direkten Nachfolger vorgesehen. Damit würden die beiden preislich niedriger angesiedelten SUV-Baureihen aus dem Range-Rover-Angebot entfallen.
Die in den Berichten beschriebene künftige Palette besteht aus GT, Range Rover Sport und dem großen Range Rover. GT und Sport sollen zwei ähnlich teure, aber unterschiedlich ausgerichtete Einstiegsangebote bilden. Der Wechsel ist deshalb nicht als bloße Umbenennung des Velar zu verstehen. Für bisherige Evoque-Interessenten verändert sich auch die Art des angebotenen Fahrzeugs.
Produktionsende und Verkaufsende sind verschiedene Termine
Die von Car and Driver am 3. November veröffentlichte JLR-Erklärung nennt ausdrücklich Mitte 2027 für das Ende der Fertigung. Als Hintergrund führt der Hersteller die natürlichen Produktlebenszyklen und die Umstellung seiner Werke auf die nächste Fahrzeuggeneration an. Davon getrennt beschreibt er weitere Verkäufe in ausgewählten Ländern während des Jahres.
Welche Märkte dazugehören, wird in dieser Erklärung nicht aufgelistet. Auch ein letzter Bestelltermin für jede Motorisierung oder Ausstattung fehlt. Ein bereits gebautes Händlerfahrzeug kann einen anderen Verkaufszeitplan haben als ein Auftrag, der noch einen Produktionsplatz benötigt. Aus einem vorhandenen Lagerwagen lässt sich deshalb keine allgemeine Bestellgarantie bis Dezember ableiten.
Autocar berichtet, dass für beide Baureihen keine direkten Ablösungen vorbereitet werden. Range-Rover-Chef Martin Limpert ordnet Evoque und Velar im Gespräch mit dem Magazin dem Ende ihrer Produktzyklen zu. Eine neue Modellbezeichnung mit unveränderten Abmessungen, Einsatzmöglichkeiten und Preispositionen der bisherigen Autos wird damit nicht angekündigt.
Der GT ist kein konventioneller Velar-Nachfolger
Autocar India, das über das Autocar-Interview berichtet, gibt Limperts Einordnung wieder, der GT sei nicht als Ersatzprojekt für den Velar entwickelt worden. Vorgesehen ist demnach eine stärker straßenorientierte Ausrichtung nach Art eines Grand Tourers, verbunden mit einem Teil der markentypischen Fähigkeiten. Das ist ein anderer Auftrag als die übliche Weiterentwicklung eines bestehenden SUV.
Dieselbe Berichterstattung nennt einen Start Anfang 2027, zunächst als batterieelektrisches Modell auf der EMA-Architektur, und mögliche spätere Hybridvarianten. Diese Angaben beschreiben den berichteten Entwicklungs- und Einführungsplan. Sie sind noch keine endgültige deutsche Ausstattungsliste und bestätigen auch nicht jede Motorisierung für alle Länder oder einen individuellen Auslieferungstermin.
Der Sport würde die stärker klassische SUV-Rolle übernehmen, während der GT eher in Richtung eines straßenbezogenen Automobilformats geht. Ähnliche Preise machen die beiden nicht austauschbar. Wer derzeit einen Evoque sucht, müsste bei einem späteren Wechsel deshalb neben dem Budget auch Fahrzeugformat und eigene Nutzungsvoraussetzungen neu vergleichen.
Was die britischen Preiserwartungen bedeuten
Die von Autocar genannten britischen Schätzungen entsprechen umgerechnet ungefähr 120.000 Euro für den elektrischen GT und etwa 108.000 Euro für mögliche spätere Hybridversionen. Die unverbindliche Umrechnung verwendet den EZB-Referenzkurs vom 3. November 2026: 0,83358 GBP je Euro. Daraus werden keine von JLR angekündigten deutschen Listenpreise und keine einheitlichen Preise für Kontinentaleuropa.
Eine Währungsumrechnung gleicht Steuern, Serienausstattung und Vertriebsbedingungen nicht an. Eine genaue prozentuale Verteuerung ließe sich erst anhand einer definierten GT-Variante mit endgültigem örtlichem Preis und einer ebenso klar bestimmten Vergleichsversion berechnen. Britische Erwartungen und einzelne Lagerangebote eines anderen Landes reichen für eine solche Rechnung nicht aus.
Ein konkretes Beispiel liefert das am 4. November geprüfte rumänische Land-Rover-Portal. Dort wurde ein neuer Evoque Hoxton Edition mit Diesel-MHEV-Antrieb und 163 PS für 69.194 Euro einschließlich Mehrwertsteuer angeboten. Ein neuer Velar Belgravia Edition mit Benzin-MHEV-Antrieb und 400 PS stand für 89.764 Euro einschließlich Mehrwertsteuer im Angebot. Das sind einzelne Fahrzeuge, keine weltweit gültigen Einstiegspreise.
Die aktuellen Sonderausführungen bleiben eigenständige Angebote
JLR stellte im April 2026 die London-Ausführungen Evoque Hoxton, Velar Belgravia, Sport Battersea und Range Rover Westminster vor. Die Mitteilung dokumentiert die vier Modellfamilien vor dem geplanten Wegfall der beiden günstigeren Baureihen. Ein Editionsname steht dabei für eine besondere Ausstattung innerhalb eines Modells und ist kein Beleg für eine neue Fahrzeuggeneration.
Für den Velar Belgravia beschreibt der Hersteller 20-Zoll-Räder, eigene Kennzeichnungen und spezifische Innenraumdetails. Zugleich weist JLR auf marktgebundene Ausstattungen und Verfügbarkeiten hin. Das hier verwendete offizielle Bild zeigt genau diese vorhandene Velar-Ausführung. Es stellt weder den künftigen GT dar noch bestätigt es dessen endgültige Gestaltung.
Der Umbau in Halewood hat eine dokumentierte Vorgeschichte
Bereits am 26. September 2024 beschrieb JLR eine Erweiterung des Standorts Halewood um 32.364 Quadratmeter für elektrische EMA-Fahrzeuge. Die Endmontagelinie war von vier auf sechs Kilometer verlängert worden. Sieben Meter lange Montagestationen sollten Batteriemontage und die Proportionen der neuen Fahrzeuge ermöglichen. Das sind datierte industrielle Maßnahmen, keine aktuelle Preisliste.
Die damalige Planung sah elektrische Fahrzeuge zunächst neben Verbrennern und Hybriden vor, bevor später eine vollständig elektrische Fertigung folgen sollte. Sie liefert einen nachvollziehbaren Hintergrund für die Werksumstellung, aber keinen heutigen Bestellkalender jeder GT-Version. Aus einer Produktionsanlage lässt sich der Liefertermin eines bestimmten deutschen Kundenfahrzeugs nicht unmittelbar ableiten.
Für Käufer eines der letzten Evoque oder Velar sind deshalb der tatsächliche Lagerbestand, eine gegebenenfalls bestätigte Produktionszuweisung und der Vertragsinhalt entscheidend. Ausstattung, Übergabetermin und Garantiebedingungen gehören zum konkreten Angebot. Das angekündigte Fertigungsende ist weder ein weltweit einheitlicher letzter Verkaufstag noch die Ankündigung einer geänderten Garantie für bereits vorhandene Autos.
Foto: Jaguar Land Rover Limited, Range Rover Velar Belgravia Edition. Verkleinert und in WebP konvertiert; redaktionelle Nutzung gemäß JLR-Nutzerlizenz.
Quellen
- Car and Driver: JLR-Erklärung zu Fertigung und Verkauf
- Autocar: ursprünglicher Bericht über die Modellpalette
- Autocar India: Interviewbericht und britische Preiserwartungen
- JLR: 2024 angekündigter Umbau in Halewood
- Range Rover / JLR: London-Editionen und offizielles Foto
- Land Rover România: rumänische Lagerangebote einschließlich Mehrwertsteuer
- BCE / ECB: Referenzkurs vom 3. November 2026



